Fußball
: Favorit aus Bernau in Ahrensfelde total von der Rolle

Landesligist Grün-Weiss Ahrensfelde wirft in der 2. Runde des AOK-Landespokals den Brandenburgligisten FSV Bernau nach einem 4:0-Sieg aus dem Wettbewerb.
Von
Britta Gallrein
Ahrensfelde
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Schlug gegen den FSV Bernau gleich doppelt zu: Ahrensfeldes Neuzugang Tilo Scheffler sucht hier den Weg vorbei an Richard Bergmann.

Britta Gallrein

Nachdenkliche Miene danach bei FSV-Coach Matthias Schönknecht. Er hatte mit ansehen müssen, wie seine Elf stark begann und besser ins Spiel kam als der Gegner. Bernau machte Druck, aber die Platzherren hielten clever dagegen, verschoben gut und sorgten dafür, dass kein Ball gefährlich nah an das erstmals von Neu-Keeper Jan Glinker (Union Berlin, 2. Liga) gehütete Tor kam.

Neu-Verpflichtung Robin Mannsfeld (vorher BW 90 Berlin, Oberliga) war es dann, der mit seinem Treffer zum 1:0 nach knapp einer halben Stunde das Spiel drehte. Denn die Bernauer waren nun plötzlich total verunsichert, verloren völlig ihre Linie. „Wir sind eben nicht in der komfortabelen Situation, dass wir fünf Ausfälle, die wir heute hatten, kompensieren können“, so Matthias Schönknecht.

Wacher und abgezockter

Ahrensfelde überzeugte dagegen mit schnellem Umschaltspiel, wirkte wacher, abgezockter in den Zweikämpfen. Der zweite Neuzugang Tilo Scheffler (vorher Eintracht Mahlsdorf, Berlin-Liga) erhöhte nach zwei Toren auf 3:0. Lamin Ceesay sorgte für das 4:0. Der FSV zerfiel in seine Einzelteile, rieb sich am Ende eher an Schiedsrichterentscheidungen oder an Kabbeleien auf. Torhüter Jan Glinker hatte dagegen einen ruhigen Nachmittag, musste nur einmal überhaupt eingreifen.

Tilo Scheffler wurde nach der Partie von seiner Mannschaft ausgelassen auf dem Rasen gefeiert. „Ich bin zufrieden mit meiner, aber vor allem auch mit der Teamleistung. Wir haben nichts großartig zugelassen, stabil gestanden und am Ende verdient gewonnen“, freut er sich nach dem zweiten Sieg mit seinem neuen Team in Folge. Und auch Trainer Sven Orbanke, der in der vergangenen Woche noch leicht konditionelle Rückstände bei Scheffler analysiert hatte, war diesmal zufrieden. „Es wird langsam besser“, berichtet Scheffler selber. "Im Training läuft es schon ganz gut, aber ein Spiel über 90 Minuten ist dann natürlich nochmal was anderes. Und bei diesen Temperaturen war es ganz schön anstrengend.“

Mit breiter Brust zum Start

Den Ahrensfeldern dürfte der zweite Sieg im Pokal eine gute Portion Selbstbewusstsein gegeben haben. Trainer Sven Orbanke, der auch verletzungsbedingt auf wichtige Leute wie Foday Darboe, Steven Knörnschild und Alexander Kaatz (musste nach elf Minuten verletzt ausgewechselt werden) verzichten musste, zeigte sich nach dem Schlusspfiff etwas überrascht über den Verlauf der Partie. "Heute hat die Mannschaft gewonnen, die mit mehr Köpfchen gespielt hat – und das waren wir. Ich hätte ehrlich gesagt aber auch etwas mehr Gegenwehr erwartet. Brandenburgliga war das meiner Meinung nach noch nicht.“ Trainer Orbanke hofft, dass sein Team den Schwung und das Selbstbewusstsein am Wochenende mit nach Velten nehmen kann, wo zum Start in die Saison der SC Oberhavel wartet.

Sonnabend kommt der 1. FCF

Auf FSV-Coach Matthias Schönknecht dagegen wartet noch viel Arbeit. Am Sonnabend zum Start in den Ligabetrieb kommt der 1. FC Frankfurt nach Rehberge. Alles andere als ein Aufbaugegner für die junge Bernauer Mannschaft.

Ahrensfelde: Jan Glinker - Maximilian Hecker, Alexander Kaatz (11. Arianit Cocaj), Thomas Illig, Robin Mannsfeld, Sebastian Simon - Blenard Colaki - Lucas Gurklys, Dominik Gesierich (78. Hagen Opitz),  - Ceesay Lamin, Tilo Scheffler (64. Patrick Hamel)

FSV Bernau: Mokhmad-Emi Gazaliev - Milos Savkovic (56. Lucas Schönborn), Niklas-Joel May, Leonnel Noukimou, Philipp Pönisch - Marcus da Silva Freitas, Damir Coric, Richard Bergmann, Paul Petermann - Danny Blume (67. Lukas König), Pascal Lange (46. Mamadou Sylla)