Die Hilfsbereitschaft der Menschen im Barnim für die Opfer der Flutkatastrophe in Westdeutschland reißt nicht ab. Der SV Rüdnitz/Lobetal 97 und die SG Biesenthal/Marienwerder veranstalten am Sonnabend um 15 Uhr auf dem Sportplatz am Heideberg in Biesenthal ein Benfiz-Fußballspiel. Das Eintrittsgeld soll vollständig gespendet werden. Die Zuschauer können am Eingang zahlen, was sie wollen. Außerdem werden Spenden über den Online-Bezahldienstleister PayPal gesammelt.

Spende stellvertretend für alle engagierten Vereine in Deutschland

Dass die karitative Partie ein voller Erfolg werden wird, steht schon vor dem Anpfiff fest. Die Michels Gruppe, die unter anderem die Brandenburgklink in Bernau betreibt, hat eine Spende über stattliche 50.000 Euro angekündigt. Der Spendenscheck soll beim Benefizspiel in Biesenthal übergeben werden. Der Einsatz der Barnimer Sportler soll stellvertretend für alle engagierten Vereine bundesweit gewürdigt werden, erklärte das Unternehmen in Berlin.

Geschäftsführer der Michels-Gruppe zeigt sich betroffen

„Wir können unsere Trauer über die Hochwasser-Auswirkungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz nur schwer in Worte fassen“, sagt der Geschäftsführer der Kliniken-Gruppe, Karl-Josef Michel. „Wir sehen so viele schreckliche Bilder in den Nachrichten, die kaum ausdrücken können, welches Leid den Menschen vor Ort widerfahren ist: Viele haben das Unwetter nicht überlebt, sie hinterlassen trauernde Angehörige und Freunde.“ Viele andere hätten ihr Zuhause und auch ihre Lebensgrundlage verloren und stünden vor dem Nichts. „Wir hoffen, dass die Spendenbereitschaft deutschlandweit nicht abreißt und jeder Euro, der zusammenkommt, zumindest dabei helfen kann, wieder nach vorn zu sehen“, begründete Michel das Engagement des Unternehmens. Inzwischen gebe es auch eine Sammlung in den Belegschaften der Michels Kliniken, der Michels Pflege und der Michels Hotels. Das Geld soll ebenfalls über die Barnimer Sportvereinen ins Krisengebiet gehen.

Altenahr liegt in Trümmern – 50 Menschen starben dort

Michels Angaben zufolge soll das in Biesenthal gesammelte Geld den Opfern der Ortsgemeinde Altenahr zur Verfügung gestellt werden. Den Ort im nördlichen Rheinland-Pfalz hatten die Sturzfluten besonders hart getroffen. Zahlreiche Straßen und Häuser wurden überschwemmt. 50 Menschen verloren dort ihr Leben. Der Ort liegt weitgehend in Trümmern.

Panketaler Feuerwehr in Erftstadt

Doch die Barnimer helfen nicht nur mit Spenden, sondern auch direkt vor Ort. Einsatzkräfte der Panketaler Feuerwehr waren am Wochenende nach Erftstadt in der Eifel aufgebrochen. Am Mittwochabend kehrten sie aus der überfluteten Kommune zurück. Gemeinde-Wehrführer Thomas Bielicke berichtete von dankbaren und erstaunlich gefassten Westfalen. Viele hätten alles verloren.
Mit der vor einem Jahr angeschafften Schmutzwasserpumpe waren die Panketaler auf überfluteten Flächen und in vollgelaufenen Kellern im Einsatz. Außerdem unterstützten sie das Technische Hilfswerk (THW) aus Aachen und halfen, Häuser wieder mit Strom zu versorgen. „Die Menschen dort waren sehr freundlich“, berichtete Bielicke. Im Schützenhaus von Erftstadt, das auch unter Wasser stand, aber schon leer gepumpt war, „konnten wir das WC benutzen. Sie gaben uns auch einen Grill, das war echt toll.“ Gemeinsam wurde geschuftet, aber auch gelacht.

Bernau hilft in der Partnerstadt Meckenheim

Die Bernauer Feuerwehrleute brachten am Wochenende ein Notstromaggregat in die Partnerstadt Meckenheim. Es soll dort zwei Wochen lang beim Wiederaufbau der Infrastruktur helfen.
Auch zahlreiche Sachspenden werden sich alsbald auf den Weg machen. Sammlungen gab es unter anderem in Rüdnitz, Tempelfelde und Werneuchen. In Werneuchen war die Spendenbereitschaft so groß, dass im Ortsteil Weesow, wo die Sachen im Dorfgemeinschaftshaus gelagert werden, am Sonntag zeitweise der Verkehr zum Erliegen kam. Noch immer treffen sich freiwillige Helfer jeden Morgen, um die Spenden zu sortieren und zu verpacken. Nach Angaben der Stadtverwaltung ging ein erster Transport direkt nach Dernau im Krisengebiet. Ein zweiter Lkw wurde am Donnerstag für die Bethel-Stiftung beladen. Zwei weitere Transporte sollen kommende Woche in Zwischenlager nach Thüringen und Bielefeld fahren.
Wie Brandenburg den Unwetter-Opfern hilft, lesen Sie auf einer Themenseite.

Spendenkonto der MOZ

Die Märkische Oderzeitung sammelt gemeinsam mit der Lausitzer Rundschau und dem Landkreis Märkisch Oderland Spenden für die Menschen im Hochwassergebiet.
Spendenkonto Hochwasserhilfe
Landkreis Märkisch-Oderland, IBAN: DE39 1705 4040 0020 0662 95, Stichwort: Spenden Hochwasserhilfe 2021