Vor einer Woche lag die Zahl der Corona-Fälle in der Klinik in der Bernauer Waldsiedlung noch bei 134, verteilt auf 60 Mitarbeiter und 72 Patienten. Zudem ist die Zahl der Todesfälle von 11 auf 15 gestiegen. Kreissprecherin Jana Mundt betonte, die verstorbenen Patienten hätten alle an schweren, teilweise unheilbaren Vorerkrankungen gelitten. Von den Mitarbeitern gelten inzwischen 18 als genesen. Wie viele Patienten genesen sind, dazu gibt es aktuell keine Zahlen.
Nach Angaben des Landkreises beschränkt sich der Corona-Ausbruch in der Brandenburg-Klinik, die zur Michels Unternehmensgruppe gehört, weiterhin auf vier Häuser auf dem Campus. Dazu zählen das Neurologische Rehabilitationszentrum (Haus Havelland I und II, Haus Berlin) sowie die Kardiologie und Orthopädie (Haus Brandenburg). Alle vier sind bereits Mitte April in Abstimmung zwischen Klinikleitung und Gesundheitsamt geschlossen worden. Das heißt: Es werden keine neuen Patienten aufgenommen. Außerdem gibt es keine Verlegungen oder Entlassungen ohne Abstimmung mit dem Barnimer Gesundheitsamt.
"Durch die umfänglichen Maßnahmen der Isolierung, strenges Hygieneregime, strikte Personaltrennung sind bis heute nur noch einzelne Fälle hinzugekommen", sagt Kreissprecherin Mundt. Nach ihren Angaben sei es schwierig, eine Reha-Klinik, deren Patienten aus der ganzen Bundesrepublik kommen, völlig frei zu halten. Man bleibe wachsam, auch Tests werden regelmäßig durchgeführt. Zudem habe die Klinikleitung ein umfangreiches Maßnahmenkonzept vorgelegt. Die Abstimmung dazu mit dem Gesundheitsamt laufe noch. Dieses Konzept sei eine erweiterte Fortschreibung der bisher bereits vereinbarten Sofortmaßnahmen, heißt es.
Zwei Häuser der Brandenburgklinik sind von dem Corona-Ausbruch nicht betroffen und weiter geöffnet. Das betrifft die Geriatrie (Haus Potsdam) und die (Psychosomatische Abteilung (Haus Barnim). Für das Haus Potsdam bestehe aber ein spezielles Aufnahmekonzept, wonach neu aufgenommene Patienten zunächst extra überwacht werden. In der Psychosomatischen Abteilung seien bereits seit dem 4. April auf Veranlassung der Klinik selbst keine Patienten mehr aufgenommen worden.
Wie es zum Ausbruch der Infektionswelle in der Brandenburgklinik gekommen ist, lässt sich nicht genau bestimmen, heißt es. Anfang März seien viele Patienten aus anderen Krankenhäusern, die sich auf die Corona-Pandemie vorbereiteten, in die Bernauer Waldsiedlung verlegt worden. Bis Mitte März seien noch Besucher in der Klinik gewesen und bis Ende März auch viele Besucher auf dem Klinikgelände. Dort sei es auch zu Kontakten mit Patienten gekommen.
Seit des Ausbruchs gilt die Reha-Einrichtung in der Bernauer Waldsiedlung als zweiter Corona-Schwerpunkt in der Mark neben dem Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam.

Im Barnim stagnieren die Fallzahlen

In den vergangenen 24 Stunden hat es im Barnim keine registrierte Neuinfektion mit dem Coronavirus gegeben. Nach Angaben des Gesundheitsamtes liegt die Zahl der laborbestätigten Covid-19-Fälle kreisweit unverändert bei 386 (Stand: 3. Mai, 24 Uhr).

Von diesen Patienten sind 147 (+1) genesen. 629 Barnimer (+4) befinden sich in Quarantäne, weitere 807 (+3)  konnten ihre Isolation bereits beenden.

In Bernau weisen die Zahlen unverändert 182 Corona-Fälle auf. Es folgen Wandlitz (31), Ahrensfelde (29), Panketal (26), Biesenthal (26) und Werneuchen (13). red