Leichtathletik: Fast eine Premiere

Guter Dinge: die Klosterfelder Ultraläuferin Silke Stutzke (in Rot) auf der Strecke beim 50 km Straßenlauf
Niels MichalkEin Barnimer Quartett war bei der ersten Auflage der Deutschen Meisterschaften im 50 km Straßenlauf am Start — und mit einmal Silber, zwei Bronzemedaillen sowie einen fünften Platz auch sehr erfolgreich.
Im ostbrandenburgischen Grünheide, genauer gesagt am idyllisch gelegenen Störitzsee, fand die erste Auflage der Deutschen Meisterschaften im 50–Kilometer–Straßenlauf statt. Veranstalter waren der TLV Rangsdorf und der Verein LaufKultur mit Unterstützung der Gemeinde Grünheide (Mark).
Einige Teilnehmer mögen sich etwas gewundert haben über diese Bezeichnung „1. Deutsche Meisterschaft“, denn schon seit nunmehr 24 Jahren werden Titelkämpfe im 50–km– Straßenlauf ausgetragen. Eine Premiere war es dennoch: Der Deutsche Leichtathletikverband hat am 17. Oktober eine Kooperationsvereinbarung mit der Deutschen Ultramarathon–Vereinigung unterzeichnet, die diese Meisterschaften in den vergangenen Jahren ausgerichtet hatte, und damit nicht nur diese Ultradistanz, sondern auch die Meisterschaften im 6 und 24 Stundenlauf und im Trail offiziell als Deutsche Meisterschaften anerkannt. Bislang gab es das nur für die Meisterschaften im 100–km–Straßenlauf.
In Grünheide wurde also ein Stück Sportgeschichte geschrieben und das ließen sich dann auch einige Barnimer Sportler nicht entgehen. Einher geht allerdings mit dieser Anerkennung, dass man nur starten darf, wenn man einem Leichtathletikverein angehört und einen Startpass besitzt. So starteten also die Eberswalderinnen Nancy Sägebarth und Corinna Splinter für die LG Uckermark–Barnim — und lieferten herausragende Ergebnisse ab. Sägebarth holte sich in der Altersklasse W 30 in 4:40:58 Stunden die Bronzemedaille, Splinter kam in 5:05:07 auf Rang 5 der W 45. Für beide ein vielversprechender Auftakt in die Ultralaufbahn, wobei Nancy Sägebarth sich im vergangenen Jahr schon einmal bei den 6 Stunden von Bernau versucht hatte. Für Corinna Splinter war es eine absolute Premiere.
Das Starterfeld bei der Meisterschaft war absolut hochkarätig. Die schnellsten Ultraläufer Deutschlands gaben sich die Ehre und es war mehr als spannend, wie das Rennen am Ende des Tages auch für die Barnimer ausgehen würde.
Mit großer Erfahrung waren Achim Dierkopf aus Panketal und Silke Stutzke aus Klosterfelde am Start. Für Letztete war es irgendwie ein Rücktritt vom Rücktritt: Zwar geht es nicht mehr so schnell wie noch vor wenigen Jahren, aber dennoch sieht man sie wieder bei Ultras am Start. Der Gedanke, es ganz zu lassen, scheint ihr doch noch nicht zu behagen. Und der schöne Frühlingstag ließ sowohl Dierkopf als auch Stutzke zu unerwartet guten Ergebnissen kommen.
Der Panketaler ist ein Läufer der M 70 und freute sich am Ende sehr über die schöne Silbermedaille in einer Zeit von 4:38:44. Wieder einmal Vizemeister — die M 70 ist in Deutschland immer noch eine starke Altersklasse. Und auch Silke Stutzke durfte auf das Podest, ebenfalls völlig unerwartet, denn auch die W 50 ist noch sehr gut besetzt. Sie erhielt Bronze für eine Zeit von 5:26:12.
Ein großes Ereignis bei den Meisterschaften im Ultralauf sind stets die Mannschaftsehrungen. Bei den Seniorinnen siegte das Team der LG Nord Berlin, für das Silke startet und, so durfte sie sich mit einer zweiten Medaille, nämlich einer Goldenen ehren lassen.
Das macht Mut für das anstehende Abenteuer zu Ostern: Da geht es nämlich nach Großbritannien auf einen Traillauf. Start ist in Manchester, das Ziel wird nach 80 Kiloemtern in Liverpool erreicht sein. Mit einem Zieleinlauf hier möchte sich die Klosterfelderin selbst zu ihrem51. Geburtstag beschenken.