Im ersten Topspiel der neuen Spielzeit waren die Basketballer von Lok Bernau am Samstag in Münster zu Gast. Beide Teams führten zum Ende der letzten Saison die Tabelle der Nordstaffel an. Die WWU Baskets Münster zogen als Aufsteiger in den anschließenden Playoffs sogar ins Finale ein. Als Vizemeister gehören die Münsterländer in dieser Saison nun zum Favoritenkreis. Nach dem deutlichen Heimsieg der Lok am ersten Spieltag versprach das Aufeinandertreffen ein hochklassiges Duell zu werden.
Lok beginnt unbeeindruckt
Über 2000 Fans in der Halle am Berg Fiedel sahen von Beginn an ein umkämpftes Spiel. Auf Bernauer Seite fehlten mit Malte Delow (Einsatz BBL-Pokal für Alba Berlin) und Ben Lingk (Einsatz Regionalliga) zwei wichtige Spieler in der Rotation. Bei Münster kam Aufbauspieler Marck Coffin zu seinem ersten Ligaeinsatz. Das junge Team von Lok-Trainer René Schilling zeigte sich trotz dessen davon wenig beeindruckt. Der Spielbeginn war ein munteres Kopf-an-Kopf-Rennen. Mit einem knappen 17:20-Rückstand zur ersten Viertelpause legte Bernau anschließend mit einem 7:0-Lauf durch Kresimir Nikic und Alexander Blessig vor. Die zwischenzeitliche Antwort der Hausherren parierten die Bernauer gut. Allerdings sorgten bereits in der ersten Halbzeit etliche Fehler für unnötige Ballverluste und Punkte der Münsteraner. Nikic, Blessig und Konstantin Kovalev sorgten dennoch für eine 47:39-Führung zum Seitenwechsel.
Mit einem 6:0-Lauf legte Lok nach der Pause einen guten Start hin. Münster rannte zwar in der Offensive gegen den Bernauer Korb an, blieb in dieser Phase aber drei Minuten lang ohne Punkterfolg (53:39, 23. Minute). Die fällige Auszeit von WWU-Trainer Philipp Kappenstein blieb nicht ohne Wirkung. Die Bernauer Angriffe kamen ins Stocken, Fehler häuften sich und Münster nutzte seine Räume für einen 13:0-Run (53:52, 26. Minute). Alexander Blessig und Youngster Evans Rapieque sorgten mit jeweils einem Dreier für Entlastung und ließen auch die lautstarke Kulisse wieder verstummen.
Mit Vorsprung ins Schlussviertel
Mit einem 65:55 ging es für Lok Bernau in das Schlussviertel. Bis zwei Minuten vor dem Ende konnte man eine knappe Führung verteidigen. Gegen den physischen Druck der Münsterländer häuften sich aber Ballverluste. Hinzu kam, dass Bernaus Topscorer Alexander Blessig mit seinem fünften persönlichen Foul bereits auf der Bank saß. Lok mühte sich im Angriff zu Abschlüssen, die aber nicht mehr erfolgreich waren. Auf der anderen Seite bewiesen die Münsteraner Nervenstärke und besiegelten die 76:78-Niederlage für Bernau an der Freiwurflinie. WWU-Kapitän Jan König war mit 21 Punkten (davon sechs Dreier) Topscorer.
Lok-Coach René Schilling sagte nach der Begegnung: "Auf der einen Seite war es für das erste Auswärtsspiel dieser Saison eine gute Leistung unseres Teams. Wir haben es geschafft, uns eine echte Chance auf den Sieg zu erarbeiten. Andererseits haben wir uns in Summe zu viele Fehler erlaubt. Bei 27 Ballverlusten ist es schwer, am Ende ein Spiel zu gewinnen - und erst recht gegen eine starke Mannschaft wie Münster. Viele andere Dinge haben wir aber trotzdem gut gemacht, weshalb es kein schlechtes Spiel für unser junges Team war."
Am Sonnabend greifen die Lok-Basketballer dann wieder in eigener Halle an. Im Heimspiel des 3. Spieltags der 2. Bundesliga ProB gastieren die Iserlohn Kangaroos, die ebnfalls bei einem Sieg und einer Niederlagen stehen,  in der Erich-Wünsch-Halle. Das Spiel beginnt um 19 Uhr.

Spielstatistik und Punkteverteilung

Bernau: Alexander Blessig (18 Punkte, 4 Rebounds), Lorenz Brenneke (12 P, 5 Reb), Kresimir Nikic (12 P, 5 Reb), Dan Oppland (11 P, 3 Assists), Konstantin Kovalev (7 P, 7 Reb), Abi Kameric (7 P, 3 Steals), Evans Rapieque (3 P, 3 Ass), Till Hornscheidt (3 P), Alexander Rosenthal (3 P), Nolan Adekunle

Viertelstände: 17:20, 47:39, 65:55, 76:78