Bildungspolitik: Brennpunkt Wandlitzer Schulen

Hat sich eingelebt: Bürgermeister Oliver Borchert am neuen Schreibtisch.
Hans StillNoch vor dem Jahresende haben sich der Bürgermeister und die Hauptamtsleiterin Gisela Peter standortscharf die Entwicklung der Schülerzahlen angesehen und können nun für Klosterfelde, Wandlitz, Basdorf oder auch die südlichen Ortsteile Schönerlinde und Schönwalde genauer als je zuvor einschätzen, wie die Entwicklungen aussehen werden. Diese Unterlagen will Borchert am 23. Januar der Arbeitsgruppe vortragen, so wie er es jüngst beim Treffen der Fraktionsvorsitzenden und Ortsvorsteher bereits tat. „Das war eine überzeugende Vorstellung“, äußerte sich der Schönerlinder Ortsvorsteher Frank Liste (SPD) am Dienstagabend lobend in seinem Ortsbeirat.
Tatsache ist, mit dem Bau einer neuen, mindestens zweizügigen Grundschule in Schönwalde kommen millionenschwere Kosten auf die Gemeinde zu. Das Areal für die Schule wäre vorhanden, die Rede ist von einer rund 6000 Quadratmeter großen Gemeindefläche, die sich in der Nähe des neuen Gemeindezentrums befindet. Diese Entwicklung würde einerseits eine Entlastung für die Basdorfer Grundschule bedeuten, die quasi seit Jahren nur mit Ausnahmegenehmigungen über ihre eigentliche Kapazität gefahren wird.
Mit einiger Freude würden sicher auch junge Eltern in Schönwalde und Schönerlinde diese Entwicklung aufnehmen. Ihre Kinder hätten dann in vier bis fünf Jahren — das wäre eine realistische Zeitachse — deutlich kürzere Schulwege.
Zugleich muss sich die Gemeinde Wandlitz ähnlich dringend um die Wandlitzer Grundschule kümmern, die zurzeit fast hoffnungslos überfüllt ist. An dieser Stelle erinnert der Bürgermeister an die frühere Größe der Schule. „Der Errichtungsbeschluss orientierte damals auf zwei, maximal zweieinhalb Züge“, erinnert Borchert. Er schlägt nunmehr einen Anbau für die Mensa vor, der am hinteren Teil des Schulgebäudes entstehen könnte. An der rechten (südlichen) Seite wäre ausreichend Platz für einen zweiten Anbau, um zusätzliche Klassenräume unterzubringen. „Das gesamte Schulgelände würde für den Fall, wir entscheiden uns dazu, vor Umgestaltungen stehen“, prognostiziert Borchert.
Mit diesen Anbauten bekäme die Wandlitzer Grundschule eine Vierzügigkeit, die Borchert für ausreichend einschätzt. Zumal die Gemeindevertreter riesige Schulkomplexe, wie sie mittlerweile aufgrund des Zuzugs an verschiedenen Stellen im Landkreis Barnim entstanden sind, nicht unbedingt befürworten.
Die Pkw–Stellplätze an der Wandlitzer Grundschule würden dann übrigens in Richtung des Mehrzweckgebäudes verlegt werden. „Wir hätten danach eine große Außenfläche, die fast vollständig als Spielfläche zur Verfügung steht. Und wir hätten eine vierzügige Kapazität mit entsprechenden Horträumen, die wir für Wandlitz auch benötigen“, resümiert Borchert.
Klosterfelde ähnlich prekär
Dritter Brennpunkt in Sachen Schule bleibt schließlich Klosterfelde. Auch dort war Borchert mittlerweile persönlich vor Ort, um mit der Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen. „Wir behalten in Klosterfelde nach wie vor mehrere Modelle im Blick, noch sind keine Entscheidungen gefallen“, deutet Borchert nur an. Tatsache ist aber, auch dort drückt der Schuh gewaltig.