Foodie-Podcast aus Brandenburg: Wildfleisch ist vielseitig, hier kann man es kaufen

Wildfleisch ist an Weihnachten als Festessen beliebt, zum Beispiel als Rehroulade. Tobias Francz vom Jagdhotel am Strehlesee erklärt im Podcast „Brandenburg, lass uns über Essen reden“, zu was sich Fleisch von Hirsch & Co. verarbeiten lässt. (Archivfoto)
Sandra Ketterer- Tobias Francz gibt im Podcast „Brandenburg, lass uns über Essen reden“ Tipps zur Wildfleischzubereitung.
- Wildfleisch aus Brandenburg gibt es z. B. im Gasthaus „Am Gorinsee“, Hofladen „Richard’s Wild“ und bei Schultka.
- Gasthaus „Am Gorinsee“ verarbeitet Wild aus eigener Jagd und bietet Fleisch- und Wurstverkauf an.
- „Richard’s Wild“ in Gransee verkauft Wildprodukte und arbeitet mit Forstämtern in drei Bundesländern.
- Wildkauf Schultka in Lübben und Ralf Buder in Grano bieten frisches Wildfleisch aus regionaler Jagd.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wildfleisch wird immer beliebter, bestätigt Tobias Francz, Koch und Inhaber vom „Jagdhotel am Strehlesee“ in Prenden, einem Ortsteil von Wandlitz. Er weiß, worauf es beim Wildkauf ankommt, und welche die besten Tricks für die Zubereitung sind. Zusammen mit Philipp Jaeckel, Betreiber des Instagram-Kanals „Wandlitz BBQ“, hat er erfolgreich an der „Wild-Grill-Meisterschaft Berlin-Brandenburg 2025“ teilgenommen.
Die beiden erklären in einer neuen Folge des Food-Podcasts „Brandenburg lass uns über Essen reden“, wie die Zubereitung von Wild im Backofen, auf dem Herd oder am Grill wirklich gelingt. Wir haben dazu ein paar lokale Tipps für den Einkauf zusammengestellt.
Wildfleisch vom Grill
Francz ist gut mit den Jägern vernetzt und hat selbst den Jagdschein gemacht. Die Qualität des Wildfleischs beginne bei der Jagdmethode, sagt er, und gehe weiter beim Einkauf. In der Zubereitung brauche ein Wildbraten vor allem ausreichend Zeit. Es gebe kaum Teile des Tieres, die er nicht verarbeite. „Auch die Knochen löse ich aus und nehme sie für Brühe und Saucen, das gibt Geschmack“, erklärt Francz.
Jaeckel zeigt auf Instagram unter anderem Rezepte für Wild vom Grill und lädt rundum zum Grillabenteuer ein, zum Beispiel mit Foccacia vom Grill. Er weiß, wie sich das Brot am besten von der Platte löst. Mit Francz zusammen hat er als Team „Wild Wild Wandlitz“ bei der Wild-Grill-Meisterschaft der „German Barbecue Association“ Preise abgeräumt.

