Basketball: Play-off-Entscheidung erst einmal vertagt

Flink in die Offensive: Der Bernauer Jonas Mattisseck am Ball war mit 24 Punkten der beste Werfer im Lok-Trikot im Spiel gegen die OrangeAcademy Ulm .
Ricardo SteinickeTrotz früher Anreise bereits einen Tag vor dem Spiel gingen die Basketballer von Lok Bernau mit einigen Sorgen in das zweite Spiel der Play-off-Serie gegen die OrangeAcademy Ulm. Spielmacher Bennet Hundt war am Donnerstag im Training umgeknickt und konnte die Reise nach Ulm nicht mit antreten. Wie vor einer Woche die Ulmer traten die Bernauer nur mit acht Spielern an. Ulm trat wie erwartet mit vollem Kader in Bestbesetzung an.
Lok startete mit Nicolai Simon, Jonas Mattisseck, Robert Kulawick, Konstantin Kovalev und Quadir Welton. Wie auch schon in einigen anderen Spielen in dieser Saison steckte das Team den Rückschlag gut weg. Jonas Mattisseck per Dreier und Robert Kulawick sorgten für einen guten Start aus Bernauer Sicht (5:0, 1. Minute). Es entwickelte sich dann aber das erwartet offene Spiel – viel Physis und Konzentration auf die Defensive auf beiden Seiten. Bernau legte meistens vor, die Ulmer konterten. Erst ein kleiner 7:0-Run mit Punkten von Kresimir Nikic, Robert Kulawick und Lorenz Brenneke sorgte für ein kleines Polster (19:12, 8. Minute). Ulms Trainer Daniel Jansson hielt Wort. Wie im Vorfeld des Spiels angekündigt, sollten die Bernauer Läufe kurz gehalten werden: Auszeit Ulm. Bis zur ersten Viertelpause verkürzten die Gastgeber auf vier Punkte.
Anfangs des zweiten Abschnitts lief auf beiden Seiten wenig zusammen. Erst kurz vor der Halbzeit kam das Spiel offensiv wieder in Gang. Bernau setzte sich kurzzeitig auf neun Punkte ab (33:24/17.). Ulm ließ aber nicht abreißen und verkürzte durch Christoph Philipps (18 Punkte), der in der ersten Hälfte auffälligster Akteur war. Mit einem wilden Dreier mit der Schlusssirene stellte Jonas Mattisseck den Pausenstand auf 42:37 für Lok.
Der Vorsprung schmolz nach dem Seitenwechsel binnen zwei Minuten direkt zusammen. Ulm übernahm erstmals auch die Führung. Bernau kämpfte und fand gegen die starke Ulmer Defensive Antworten. Kovalev, Mattisseck und Nikic sorgten wieder für ein kleines Polster, das im gesamten Spiel für kein Team mehr als neun Punkte betrug. Auch zwischenzeitliche höchste Ulmer Führung parierte Bernau wieder (49:55/28.). Ins entscheidende Schlussviertel ging Bernau mit einem knappen 60:59. Hier drehte sich das Momentum quasi mit jedem Angriff. 90 Sekunden vor Ende war der Ausgang des Spiels beim 75:75 noch völlig offen. Ulm drehte aber nochmal auf und jubelte beim 75:80 durch Till Pape. Restzeit 31 Sekunden. Jonas Mattisseck netzte nur sechs Sekunden später einen Dreier ein. Quadir Welton klaute den Ulmern den Ball beim Einwurf. Dunking. 80:80. Noch 13 Sekunden und Ballbesitz Ulm, die den Angriff geduldig ausspielten. Christoph Philipps traf zwei Sekunden vor Schluss am Brett zum 80:82 und ließ die Ulmer Kuhberghalle endgültig jubeln. Bernau verlor nach zuvor zehn Siegen in Serie damit das erste Spiel des Jahres.
In der Play-off-Achtefinalserie zwischen OrangeAcademy Ulm und Lok Bernau steht es damit 1:1. Am Sonnabend um 19 Uhr kommt es zum entscheidenden dritten Spiel. Bernau hat Heimrecht und kann sich das Viertelfinalticket in der Erich-Wünsch-Halle vor eigenem Publikum sichern. In den Play-offs der Barmer 2. Basketball Bundesliga ProB wurden an diesem Wochenende erst drei der acht Duelle vorzeitig entschieden. Münster, Leverkusen und Frankfurt stehen fürs Viertelfinale bereits fest.
Lok-Coach René Schilling nach dem Spiel: „Das Ergebnis ist sehr enttäuschend und bitter. Es war über die gesamte Zeit ein enges Spiel und wir hatten die Chance, es zu gewinnen. Insgesamt haben uns zu viele Fehler und eine schwache Quote von der Freiwurflinie den möglichen Erfolg gekostet. Es gibt jetzt das entscheidende alles-oder nichts-Spiel in Bernau, wo wir unsere Chance besser nutzen wollen.“