Minen in Bernau gefunden: Termin für Sprengung und Evakuierung steht fest

Vertreter der Stadt Bernau, Polizei, Feuerwehr und Kampfmittelbeseitigungsdienst beraten über die Lage des Sperrkreises, der am 2. Juli in Bernau errichtet wird.
Britta Gallrein- In Bernau wurden 211 sowjetische Panzerabwehrminen gefunden.
- Die Sprengung erfolgt am 2. Juli, Teile der Stadt werden evakuiert.
- Sperrkreis umfasst Ortsteil Lindow, einige Straßen sind gesperrt.
- Stadt richtet Telefonanschluss für Fragen zur Evakuierung ein.
- Treff 23 bietet Unterkunft für Evakuierte, Minen werden vor Ort gesprengt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Bei Bauarbeiten auf dem Gelände an der Schwanebecker Chaussee in Bernau, auf dem rund 2000 Wohnungen entstehen sollen, wurden Mitte Mai 211 sowjetische Panzerabwehrminen gefunden. Viele davon sind noch scharf. Der Termin der Sprengung steht nun fest. Am 2. Juli soll die Munition unschädlich gemacht. Die Stadt und ihre Bewohner müssen sich an diesem Tag auf einige Einschränkungen einstellen.
Um 8 Uhr soll am 2. Juli mit der Beräumung der Minen begonnen werden. Bis voraussichtlich 12 Uhr bleibe die Evakuierung bestehen, so Bernaus Bürgermeister André Stahl. Er hatte am Mittwoch (18. Juni) zu einer großen Runde mit Vertretern der Verwaltung, der Polizei, der Feuerwehr und des Kampfmittelbeseitigungsdienstes geladen, um den Tag zu planen.
Sperrkreis geht durch Lindow
Es wird an diesem Tag ein Sperrkreis rund um den Fundort errichtet. Alle Gebäude, die innerhalb dieses Gebietes liegen, müssen bis 8 Uhr morgens geräumt sein. Der Sperrkreis umfasst große Teile des Ortsteils Lindow, unter anderem den unbewohnten Teil des Geländes des Heeresbekleidungsamtes. Die bereits bewohnten Häuser auf dem Gelände sind nicht betroffen. Weiter geht es von der Karl-Liebknecht-Straße bis zur Rosa-Luxemburg-Straße, von dort in nördlicher Richtung bis zur Martha-Arendsee-Straße. Die in diesem Bereich befindlichen Teile der Schwanebecker Chaussee, Paul-Schwenk-Straße, Arthur-Stadthagen-Straße, Paul-Singer-Straße und Paul-Liebknecht Straße sind ebenfalls gesperrt.
Anders als ursprünglich angekündigt, ist die Autobahn A 11 nicht von der Sperrung betroffen.
Schwanebecker Chaussee ist gesperrt
Auch die Autofahrer müssen sich auf Umleitungen einstellen, denn die genannten Straßen sind gesperrt. Vor allem die Sperrung der Schwanebecker Chaussee dürfte ein Problem werden. Sie ist eine der Haupt-Einfahrtsstraßen in die Stadt.
„Wir bitten alle Kraftfahrer, den Bereich der gesperrten Schwanebecker Chaussee weiträumig zu umfahren und die Autobahnabfahrt Bernau-Nord zu nutzen, um von dort in die Stadt zu gelangen“, so der Bernauer Bürgermeister. Die Blumberger Chaussee, die hinter dem betroffenen Stadtteil Lindow entlang führt, sei von der Sperrung nicht betroffen.
Stadt richtet Telefonanschluss für Fragen ein
„Wir werden die Evakuierung über eine Allgemeinverfügung erlassen“, erklärt André Stahl. Eine solche behördliche Anordnung richtet sich an eine allgemeine Gruppe von Personen. Die betroffenen Anwohner würden per Zettel informiert. „Einmal jetzt, und dann noch einmal kurz vor dem 2. Juli, damit es niemand vergisst“, kündigt der Bürgermeister an. Außerdem werde man alle Kommunikationswege der Stadt nutzen, um die Information weiterzuverbreiten.
„Ganz wichtig ist uns, dass sich Menschen, die Hilfe brauchen, beispielsweise, weil sie gesundheitlich beeinträchtigt sind oder bettlägerig, sich rechtzeitig an uns wenden, damit wir uns darum kümmern können, dass auch sie evakuiert werden“, so Stahl. Die Verwaltung kümmere sich dann darum, dass sie Unterstützung bei der Evakuierung erhalten.
Die Stadt hat eine extra Telefonnummer eingerichtet, an die sich Menschen mit ihren Fragen wenden können. Unter der Nummer: 03338 365 365 bekommen sie gezielte Informationen rund um das Thema der Evakuierung.
Bernau öffnet den Treff 23 für Evakuierte
„Der Aufenthalt in den Häusern ist in dieser Zeit nicht gestattet“, macht André Stahl noch einmal ganz deutlich.
Für Menschen, die nicht auswärts arbeiten oder keine Möglichkeit haben, anderswo unterzukommen, bietet die Stadt eine Alternative im Treff 23 in der Breitscheidstraße 43b in Bernau an. In der Begegnungsstätte wird es Kaffee und Kuchen für die Menschen geben, die ihre Häuser verlassen mussten.
Ob sie ihre Haustiere mitnehmen, bliebe den Menschen in der Sperrzone übrigens selbst überlassen, so André Stahl.
Minen in Bernau werden vor Ort gesprengt
Die Minen, die nicht abtransportiert werden können, werden vor Ort gesprengt. Die Kampfmittel aus Sowjet-Zeiten liegen zwei Meter tief im Boden. „Es wird ein Erdwall um die Stelle gezogen und dann erfolgt die gezielte Sprengung durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst“, erklärt Bürgermeister Stahl das Prozedere.
Er hatte zur Beratung auch Stephan Liedtke, Stadtbrandmeister von Oranienburg, eingeladen. In der Stadt im Landkreis Oberhavel ist man in der Kampfmittel-Beseitigung geübt. „Wir sind froh, dass Herr Liedtke uns mit seiner Expertise weiterhelfen konnte und hoffen, dass alles reibungslos verläuft“, so André Stahl.