Waren zusammen erfolgreich bei der „Wild-Grill-Meisterschaft Berlin-Brandenburg 2025“: Tobias Francz, Chef des Jagdhotels am Strehlesee, (rechts) und Philipp Jaeckel, Betreiber des Instagram-Kanals „Wandlitz BBQ“ (links). Auch darüber sprechen sie im Podcast „Brandenburg, lass uns über Essen reden“.
Sandra KettererWer jetzt Lust auf Wildfleisch bekommen hat, vielleicht auch zu Weihnachten, aber nicht weiß, wo es das regional zu kaufen gibt: Wir haben passend zum Thema ein paar Tipps!
Wildfleisch aus dem Gasthaus „Am Gorinsee“
Das Gasthaus „Am Gorinsee“ ist auf Gerichte mit Wildfleisch spezialisiert. Inhaber Erich Einecke ist selbst nicht täglich im Gastraum, für den Service ist seine Tochter zuständig. Eineckes Passion ist die Jagd im Wald: Ob Hirsch, Reh oder Wildschwein – das Wild, das im Gasthaus auf den Tisch kommt, stammt zu großen Teilen aus eigener Jagd. Und auch die Verarbeitung von Wildfleisch und -wurst bleibt im Haus.
Brandenburg, lass uns über Essen reden – der Podcast
Alle zwei Wochen sprechen Lisa Voigt und Sandra Ketterer in Brandenburg, lass uns über Essen reden darüber, wo man richtig gut essen kann. Was gibt es Neues von der Gastronomie, Landwirtschaft und Produzenten im Land Brandenburg? Was hat Genießen mit Erinnern zu tun? Die beiden Food-Reporterinnen von MOZ.de und LR.de gucken in die Töpfe, nehmen ihre Hörer*Innen mit aufs Feld oder berichten aus der Backstube. Was tut sich in Sachen Genuss und Küche in Brandenburg und wo soll es hingehen? Der Podcast mit Biss auf allen gängigen Plattformen wie Apple Podcasts oder Spotify.
„Mein Enkel steht in der Küche, er hat außerdem gerade den Fleischermeister gemacht“, sagt Einecke stolz. Die Familiengaststätte ist somit auch Produktionsbetrieb. Wer ins Gasthaus einkehrt, kann dort nicht nur essen, sondern auch Wildfleisch und Wildwurst einkaufen. „Wir kaufen das Wild in der Decke“, benennt Einecke auf Jägerlatein das Fell der Tiere. „Es wird hier vor Ort abgezogen, zerlegt und verarbeitet – lange Fahrwege werden vermieden.“ So bleibe auch alles in einer Hand. „Es muss nicht alles durch die ganze Republik gekarrt werden“, findet er.
Gasthaus „Am Gorinsee“, Am Gorinsee 1, 16348 Wandlitz OT Schönwalde, geöffnet Donnerstag bis Sonntag von 12 bis 20 Uhr
Wildfleisch aus dem Hofladen in Gransee
Das gelbe Häuschen mit dem markanten Geweih als Logo und dem Schriftzug „Richard's Wild“ steht in Dannenwalde, einem Ortsteil, direkt an der Bundesstraße 96. Auch der Bahnhof Dannenwalde und der Radweg Berlin-Kopenhagen sind nicht weit, sodass der Hofladen oft im Vorbeifahren entdeckt wird. „Wir sind eine alteingesessene Jägerfamilie“, erklärt Geschäftsführerin Rosemarie Richard. Sie selbst, ihr Sohn und auch ihr inzwischen verstorbener Mann seien regelmäßig zur Jagd gegangen.
Auf 800 Quadratmetern Produktionsfläche werden in Dannenwalde jährlich mehr als 5000 Stücke Wild zerlegt und verarbeitet. Im Hofladen wird alles angeboten, was daraus entsteht: Salami- und Schinkenvariationen, sowie verschiedene Teile vom Hirsch, Reh oder Wildschwein, liegen küchenfertig in der Kühltheke zum Verkauf bereit. Wer möchte, kann an den Stehtischen auch gleich eine hausgemachte Wildboulette oder Wildbratwurst essen.
„Wir arbeiten mit Forstämtern in Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern zusammen“, erklärt Richard die Herkunft des Wildbrets. Der Betrieb ist auch auf Wochenmärkten in Berlin vertreten und beliefert die Berliner Gastronomie.
„Richard´s Wild“, Hofladen mit Imbiss und Wildverkauf, Fürstenberger Str. 2, 16775 Gransee, geöffnet Mittwoch bis Sonntag 9 bis 17 Uhr
Wildfleisch aus Lübben – Wildkauf Schultka wächst
„Wildschwein wird am häufigsten geschossen, das haben wir eigentlich immer da“, sagt Matthias Schultka, Sohn des Firmengründers und heutiger Chef des kleinen Ladens in Lübben. Die Schultkas sind ein Zwei-Mann-Unternehmen. Vater und Sohn verarbeiten das Fleisch, das ihnen lokale Jäger anliefern. Sie schießen es auch selbst.

Ein Blick in die Theke von Wildkauf Schultka in Lübben: Frisches Fleisch, aber auch Grützwurst sind sehr beliebt.
Sandra KettererFreitags gibt es immer frisches Fleisch, fertig portioniert und vakuumverpackt. Gefrorene Stücke sind immer vorrätig. Wurst und Schinken stehen ebenfalls jeden Tag in der Theke, sowohl im Glas als auch in Folie verpackt. Von der Leber- bis zur Grützwurst, dem Wildschwein-Schmalz und der Wurstbrühe, ist alles dabei.
Wildkauf Schultka, Frankfurter Straße 82A, 15907 Lübben; geöffnet von Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr, Freitag bis 17 Uhr
Wildfleisch Buder bei Guben liefert sogar nach Berlin
Ralf Buder hat seine Fleischerei im Spätsommer 2023 in Grano, einem Ortsteil der Gemeinde Schenkendöbern, in Betrieb genommen, nachdem seine bisherige Produktion zu klein geworden war. Immer freitags hat der Hofladen geöffnet, hier gibt es alles vom Rehbraten bis zur Wild-Teewurst.
Er beliefert unter anderem einen Händler, der auf Berliner Wochenmärkten verkauft. Das Wild, das in Grano verarbeitet wird, kommt aus ganz Brandenburg. Mitarbeiter Christian Krause sagt: „Von 14 Forstbetrieben im Bundesland haben wir acht unter Vertrag – und zwar für Schwarzwild, Damwild und Rotwild.“
Wildfleisch Ralf Buder, Lauschützer Weg 27, 03172 Schenkendöbern; geöffnet Freitag von 9 bis 16 Uhr

