Am Ende standen einigen Landwirten die Tränen in den Augen. Zum zweiten Mal sind Bauern aus den Landkreisen Barnim, Uckermark, Märkisch-Oderland, Oder-Spree und Oberhavel am Sonnabend mit ihren weihnachtlich geschmückten Traktoren zum Helios Klinkum nach Berlin-Buch gefahren, um schwerkranke Kinder mit einer vorweihnachtlichen Bescherung zu überraschen. Die Aktion wurde zum Spektakel.

Mehr als 100 Pakete mit Geschenken

Mehr als 100 Pakete mit Geschenken hatten die Bauern dabei – Toni-Hörspielboxen, Spielzeug, Unmengen von Süßigkeiten und Mutmachperlen, die unter anderem den Kindern auf der Krebsstation helfen sollen, die nächsten Behandlungsschritte zu gehen.
Die Traktoren der Brandenburger Landwirte waren aufwendig und weihnachtlich dokeriert. Hunderte Schaulustige ließen sich das nicht entgehen.
Die Traktoren der Brandenburger Landwirte waren aufwendig und weihnachtlich dokeriert. Hunderte Schaulustige ließen sich das nicht entgehen.
© Foto: Tilman Trebs

Hunderte Schaulustige stehen am Helios-Klinikum Spalier für Traktorenkorso

Schon bei der Premiere im vergangenen Jahr hatte die Aktion, die Mirko Nüske aus Serwest und Jerome Mensfeld aus Werneuchen initiiert haben, einige Aufmerksamkeit im Berliner Norden auf sich gezogen. Doch diesen Sonnabend werden sie so schnell nicht vergessen. Als die Bauern mit ihren Traktoren vorfuhren, wurden sie nicht nur von einem Team des TV-Senders RTL empfangen, sondern auch von hunderten Schaulustigen, die beim Traktorenkorso über das Klinikgelände Spalier standen. Auf den Hängern der Traktoren tummelten sich Engel und Weihnachtsmänner, die Kinder am Wegesrand mit Süßigkeiten versorgten. Auf einigen Wagen gab es Musik. „Das ist einfach unglaublich, wir sind überwältigt“, sagte Nüske, selbst als Weihnachstsmann verkleidet, in die Fernsehkameras.

Immer mehr Unterstützer

Die Idee für die Adventsaktion hatten sich die Barnimer Landwirte in Nordrhein-Westfalen abgeguckt. „Wir wollten an die Kinder denken, die es nicht so gut haben wie unseren eigenen.“ Nüske und Mensfeld sprachen Freunde und Kollegen an, baten um Spenden. Schon im ersten Jahr unterstützten viele die Aktion – Gastronomen und Händler aus der Region machten ebenso mit wie die Post und Versicherungen. „In diesem Jahr haben wir Spenden sogar aus Bayern, Sachsen-Anhalt und Nordrhein.Westfalen bekommen“, berichtet Jerome Mensfeld. Die Adventstour zu Helios soll zur Tradition werden.

Berliner Polizei bringt Spenden mit

Selbst die Berliner Polizei, die eigentlich nur die gemeinsame Rückfahrt der Traktoren samt Extrarunde durch Buch, Karow und Blankenburg sichern sollte, brachte Spielzeug mit. „Als wir den Einsatz planten und gehört haben, worum es geht, haben wir spontan beschlossen, die Aktion auch zu unterstützen“, sagte Einsatzleiterin Dana Wolf.
Waren die Bauern im vergangenen Jahr noch mit rund 20 Traktoren vorgefahren, waren es in diesem Jahr schon 30. Zum ersten Mal dabei war zum Beispiel Dana Schwarznecker vom Reiterhof Qualitz aus Weesow. „Wir wollen den Kindern was Gutes tun. Da sind wir gern mit dabei.“ Odette Bechert und Antje Danowski aus Schönerlinde versorgten von ihrem Wagen Passanten mit Süßigkeiten. Sie hatten sich als Engel und Weihnachtsfrau verkleidet.

Chefarzt ist überwältigt

Nur die Kinder, um die es eigentlich ging, waren nur von weitem zu sehen. Sie verfolgten das Spektakel an den Fenstern. Wegen Corona durften die Geschenke nicht auf die Stationen gebracht werden. Die Spenden nahm stellvertretend der Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin, Dr. Patrick Hundsdörfer, entgegen. „Das ist überwältigend. Wir wollten die Aktion eigentlich nicht so groß werden lassen, haben sie nicht beworben und trotzdem stößt sie auf eine solche Resonanz. Das ist toll für die Kinder und die Kollegen Bauern“, sagte er.
Initiator Mirko Nüske aus Serwest übergab die Geschenke nach dem Traktorenkorso an den Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin, Dr. Patrick Hundsdörfer.
Initiator Mirko Nüske aus Serwest übergab die Geschenke nach dem Traktorenkorso an den Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin, Dr. Patrick Hundsdörfer.
© Foto: Tilman Trebs
Die Kinderklinik in Buch hat rund 100 Betten, die zurzeit fast alle belegt sind. „Es geht aber nicht nur um die Kinder, die hier zurzeit stationär aufgenommen sind, sondern auch jene, die oft zu uns kommen müssen, weil sie chronisch oder an Krebs erkrankt sind.“ Vor allem die schwerkranken Kindern hatten die Bauern im Blick. Am Ende dürften die Geschenke aber wohl für alle reichen.