Feuerwehr
: Die Waldbrandgefahr im Barnim ist hoch

Bis vor wenigen Tagen war die Gefahr eines Waldbrandes im Barnim sehr hoch. An den meisten Bränden sind Menschen schuld.
Von
Tatjana Littig
Bernau
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Rückblick: Im vergangenen Sommer brannten rund 120 Hektar Wald zwischen Wiesenau und Ziltendorf im Landkreis Oder-Spree. Feuerwehrleute aus dem Barnim unterstützen ihre Kollegen bei den Löscharbeiten.

Gerrit Freitag

„Das bisschen Regen reicht nicht aus, um den Boden zu durchfeuchten“, sagt er. Zumal die kommenden Tage freundlicher werden sollen. Seit dem 23. März wird im Landkreis immer wieder zumindest Stufe 4 erreicht, diese bedeutet hohe Gefahr. Der Deutsche Wetterdienst errechnet an Hand von Witterung und Vegetation den sogenannten Waldbrandgefahrenindex und leitet daraus die Waldbrandgefahrenstufen ab — jeden Tag aufs Neue. Nicht die Zahl der Sonnenstunden und die Höhe der Temperatur seien entscheidend für die Waldbrandgefahr, sondern die Trockenheit, so die Erfahrung von Jörg Erdmann, Stadtwehrführer in Bernau. Im Frühjahr gebe es eine Besonderheit, erzählt er: Die neue Vegetation sei noch nicht durch und die alte oft vertrocknet.

„Waldbrand ist ein Thema bei uns“, hält der Stadtwehrführer fest. Aufgrund der Lage sei Bernau aber nicht so schlimm betroffen. In Richtung Schorfheide überwiegen Kiefernwälder. „Kiefern brennen wie Zunder“, sagt der Panketaler Thomas Bielicke. Zu zwei überörtlichen Einsätzen im Bereich Waldbrand sind er und seine Leute im vergangenen Jahr ausgerückt. Anfang Juni brannten 744 Hektar auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog (Teltow–Fläming) und Ende des Monats rund 120 Hektar Wald zwischen Wiesenau und Ziltendorf (Oder–Spree).

Alte Munition – das ist ein rotes Tuch für Thomas Bielicke. „Ich finde es traurig, dass das Leben eines Feuerwehrmannes in Brandenburg nicht viel wert ist“, sagt er. Das Bundesland weist den höchsten Anteil an kampfmittelbelasteten Gebieten in ganz Deutschland auf. Rund 350 000 Hektar gelten in Brandenburg als belastet, fast zwölf Prozent der Gesamtfläche. Bei Bränden auf Munitionsverdachtsflächen ist besondere Vorsicht geboten, durch Hitze können beispielsweise weitere Kampfmittel explodieren und Feuerwehrleute verletzen. Auch das Löschen auf solchen Flächen gestaltet sich schwierig. Ins Gebiet hinein dürfen die Trupps nicht, stattdessen löschen sie vom Rand aus, von Brandschutzstreifen. Das sei nicht besonders effizient, bemängelt der Gemeindewehrführer. Statt punktuell Glutnester zu löschen, kommen große Wassermengen zum Einsatz. Angesichts des Klimawandels müsse es ein Umdenken geben, findet er. „Wir müssen sparsam mit der Ressource Wasser umgehen.“ Dafür müssen aber die belasteten Flächen geräumt werden.

Achtsamkeit schützt Wälder

Über 90 Prozent der Waldbrände sind auf Menschen als Verursacher zurückzuführen. Weggeworfene Zigaretten, Grillen am See, abgestellte Fahrzeuge, Glasflaschen — all das kann einen Brand auslösen. Blitze sind die einzige natürliche Ursache für das Entstehen von Waldbränden. Im Umkehrschluss heißt das: Vernunft und Achtsamkeit jedes einzelnen minimieren das Risiko in der Natur erheblich. Welche Ausmaße ein Waldbrand schlussendlich annimmt, hängt laut Jörg Erdmann von verschiedenen Faktoren ab: Wann wird der Brand entdeckt? Wie trocken ist der Boden? Welche Vegetation liegt vor? Ist der Wald aufgeräumt oder nicht?

Barnim

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Um eine Rauchentwicklung über Baumkronen möglichst frühzeitig zu erkennen, lässt der Landesbetrieb Forst Brandenburg die Wälder mit einer automatisierten Waldbrandfrüherkennung durch 106 Sensoren überwachen. Ab der Gefahrenstufe 4 kann die untere Forstbehörde zudem das Betreten des Waldes untersagen.