Brand in Wandlitz
: War das Asphaltmischwerk Ziel politischer Täter?

Nach dem Brand im Asphaltmischwerk Schönerlinde prüft die Polizei ein Bekennerschreiben auf Indymedia. Der Schaden ist immens, die Anlage steht still.
Von
Britta Gallrein
Wandlitz
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Feuerwehr

Zu einem Brand im Asphaltmischwerk Schönerlinde rückte die Feuerwehr aus. Es entstand ein Millionenschaden. Jetzt ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht. (Symbolbild)

Niklas Treppner/dpa
  • Brand im Asphaltmischwerk Schönerlinde: Millionenschaden, Anlage steht still.
  • Anonyme Gruppe bekennt sich auf Indymedia zu Brandsätzen an Bändern und Kabeln.
  • Polizei prüft politisch motivierte Brandstiftung und das Bekennerschreiben.
  • Datum 11. März mit Verweis auf Fukushima-Katastrophe gewählt.
  • Feuer nachts entdeckt, 51 Feuerwehrleute im Einsatz, keine Verletzten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach einem Brand auf dem Gelände des Asphaltmischwerkes Schönerlinde (Gemeinde Wandlitz) am vergangenen Mittwoch (11. März), bei dem ein Schaden in Millionenhöhe entstand, ist nun ein Bekennerschreiben aufgetaucht.

Auf der Plattform Indymedia behauptet eine anonyme Gruppe, sie habe an diversen Stellen auf den Förderbändern und an den Stromkabeln der Motoren ein halbes Dutzend Brandsätze platziert.

In der Erklärung heißt es, der Anschlag richte sich gegen das Unternehmen, das die Anlage betreibt. „Das Unternehmen steht für alles, was wir verachten...“ wird dort erklärt. Mehrere Beteiligungen des Unternehmens werden in dem Schreiben ausführlich kritisiert. Unter anderem wird der Betreiber der Anlage als „Atomprofiteur“ bezeichnet.

Verfassungsschutz beobachtet die Plattform

Die Plattform Indymedia (Independent Media Center) ist ein Netzwerk von Medienaktivisten. Jeder kann dort ohne eine Registrierung seine Beiträge veröffentlichen.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft die deutsche Webseite von Indymedia als gesichert linksextremistisch ein und beobachtet sie. Immer wieder werden auf der Seite Erklärungen mutmaßlicher Täter veröffentlicht. In der Vergangenheit haben sich einige als gefälscht herausgestellt.

Bezug zur Atomkatastrophe von Fukushima

In ihrem Schreiben verweist die Gruppe auch darauf, das Datum des Brandanschlags nicht zufällig gewählt zu haben. Am 11. März vor 15 Jahren ereignete sich die nukleare Katastrophe von Fukushima, als Naturkatastrophen zu Kernschmelzen in dem japanischen Kernkraftwerk führten.

Ein Sprecher des Lagedienstes des Polizeipräsidiums Brandenburg erklärte gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa), die Polizei prüfe, ob eine politisch motivierte Brandstiftung Ursache für das Feuer in dem Wandlitzer Ortsteil war. Dazu wird auch das Bekennerschreiben auf Indymedia genau geprüft.

Asphaltmischwerk außer Betrieb

Das Asphaltmischwerk ist seit dem Brand außer Betrieb. Das Feuer war in der Nacht zum 11. März gegen 3 Uhr von einem vorbeifahrenden Lkw-Fahrer entdeckt worden. 51 Feuerwehrleute hatten gegen die Flammen gekämpft. Um 11 Uhr war der Brand gelöscht. Personen waren nicht zu Schaden gekommen.

Anfang Januar waren mehrere Startstromkabel in Berlin zerstört worden. Durch den ebenfalls mutmaßlich linksextremistischen Anschlag waren 450.000 Haushalte in Berlin tagelang ohne Strom. Dem Anschlag folgte ein Bekennerschreiben der linksextremistischen „Vulkangruppe“.