Bogensee bei Wandlitz
: Bund will Areal um frühere Gobbels-Villa vor Abriss bewahren

Verfallen, teuer, historisch - was wird aus dem Gelände am Bogensee mit der ehemaligen Goebbels-Villa? Der Bund will das Areal vor dem Abriss bewahren. Eine schnelle Lösung scheint aber unwahrscheinlich.
Von
dpa
Wandlitz
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Blick auf den ehemaligen Landsitz von NS-Propagandaminister Goebbels auf dem Gelände am Bogensee bei Wandlitz.

Patrick Pleul/dpa
  • Bund will das historische Areal am Bogensee mit der Goebbels-Villa vor Abriss schützen.
  • Drei Jahre sind für eine Studie und die Suche nach Investoren eingeplant.
  • Das Land Berlin prüft 13 Bewerbungen für eine neue Nutzung des 16-Hektar-Geländes.
  • Jährliche Kosten für den Erhalt liegen zwischen 250.000 und 300.000 Euro.
  • Seit 2000 ungenutzt, soll das Areal durch Förderprogramme und Investoren gerettet werden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Bund setzt sich für den Erhalt des verfallenen Areals am Bogensee mit der früheren Goebbels-Villa in Wandlitz ein. Für eine Studie und die Suche nach Investoren sind drei Jahre eingeplant, wie aus einer Antwort des Bundesbauministeriums auf eine schriftliche Frage der Linken-Bundestagsabgeordneten Katalin Gennburg hervorgeht. Zuerst berichtete die „Märkische Allgemeine Zeitung“ darüber.

Das Land Berlin als Gelände-Eigentümerin teilte im Juni mit, dass bei der Suche nach einer neuen Nutzung für das Areal 13 Bewerber näher geprüft werden. Zuletzt war aber auch ein Abriss der marode gewordenen Gebäude aus Sicht des Landes nicht vom Tisch. Die jährlichen Kosten für das rund 16 Hektar große Areal belaufen sich laut Berliner Verwaltung auf rund 250.000 bis 300.000 Euro.

Bund fördert Studie zu neuer Nutzung des Geländes

Das Bundesbauministerium schreibt in seiner Antwort an die Bundestagsabgeordnete der Linken, dass es nach wie vor den Erhalt des geschichtsträchtigen und durch zwei Diktaturen geprägten Areals anstrebe.

Mit einem Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ werde eine Studie gefördert, in der die Gemeinde Wandlitz mit Unterstützung des Landkreises Barnim und weiterer Akteure neue Perspektiven für eine Nutzung für das Areal erarbeite, heißt es. Damit sollen demnach auch mögliche Investoren gefunden werden.

Bundesbauministerium wirbt für Rettung von Bogensee

„Für vorbereitende Arbeiten, Erstellung der Studie und gezielte Investorensuche ist ein Zeitraum von drei Jahren anberaumt.“ Das Bundesministerium erwarte, dass „die Beteiligten auf allen Seiten den begonnenen Prozess zur Rettung und Entwicklung des unter Denkmalschutz stehenden Areals Bogensee konstruktiv unterstützen“.

Auf dem Areal in einem Waldgebiet nordöstlich von Berlin hatte sich NS-Propagandaminister Joseph Goebbels ein Landhaus bauen lassen. Zu DDR-Zeiten gab es dort eine Jugendhochschule der Freien Deutschen Jugend (FDJ). Seit dem Jahr 2000 ist das Areal ungenutzt und verfällt. Der Landkreis Barnim und die Gemeinde pochen auf eine neue Nutzung des historischen Geländes.