Vor einigen Jahren gab es in den Bernauer Kitas "Friedenstaler Spatzen" und "Kleiner Bär" einen Testlauf: Beide Einrichtungen dehnten ihre Betreuungszeiten bis 20 Uhr aus. Doch das Ergebnis fiel ernüchternd aus, das Angebot wurde von den Eltern kaum in Anspruch genommen. "Wünsche nach längeren Kita-Öffnungszeiten sind uns auch nicht bekannt", heißt es aus dem Dezernat für Schul-, Kultur- und Jugendangelegenheiten. Man stehe dem Thema aber aufgeschlossen gegenüber. Zudem gebe es in Bernau mit der Kita "Murmeltiere" ein entsprechendes Angebot eines freien Trägers. Die Einrichtung in Schmetzdorf sei von 5 bis 20 Uhr geöffnet. Die sieben kommunalen Kitas stehen überwiegend von 6 bis 18 Uhr zur Verfügung.
In den Betreuungseinrichtungen von Ahrensfelde waren die Randzeiten (6 bis 7 Uhr sowie 17 bis 18 Uhr) nur wenig frequentiert. Man habe deshalb die Öffnungszeiten in den einzelnen Kita-Ausschüssen beraten und angepasst, so Pressesprecher Daniel Ackermann. Diese seien dann zum Januar 2017 in Kraft getreten. "Seitdem gab es lediglich eine Anfrage aus der Elternschaft zum Thema", so Ackermann. Er verweist zudem darauf, dass die Gemeinde bereits mehr pädagogisches Personal vorhält, als das notwendig wäre.
Für Panketals Bürgermeister Maximilian Wonke (SPD) ist es wichtig, als wachsende Gemeinde zunächst den Grundbedarf an Kitaplätzen sicherzustellen und die Wartezeiten zu verkürzen. Danach stehe die Einführung des Geschwister-Bonus (also der Vorzug für Kinder derselben Familie für Plätze in denselben Einrichtungen) im Vordergrund. Für eine Betreuung "über Nacht und an Wochenenden" sieht Wonke räumlich und finanziell nur geringe Hindernisse. Die Einrichtung einer 24-Stunden-Kita werfe jedoch einige Fragen auf. Die acht kommunalen Betreuungseinrichtungen in Panketal sind zwischen elf und zwölf Stunden täglich geöffnet.
"Die Wirtschaft ist gefordert, Bedingungen zu schaffen, die Beruf und Familie vereinbar machen", findet Werneuchens Bürgermeister Burkhard Horn. Der Linken-Politiker befürwortet zudem Regelungen, die Müttern und Vätern ein Zusammensein mit ihrem Nachwuchs ermöglichen. Eine Einzelbetreuung, darauf  liefe es nach Auffassung von Horn in den "Randzeiten" hinaus, fördere zudem nicht den Erwerb sozialer Kompetenzen. Die sechs Einrichtungen in Werneuchen haben von 6 Uhr bis 17 Uhr beziehungsweise 18 Uhr geöffnet.
"Bisher gab es noch nie Anfragen zur Kinderbetreuung in den Randzeiten", sagt die Wandlitzer Pressesprecherin Elisabeth Schulte-Kuhnt. Deshalb habe man sich auch noch nicht mit den möglichen finanziellen und personellen Auswirkungen beschäftigen müssen. Für die Kita Schönerlinde sei die bisherige Öffnungszeit auf Antrag des Kita-Ausschusses sogar reduziert worden. Die Einrichtung schließt nun um 17.30 Uhr statt bisher um 18 Uhr.
Nach Angaben des Direktors des Amtes Biesenthal-Barnim gab es bereits vereinzelt Wünsche nach einer Betreuung vor 6 Uhr. Dabei habe es sich um Eltern gehandelt, die im Schichtdienst arbeiten, so André Nedlin. Auch Mütter und Väter, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, hätten gerne einen Ausbau der Betreuungszeiten in den Randzeiten. "Auf die einzelnen Einrichtungen gesehen, sind das aber nur Einzelfälle", betont der Amtsdirektor. Bei einem möglichen Ausbau des Angebots werde es auf jeden Fall schwierig, zusätzliche Fachkräfte zu finden.