Katholische Kirche
: Prävention zum Kinderschutz

Wandlitz. Mit einer Broschüre und Aufstellern in allen Kirchen positioniert sich die Pfarrgemeinde Herz-Jesu klar zum Schutz vor sexueller Gewalt.
Von
Hans Still
Wandlitz
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Info-Kampagne: Die in Plakatform gebrachten Grundsätze der Präventionsarbeit zum Kinderschutz stehen in den Katholischen Kirchen von Wandlitz, Bernau, Biesenthal und Werneuchen. Diakon Peter Dudyka zeigt die Tafel mit Verhaltensregeln und Ansprechpartnern in Missbrauchsfällen.

Hans Still/MOZ

Geht es um das Thema Missbrauch in der Katholischen Kirche, verbindet sich damit eine lange Liste von schrecklichen Taten und Vertuschungen. Jahrzehntelang wurde das Thema verschwiegen, dann geleugnet und erst spät und mit großem öffentlichem Druck begann die zögerliche Aufarbeitung. „Beim hohen moralischen Anspruch der Verkündigung war es für uns an der Basis ein großes Ärgernis, wie schwer dieser Gang der Aufarbeitung für die Römisch-Katholische Kirche war“, findet Diakon Peter Dudyka dafür deutliche Worte. Zumal es nach den großen Enthüllungen weitere Jahre dauerte, bis das Thema an der Basis angekommen war.

Nunmehr  ist es soweit, in der Katholischen Pfarrgemeinde Herz-Jesu wurde über 18 Monate ein so genanntes „Institutionelles Schutzkonzept zur Prävention von sexualisierter Gewalt in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Schutzbefohlenen“ ausgearbeitet und mittels Unterschrift des Gemeindekirchenrates und des Pfarrgemeinderates in Kraft gesetzt. „Es hat lange gedauert, aber ich bin allen Beteiligten unendlich dankbar“, merkt Dudyka an.

Ohne eine kritische Selbstüberprüfung ging das logischerweise nicht ab. „Natürlich stand auch bei uns die Frage im Raum, ob es hier zu Übergriffen gekommen ist. Ich kann dazu sagen, es gibt keine bekannten Fälle“, informiert Dudyka über das Ergebnis. Und er skizziert, an welchen Stellen sich beispielsweise künftig Abläufe ändern werden. „Wir hatten früher eine religiöse Kinderwoche mit einer Nacht bei Jesus. Da haben dann mit den Kindern zwei Familienväter in der Kirche übernachtet. Wenn eines der Kinder auf die Toilette musste, ist ein Vater mitgegangen. Heute muss bei den Mädchen eine Frau zugegen sein.“ Ähnlich sei es bei Badeausflügen mit gemischten Gruppen – künftig müsse auch eine Frau die Gruppe begleiten. Letztlich gehe es darum, „ein vertrauensvolles Miteinander zu ermöglichen“ und in der Pfarrgemeinde „einen Schutzraum zu schaffen, in dem Kinder und Jugendliche sich frei und unbeschwert bewegen können“.

Das Präventionskonzept definiert umfangreich Kinderrechte und den Verhaltenskodex. Es beinhaltete Beispiele aus dem Gemeindeleben, es zeigt Beschwerdewege auf und benennt Ansprechpartner in der Region und im Bistum. Grundsätzlich gilt: Kinder haben immer das Recht, sich zu äußern, wenn sie sich unwohl fühlen. Das Prinzip der offenen Türen wird ausdrücklich benannt, alle Beteiligten werden sensibilisiert und es herrschen Transparenz und Verantwortung. Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter nutzen soziale Netzwerke und Medien wie Facebook ausschließlich gruppenbezogen. Zudem hat immer ein zweiter Verantwortlicher Mitglied in einer solchen Gruppe zu sein.

Das Konzept wurde als Broschüre mit 800 Exemplaren gedruckt und liegt bei allen haupt- und nebenamtlichen Mitarbeitern, in den Kirchen und in den Einrichtungen vor. Auch gebe es für die vier Kirchen einen zentralen Aufsteller.

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Hier beginnt der Infotext fett und danach wieder normal⇥Autor XXX