Corona-Pandemie: Bernauer Firmen setzen auf Distanz - und Masken
Martin Schäfer weiß es nicht genau. Schon vor Corona habe es Anzeichen beispielsweise aus dem Maschinenbau und der Industrie gegeben, die einen Auftragsrückgang begünstigen würden. Einen Mix zwischen der Entwicklung vor Corona und der gegenwärtigen Pandemie vermutet der Geschäftsführer.
Probleme mit der Beschaffung von Material hat BK – Kunststoffe Bernau unterdessen nicht. „Die Lieferwege sind offen“, informiert Martin Schäfer. Voraussagen für die Zukunft lassen sich daraus jedoch nicht ableiten. Das Bernauer Unternehmen bezieht duroplastische Kunststoffe, insbesondere Platten oder Tafeln, Rohre und Stäbe aus der Europäischen Gemeinschaft und auch aus dem asiatischen Raum. Ausschließen, dass Lieferketten doch gekappt werden, kann der Geschäftsführer nicht. „Unser Lager ist relativ voll“, sagt er. Jedoch kann nicht die gesamte Produktpalette immer vorgehalten werden.
Kundenbesuche wurden bei BK – Kunststoffe Bernau sehr stark eingeschränkt. Die Kommunikation laufe digital ab, so Martin Schäfer. Zu Kunden aus der Baubranche beispielsweise, wo Ortstermine unumgänglich sind, fahren Mitarbeiter raus – jedoch tragen sie Mundschutz und halten sich an den Sicherheitsabstand.
Materialbeschaffung schwierig
Auf Mundschutz und Sicherheitsabstand setzt auch Michael Herrmann in seiner Tischlerei in Bernau. Zu Terminen bei Kunden trägt er außerdem Handschuhe. Doch die Situation ist verfahren. Die Materialbeschaffung gestaltet sich schwierig. Möbelbedarf bestellt er beim Großhandel in Deutschland, der wiederum bezieht seine Waren aus der ganzen Welt. Es kommt zu Lieferengpässen, erzählt der Tischlermeister.
Während Aufträge üblicherweise in der Reihenfolge des Eingangs abarbeitet werden, muss Michael Herrmann nun improvisieren: Was habe ich an Material da? Was kann ich kurzfristig beschaffen? Flexibilität ist aber auch seitens der Kunden gefragt. Damit beispielsweise eine Tischverbreiterung zügig realisiert werden kann, wird sie nun aus einer Tischler- und nicht einer Multiplexplatte gearbeitet.
Einige Bestellungen lagern auch in der Werkstatt des Bernauers, weil Kunden ihn gebeten haben, die Montage auf später zu verschieben. Dafür hat Michael Herrmann Verständnis. Was ihn momentan über Wasser hält: die Soforthilfe des Landes. Seine Prognose ist: Nach der Coronakrise hat er wieder viel zu tun.
Photovoltaik gefragt
Seit Mitte März ist das Kundenzcentrum der Bernauer Stadtwerke geschlossen. Die Kommunikation mit Kunden erfolgt telefonisch oder per E-Mail. „Die Anfragen sind sehr überschaubar“, sagt Bettina Römisch. Was stattdessen auffällt: In den vergangenen Tagen habe es erstaunliche viele Vertragsabschlüsse im Bereich Photovoltaik gegeben, so die Pressesprecherin. Ihre Vermutung: Kunden hätten nun die Zeit, sich mit dem Thema zu beschäftigen.
Derzeit wird bei den Stadtwerken Bernau ein Schutzkonzept erarbeitet. Nach telefonischer oder schriftlicher Vereinbarung sollen wieder Termine im Haus möglich sein, informiert Bettina Römisch. Die meisten Mitarbeiter kehren aus dem Homeoffice an den Arbeitsplatz zurück. Auf Abstand würde geachtet. Die Mitarbeiter würden zudem mit Mundschutz ausgestattet und Desinfektionsmittel in Sozialräumen wie Toiletten und Küchen zur Verfügung gestellt, erklärt die Pressesprecherin.
Zum Termin sollen auch Kunden Mund und Nase verdecken. Die Mitarbeiter des Hauses tragen bei Außenterminen bei Kunden FFP2-Masken.
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