Demo gegen rechts
: Proteste und Gedenkveranstaltungen in Ahrensfelde, Bernau und Biesenthal

Immer mehr Menschen setzen sichtbare Zeichen gegen rechtsextreme Umtriebe und für den Erhalt der Demokratie. Am Wochenende sind mehrere Aktionen im Barnim geplant.
Von
Tilman Trebs
Ahrensfelde
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Deutschlandweit warnen Demonstranten vor einem Verlust der Demokratie. Auch im Barnim schließen sich Menschen an.

Oliver Berg/dpa

Hunderttausende Menschen gehen zurzeit bundesweit auf die Straße, um gegen die in rechtsextremen Kreisen diskutierte Massenvertreibung von Migranten aus Deutschland zu protestieren. Auch im Barnim wollen offenbar immer mehr ein Zeichen setzen. Für Freitag, 26. Januar, ist nun eine Aktion in Ahrensfelde geplant.

Ausgangspunkt für die landesweiten Proteste ist die Enthüllung des Recherchenetzwerkes Correctiv über ein Geheimtreffen von rechtsextremen Aktivisten, Vertretern der AfD und der Werteunion sowie Unternehmern, die in einer Villa am Potsdamer Lehnitzsee konkret über die Massendeportation von Menschen aus Deutschland gesprochen haben sollen. Dabei ging es den Berichten zufolge nicht nur um illegal eingewanderte Menschen, sondern auch um „nicht assimilierte“ deutsche Staatsangehörige und Unterstützer von Flüchtlingen.

AfD–Abgeordneter: „Das ist kein Geheimplan“

Die in Umfragen zurzeit starke AfD hatte sich von den Plänen bislang nur halbherzig bis gar nicht distanziert. Der Eberswalder AfD–Bundestagsabgeordnete René Springer erklärte nach der Enthüllung im sozialen Netzwerk X (früher Twitter): „Wir werden Ausländer in ihre Heimat zurückführen. Millionenfach. Das ist kein Geheimplan. Das ist ein Versprechen.“

„Die Geschehnisse im Potsdamer Landhaus Adlon haben gezeigt, dass die Demokratie in unserem Land gefährdet ist“, heißt es im Aufruf zur Ahrensfelder Protestaktion, die um 17.30 Uhr vor dem Rathaus beginnen soll und unter dem Motto „Lichter gegen Rechtsextremismus, Hass und Hetze“ steht. Organisiert wurde die Veranstaltung von Ahrensfeldern „aus allen Ortsteilen“, wie es in der Ankündigung heißt. Erwartet werden 50 bis 100 Teilnehmer. Gemeinsam soll mit Lampions, Knicklichtern, Taschenlampen, Lichterkerzen, Stirnlampe und Handys eine kurze Runde durch den Ort gedreht werden. Kurzzeitig ist mit Behinderungen auf der Bundesstraße B158 zu rechnen. Nach Angaben der Veranstalter will auch Bürgermeister Wilfried Gehrke (CDU) bei der Abschlusskundgebung zu den Demonstranten sprechen.

In Bernau waren mehr als 200 Menschen auf der Straße

Bereits am vergangenen Wochenende hatten zahlreiche Menschen in Bernau gegen rechtsradikale Umtriebe demonstriert. Obwohl zur Kundgebung erst einige Stunden zuvor aufgerufen worden war, kamen nach Berichten von Teilnehmern zwischen 200 und 300 Leute. Aufgerufen zum Protest in Bernau hatte eine Privatperson.

Am kommenden Wochenende wird es zudem mehrere Veranstaltungen aus Anlass des Holocaust–Gedenktages gehen. In Bernau werden Bürgermeister André Stahl (Linke) und der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Daniel Sauer (CDU) am Sonnabend um 11 Uhr am Ehrenmal am Bahnhof gemeinsam einen Kranz niederlegen. Bereits um 10 Uhr findet am Ehrenmal an der Kirche in Schönow ein Gedenken statt. Auch dort werden die aktuellen Geschehnisse eine Rolle spielen. „Die vielen bundesweiten Proteste gegen rechts zeigen sehr deutlich, dass es wieder wichtig ist, gegen nationalsozialistisches Gedankengut auf die Straße zu gehen. Zu viele Opfer hat es aufgrund des Holocausts in diesem und in vielen anderen Ländern gegeben. Diesen Opfern müssen wir gedenken und gemeinsam Sorge tragen, dass sich das Geschehene nicht wiederholt“, so André Stahl.

Gedenken in Panketal und Biesenthal

In Panketal wird den Opfern nationalsozialistischer Gewaltherrschaft am 27. Januar um 11 Uhr an den im Jahr 2022 verlegten Stolpersteinen der ermordeten Angehörigen der Familie Seelig gedacht. Die Stolpersteine befinden sich vor dem ehemaligen Wohnhaus der Familie Seelig in der Hufelandstr. 10/11.

In Biesenthal trifft sich die Initiative „bunt statt braun“ am Sonntag, 28. Januar, um 14 Uhr in der Breiten Straße 59, um der Opfern des Holocaust zu gedenken und für ein respektvolles Zusammenleben aller Menschen zu werben. Der Umzug in Biesenthal führt zum Marktplatz.

Nachhall - Das Barnim-Echo der Woche
Freitag um 16.30 Uhr
Was bewegt den Barnim? Was bewegt sich zwischen Bernau und Eberswalde? Im Nachhall des Barnim-Echos greifen wir jeden Freitag die wichtigsten Themen der Woche auf und setzen Akzente für die kommende Woche.