Endlich mal wieder ein Wettkampf. Diese besondere Atmosphäre spüren, den Kampfgeist wecken. Für die meisten Ausdauersportler ging es wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr nur zum Einzeltraining durch den Wald. Umso mehr freuten sich die Teilnehmer beim Jedermann und Firmenlauf „Wandlitz hier läufts“ am Sonnabend im Strandbad Wandlitz, sich endlich wieder mit anderen messen zu können.

Live-Übertragung von der MOZ

Die Veranstaltung hatte im vergangenen Jahr Premiere gefeiert. 500 Teilnehmer hätten es dank des Hygiene-Konzepts, das Organisator Jörn Nilius mit seinem Team ausgearbeitet hatte, werden können, 346 waren letztendlich am Start. Nicht ganz so viele wie erhofft, was sicherlich dem nicht ganz so guten Wetter und der Angst vor einer Ansteckung geschuldet war.
Die, die da waren, waren allerdings voll des Lobes für die gute organisierte Veranstaltung, die von der MOZ live übertragen wurde.

Youtube „Wandlitz hier läuft’s“ im Videostream

„Nicht nur der Erfolg zählt.“

„Für mich ist nicht nur der Erfolg wichtig, sondern dass ich mit meiner Zeit zufrieden bin“, brachte es Blanka Dörfel auf den Punkt. Die Barnimerin, die die Sportschule in Cottbus besucht und schon so einige internationale Erfolge auf ihren Paradestrecken 800 bis 10.000 Kilometer und im Hindernislauf erringen konnte, konnte aber absolut mit ihrem Ergebnis zufrieden sein. Mit einer tollen Zeit von 17:30 Minuten kam sie nach der Fünf-Kilometer-Strecke als Gesamt-Zweite zurück ins Ziel am Strandbad Wandlitz.
„Es war mein erster Wettkampf nach Corona“, berichtete die 18-jährige Leichtathletin. „Eigentlich wäre ich bei den Deutschen Meisterschaften am Start gewesen, aber ich hatte eine Verletzung, deshalb habe ich mich für einen Volkslauf entschieden. Mit ihrer Zeit war die Lokalmatadorin ganz zufrieden „Ich peile immer einen Schnitt von 3:30 pro Kilometer an.“

Ben Hofbauer siegt bei den Männern

Blanka Dörfel, die sich übrigens auch freute, im Zieleinlauf nicht für einen Jungen gehalten worden zu sein („Das passiert mir nämlich öfter“) musste sich nur einem weiteren deutschen Nachwuchs-Ass geschlagen geben: Ben Hofbauer, der mit 17:06 Minuten eine großartige Zeit ablieferte. „Es war eine tolle Strecke hier. Nur das Kopfsteinpflaster war nicht ganz so schön“, fand der Berliner.
Platz drei ging an Michael Gottschalk (17:48), der im vergangenen Jahr den Lauf noch gewinnen konnte, diesmal aber durch eine leichte Verletzung gehandicapt war. „Ich hoffe nur, dass ich heil ankomme“, erklärte er vorab.

Ärger von Lilian Zurawski ist schnell verflogen

Einen tollen Wettkampf lieferte auch die 14-jährige Lilian Zurawski aus Wandlitz. In einer ganz starken Zeit von 19:12 Minuten setzte sie sich als Gesamt-Siebte durch und wurde damit Erste in ihrer Wertungsklasse. Etwas ärgerte sich die Schülerin im Ziel, dass Blanka Dörfel ihr den Gesamtsieg bei den Frauen abgenommen hatte. „Aber ich war fast eine Minute schneller als im vergangenen Jahr“, stellte sie dann gleich erfreut fest.
Das Herz von Lilian Zurawski gehört dem Biathlon. Sie wechselt demnächst auf die Sportschule nach Oberhof. Vor neun Jahren hat sie ihre sportliche Karriere begonnen. „Ich habe meine Eltern immer genervt, weil ich ständig so viel rumgetobt habe“, erinnert sie sich zurück. Die Lösung: Das Kind braucht Sport zum Ausgleich. Als Verein in der Nähe bot sich der WSV Wandlitz an. Die Schülerin nahm am Biathlon-Probetraining teil – und blieb dabei. Inzwischen ist sie eine deutsche Nachwuchshoffnung in dem Sport, wurde unter anderem Deutsche Meisterin im Schießen in ihrer Altersgruppe und freut sich jetzt auf ihre Zeit in Oberhof.

Spaß und Freude stehen im Vordergrund

Doch es ging in Wandlitz nicht nur um Top-Zeiten. Im Vordergrund, betont Veranstalter Jörn Nilius, stehen der Spaß und die Freude am Sport. Für die meisten hieß es: Dabei sein ist alles. So auch für die 79-jährige Elfriede Lathan. „Ich bin froh, dass ich durchgekommen bin“, freute sich die Seniorin nach ihrem Zieleinlauf. In ihrem Fitnessstudio habe man entschieden, sich anzumelden. „Ich bin sehr zufrieden, dass ich dabei war. Es war einfach mal schön, aus der Einöde raus zu kommen“, beschreibt es Elfriede Lathan, die nach 38:22 Minuten ins Ziel kam.

Datum für 2021 steht schon fest

Einige Firmen brachten Staffeln an den Start, so wie die Niederbarnimer Eisenbahn, zugleich auch Sponsor der Veranstaltung. Teamleiter Alexander Kons, selbst mit 21:37 Minuten schnell unterwegs, freute sich, dass er mit gleich zwei Teams antreten konnte. „Es lief wie auf Schienen“, freute er sich.
Das Fazit von Veranstalter Jörn Nilius fiel positiv aus. „Das Wetter hat uns sicher einige Starter gekostet. Morgens hat es ja noch stark geregnet. Aber ich bin zufrieden. Alle haben sich sehr diszipliniert verhalten und man hat gemerkt, dass die Läufer wieder mit den Füßen scharren und wollen, dass es endlich wieder los geht.“
Im kommenden Jahr, verriet er, soll es eine Fortsetzung geben. Die 3. Auflage von „Wandlitz läuft“ startet am 11. September 2021.
Alle Ergebnisse des Laufs findet man unter www.wandlitz-hier-läufts.de