Die Basketball-Saison startet wieder. Am 17. und 18. Oktober ist erster Spieltag in der 2. Basketball-Bundesliga, der ProB. Lok Bernaus Coach Renè Schilling über die Corona-Zeit, den Stand der Vorbereitung und die Chancen des Teams in der neuen Saison.

Bald geht es endlich wieder los mit Basketball. Was läuft denn derzeit bei Lok Bernau?

Der Ball rollt wieder. Wir trainieren seit dem 10. August. Der erste Spieltag beginnt für uns mit einem Auswärtsspiel in Schwelm.

Hatten Sie schon einmal so eine lange Basketball-Pause wie jetzt durch Corona?

Nein, noch nie. Die Spieler haben die ganze Zeit versucht, sich fit zu halten. Durch unsere Kooperation mit Alba hatten wir außerdem immer die Möglichkeit, in kleinen Gruppen draußen zu trainieren, wenn das Wetter es zugelassen hat. Für mich war es ganz schön, mal viel Zeit mit der Familie verbringen zu dürfen. Aber nach der ersten Woche Training waren die sechs Monate trainingsfrei gefühlt schon wieder, als wären sie nie da gewesen (lacht).

Wie hat sich der Kader verändert?

Wir haben diesmal viele Spieler aus dem Kader der vergangenen Saison behalten und neue, interessante Spieler dazu bekommen. Ich hoffe, dass wir dadurch stabiler sind als letztes Jahr, weil viele von den jungen Spielern jetzt schon ein Jahr mit dabei sind. Ich bin gespannt, wie es wird. Nicht nur in Hinsicht auf Basketball, sondern auch mit Blick auf Corona. Mal sehen, wie sich das alles umsetzen lässt mit den Beschränkungen und Hygienekonzepten.

Ein Wort zu den Neuzugängen, die von Alba Berlin kommen.

Das sind junge Spieler, die wir vereinzelt auch schon bei uns im Training hatten, weil wir vergangene Saison relativ dünn besetzt waren, durch diverse Verletzungsprobleme bei uns, aber auch bei den Profis. Diese Jungen arbeiten jetzt daran, sich fest im Kader zu etablieren. Elias Rödl, Christoph Tilly, Friedrich Feldrappe oder Hendrik Warner sind alle junge Spieler, die die Chance nutzen wollen, sich einen Tick näher an die Profis ran zu kämpfen und in die Fußstapfen treten wollen von Malte Delow oder Jonas Mattiseck. Das ist sehr spannend. Mit Christoph und Hendrik haben wir auch mal wieder größere Spieler dabei. Es macht Spaß mit denen und ich hoffe, dass wir diesen Enthusiasmus dann auch ins Spiel bekommen. Das wird die größte Herausforderung sein.

Jonas Mattiseck und Bennet Hundt haben eine tolle Entwicklung hingelegt. Ist man da dann auch ein bisschen stolz als ehemaliger Trainer?

Ja, es freut mich natürlich sehr, zu sehen, wie gut die sich entwickelt haben und einen kleinen Anteil daran habe ich vielleicht auch. Aber vor allem haben die Jungs an sich gearbeitet und ihre Chancen genutzt. Ich hoffe, dass wir jetzt den nächsten Spielern die Chancen geben, sich in die richtige Richtung zu entwickeln.

Haben die Neuen von Alba Ihrer Meinung nach das Zeug dazu, auch so weit zu kommen?

Natürlich. Es müssen aber viele Dinge zusammen kommen. Sie müssen verletzungsfrei bleiben, zur richtigen Zeit Verantwortung im Team bekommen, auch mit Rückschlägen zurecht kommen – dann kann man es immer auf ein gewisses Niveau schaffen. Manchmal geht es dann vielleicht nicht direkt über Alba, sondern über einen anderen Weg wie bei Bennett Hundt über Göttingen zu Bamberg.

Werfen wir mal einen Blick auf die Liga. Wer ist für Sie der Favorit?

Das ist extrem schwer zu sagen, weil man momentan nicht viel hört oder liest von den anderen. Münster ist die letzten Jahre immer oben dabei gewesen und die Mannschaft ist im Kern zusammen geblieben. Bochum hat sich gut verstärkt und die haben immer wieder Ambitionen, nach oben zu kommen. Aber ich hoffe, auch wir können eine gute Rolle spielen. Das wird davon abhängen, wie schnell wir uns finden, wie gut wir die Neuen integrieren. Wenn wir das hinbekommen und etwas beständiger werden, dann sind wir ein ernst zu nehmender Gegner. Dafür müssen aber auch Spieler wie Nolan Adekunle und Evans Rapieque oder Till Isemann den nächsten Schritt machen und beständiger werden. Nicht mal super gut und sich dann wieder verstecken. Den Schutz gibt es jetzt nicht mehr. Unser großes Ziel ist es, uns schnell für die Play-Offs zu qualifizieren.

Nach momentanem Stand dürfen Sie wieder vor Zuschauern spielen, nur für Gästefans gibt es keine Tickets. Wie wichtig sind die Zuschauer für das Team?

Zuschauer können schon ganz schön pushen. Das merkt man schon bei Testspielen, wenn wir vor fünf Zuschauern spielen. Das ist dann schon ganz etwas anderes, als wenn man vor 600 Fans spielt, die einen nach jedem Korb wieder nach vorne brüllen. Da kann eine ganz besondere Dynamik entstehen. Aber wenn es nicht so ist, dann werden wir aber auch damit klar kommen.