Katze in Panketal
: Lotte geht fremd - Familie will sie wieder nach Hause holen

Teils ist sie 24 Stunden nicht da, kommt dann satt und zufrieden nach Hause in Panketal. Bei wem wohnt Katze Lotte jetzt? Die Besitzer starten einen Aufruf.
Von
Berit Schwarz
Panketal
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Katze Lotte geht fremd

Die Familie von Lotte aus Panketal kann sich nicht erklären, warum ihre Katze nur noch ab und zu in ihrem eigentlichen Zuhause vorbeischaut. So ein Fall ist gar nicht so selten, sagt eine Tierpsychologin.

Janica Vormelchert
  • Familie in Panketal sucht Katze Lottes neue Bezugsperson – sie kommt selten heim und satt zurück.
  • Aufruf in lokaler Facebook-Gruppe: Bitte nicht mehr reinlassen und nicht füttern. Sie hat ein Zuhause.
  • Tierpsychologin: Freigänger wählen oft andere Haushalte, wenn sie sich da wohler fühlen.
  • Gründe können fehlende Anwesenheit oder viel Trubel sein, Katzen holen sich Zuwendung anderswo.
  • Tipp: Kontakt zur neuen Person suchen und Zuhause attraktiver machen, etwa mit geeignetem Futter.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Aufruf von Familie Vormelchert erscheint am Montag, 13. April, in einer lokalen Panketaler Facebook Gruppe: „Liebe Panketaler! ... Neuerdings kommt es oft vor, dass unsere Katze ständig fast kaum heim kommt zu ihren gewöhnlichen Zeiten und wenn, macht sie nicht wirklich Anstalten ihr Lieblingsessen zu schlabbern. Selbst bei Regen draußen kommt sie wohlig warm und trocken nach Hause.“

Die Vermutung von Familie Vormelchert: ihre Freigänger-Katze hat sich irgendwo in der Nachbarschaft jemanden Nettes rausgepickt, wo sie auch verweilen darf. Das beunruhigt die fünfköpfige Familie.

„Wir sind oft besorgt, wo sie denn steckt, und warten natürlich auch mit Futter auf sie“, berichtet Mutter Janica Vormelchert. Doch selbst ihr früheres Lieblingsfutter verschmäht Katze Lotte neuerdings, wenn sie überhaupt mal kurz bei ihren Eigentümern vorbei schaut.

Was die Familie mit ihrem Aufruf erreichen will

Das Anliegen des Facebook-Aufrufs: die Familie sucht die neue Bezugsperson, bei der die Katze nun offenbar hauptsächlich wohnt, und bittet sie, die Katze nicht mehr reinzulassen und zu füttern: „Sie hat ein eigenes Zuhause.“ Die Hoffnung ist, dass Lotte ihren „Seitensprung“ vergisst und wieder zu ihren Besitzern nach Hause kommt und dort auch frisst.

Die Panketaler Familie ist nicht allein mit diesem Phänomen. „Es kommt sogar recht häufig vor, dass Katzen, die Freigänger sind, sich ein neues Zuhause in einem anderen Haushalt suchen“, berichtet die Tierpsychologin Angela Pruß aus Oberkrämer.

Warum Katzen fremdgehen

Meist sei das ein Zeichen, dass die Katze sich in ihrem eigentlichen Zuhause nicht wohl fühle. Zum Beispiel, weil die Besitzer tagsüber aus beruflichen Gründen oft nicht zu Hause seien oder weil kleine Kinder die hauptsächliche Aufmerksamkeit brauchen. „Katzen suchen sich dann ihre Streicheleinheiten manchmal woanders“, erklärt Angela Pruß.

Katze Lotte geht fremd

Katze Lotte bei einem ihrer seltenen Hausbesuche bei ihren Eigentümern

Janica Vormelchert

Etwa bei einer Omi, die den ganzen Tag zu Hause sei und mit der Katze kuschele. Wenn sie die Möglichkeit hätten, suchten sich Katzen die Personen selbst, mit denen sie ihre Zeit am liebsten verbringen möchten.

Wie die Katze denkt

Sie erläutert, wie Katzen das Umfeld wahrnehmen: Das Revier einer Katze kann das ganze Dorf umfassen, sie können am Tag mehrere Kilometer zurücklegen. Zäune nehmen Katzen nicht wahr, sie spüren also nicht, dass sie „ihr“ Grundstück verlassen.

Wichtig sei, so die Tierpsychologin, dass Freigänger-Kater kastriert und gechipt seien, um auf ihren Touren nicht für unerwünschten Nachwuchs oder Revierkämpfe zu sorgen.

Was können Familien tun, die, wie den Vormelcherts, die Katze „abhanden“ gekommen ist? „Falsch wäre es, das Tier in der Wohnung einzusperren, damit es nicht mehr wegläuft“, bittet Angela Pruß.

Was Besitzer tun können, um ihre Katze zurückzugewinnen

Idealerweise finden die Besitzer die neue Bezugsperson und können sich mit ihr darüber austauschen, was diese anders macht. „Die Familie muss dann versuchen, attraktiver für die Katze zu werden und das zu bieten, was das Wahlfrauchen oder Wahlherrchen dem Tier bietet.“

Dies könne auch manchmal ein anderes Futter sein. „Katzen benötigen mindestens einen 65-prozentigen Fleischanteil im Futter. Wer versucht, seine Katze auf fleischärmere Kost umzustellen, handelt nicht artgerecht.“

Der Aufruf bei Facebook ist also gar keine schlechte Idee. Doch nicht jede Panketalerin und jeder Panketaler ist in der Gruppe Mitglied. Wer Katze Lotte bei sich aufgenommen hat, kann sich gern in dieser Redaktion unter bernau-red@moz.de melden, wir leiten die Nachricht an die Familie weiter.