Kampfsport
: Barnimer Kämpfer das Maß der Dinge

56 Sportler aus 24 Vereinen, neun Bundesländern und Dänemark kämpfen im Ju-Jutsu-Fighting. Der PSV Basdorf ist erfolgreichster Verein.
Von
Dirk Schaal
Bernau
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Bernauer Vereinsduell: Felix Petri (links) und Nathan Boduch vom 1. JJV auf der Matte.

Andreas Gora

Es war schon ein riesiges Gewimmel in der Bernauer Erich-Wünsch-Halle. Auf drei Matten kämpften die Aktiven. Manchmal dauerten die Auseinandersetzungen nur Sekunden, ständiger Wechsel auf den Matten, Kampfaufrufe, zwischendurch Ansagen, Urteile, Tränen, Jubel – da den Überblick zu behalten schien unmöglich. „Mit einer guten Organisation schafft man das, auch wenn wir bei den Teilnehmerzahlen an der Grenze des Machbaren angekommen sind“, versicherte der Vorsitzende vom gastgebenden 1. Ju-Jutsu-Verein Bernau, Andreas Lietz, recht überzeugend. Eine riesige Helferschar als Kampf- oder Punktrichter, Betreuer oder eben „Mädchen für alles“ ließ zu keiner Zeit irgendwelche Zweifel an der perfekten Organisation aufkommen. „Ein klasse Turnier, wir kommen immer gern hierher“, fand dann auch Karsten Grau vom Hamburger Zanchine Dojo.

Als erste Barnimer mussten Max Langner vom PSV Basdorf und Jonathan Vach von den Gastgebern bei der U 14 bis 46 kg auf die Matte. „Ich sehe beide im Finale und dann ist alles offen“, meinte Andre Kirschke, der den Basdorfer Kämpfer betreute. Große Ziele hat der 12-jährige Wandlitzer: "Ich möchte mal bei einer WM mitmachen und nicht mit leeren Händen zurückkommen.“ Viermal in der Woche trainiert er dafür. "Er ist wirklich voll bei der Sache. Ich finde, es ist ein klasse Sport, weil es nicht nur körperlich fit hält, sondern auch den Kindern gesundes Selbstvertrauen vermittelt“, erklärte Juliane Langner, die am Mattenrand bei den Kämpfen ihres Sohnes mitfieberte.

WM ist das ganz große Ziel

Auch Jonathan Vach will irgendwann nach der WM-Krone greifen. „Ich kenne Max recht gut aus dem gemeinsamen Training im Landeskader. Wir sind richtig gute Freude, nur beim Kampf nicht“, sagte der zwölfjährige Bernauer. Auch sein Trainer, Chris Schönau, ist von Jonathan überzeugt: „Er hat schon das Zeug dazu, mal ein ganz Großer zu werden.“ Dreimal in der Woche bittet er zum Training, dazu kommen Wettkämpfe oder Lehrgänge am Wochenende.

„Es war heute nicht mein Tag, ich war einen Moment unaufmerksam und das wurde bestraft“,  musste Max Langner wenig später nach seinem Ausscheiden in den Vorkämpfen eingestehen. Beim Finale stand er bei seinem Freund Jonathan. Er half ihm beim Fertigmachen für den entscheidenden Kampf, fieberte mit,  jubelte nach dem Sieg und war einer der ersten Gratulanten. "So ist Ju-Jutsu, auf der Matte gehts fair zur Sache, daneben gibt es viele Freundschaften“, erklärte Chris Schönau.

Erfolgreich verlief das Turnier sowieso für die Basdorfer, zum ersten Mal gewannen die 18 Starter (7x Gold, 2x Silber, 6x Bronze) die Mannschaftswertung des Turniers.

4 Schorfheider holen 5 Medaillen

Mit ihrer kleinen Auswahl schafften die vier Starter vom SV Schorheide Großes. Vielleicht war das auch ein Geburtstagsgeschenk für ihren Trainer Christoph Harmuth. Die Aktiven Michelle Dietrich, Sebastian Friedrich sowie Florian und Fabian Weiß holten dreimal Gold, eine Bronzemedaille und belegten zweimal den fünften Platz. Dafür sprang der zehnte Platz bei der Mannschaftswertung heraus, ein herausragendes Ergebnis für die Schorfheider.

Stolz war auch Trainer Olaf Werner auf seine Schützlinge vom TSV Lindenberg. Mit sechs Medaillen, davon fünfmal Silber und einmal Bronze, traten sie die kurze Heimreise an. Mit Platz 19 in der Vereinswertung können sie bei der kleinen Auswahl von Kämpfern sehr zufrieden sein.

Insgesamt 27 mal Edelmetall ging an den 1. JJV Bernau. Vier Sieger stellten die Gastgeber, neunmal wurden sie Zweiter und 14 Bronzemedaillen waren Lohn für viel Trainingsfleiß. Damit kam der Verein auf Platz vier der Mannschaftswertung beim Turnier, verpasste knapp den Podestplatz.

Vom Verein Randori Bernau wurden 14 wettkampferfahrene Teilnehmer zum Turnier entsandt, da das Niveau der Kämpfe beim Turnier erfahrungsgemäß sehr hoch ist. Gerade in den hart umkämpften Klassen zeigten die jungen Randori-Aktiven, welch hohes Leistungsvermögen in ihnen steckt. Zehn Medaillen konnten sie einheimsen, davon drei erste, vier zweite und drei dritte Plätze. Das war Platz acht in der Mannschaftswertung.

Derzeit laufen schon die Vorbereitungen für die 24. Auflage des Turniers an.