Beginn der Motorrad-Saison
: Sicherheit, Vorbereitung, Blitzer – Barnimer Biker geben Tipps

Plusgrade und Sonnenschein - Motorradfahrer starten hoch motiviert in die Saison. Tipps, wie man sicher Motorrad fährt und wo es im Barnim oft blitzt.
Von
Hans Still
Biesenthal
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Bereit für die Motorrad-Saison im Barnim: Ronny, Martin, Micha, Aki, Bernd und Hartmut Zerbe (v. li,) von den Biesenthal Fightern geben Tipps für einen sicheren Start. Auch die Polizei äußert sich zum Thema.

Hans Still

Der Ortseingang von Biesenthal ist am Sonnabendvormittag (9. März) gut bewacht. Die Polizei lasert gegen 10 Uhr die Fahrer, die in Richtung Lanke unterwegs sind und die nach Biesenthal hineinrollen. Tempo 50 ist angesagt, sonst wird es schnell teuer.

Weil das Thermometer nur sechs Grad Plus anzeigt, sind nur wenige Motorradfahrer unterwegs. Das soll sich später ändern. Auf dem Marktplatz, unter der Eiche und vor dem historischen Rathaus, haben die Fighter Biesenthal derweil ihre Maschinen aufgebaut. KTM, Honda, BMW, Ducati, Kawasaki oder eine Suzuki, es sind schnelle Bikes mit bis zu 1300 Kubikzentimetern Hubraum, die die Motorradfreunde bewegen.

Seit 20 Jahren gibt es diese Gemeinschaft in der Stadt, die Männer sind heiß auf den Saisonstart. „Offiziell starten wir mit unserem Biker-Frühstück immer am ersten April-Wochenende in die Saison. Diesmal wird es aber wegen Ostern am 6. April sein. Jeder kann ab 10 Uhr zum Marktplatz kommen, uns kennenlernen und nach dem Essen unsere Tour mitfahren“, erzählt Hartmut Zerbe von den Barnim Figthern.

Sicherheit und Vorsicht für Biker zum Saisonstart

Die ersten einhundert Kilometer haben die Männer schon hinter sich - sie sind die Tour abgefahren, die am 6. April unter anderem in Richtung Angermünde führen wird. Vor dem Start haben die erfahrenen Biker sich in Erinnerung gerufen, was ihnen Jahr für Jahr zum Saisonbeginn durch den Kopf geht. „Lasst es, um Himmels willen, ruhig angehen. Die Reifen sind kalt und erwärmen sich erst später.

Wichtige Tipps für Motorradfahrer: Sicherheit und Ausrüstung

Splitt, Sand und Salz liegen noch vom Winter auf den Straßen, das ist gefährlich“, warnt Bernd, der wie alle anderen nur seinen Vornamen nennt, sofort. Aki ist ebenfalls von den Fightern, er kommt auf die Autofahrer zu sprechen. „Viele müssen erst einmal wieder realisieren, dass wir Biker unterwegs sind und sich darauf einstellen. Wir denken besser für die Autofahrer mit, denn beim Unfall sind wir die Schwächeren“, sagt er.

Wer als Fahranfänger startet, der sollte vor allem regelmäßig fahren und üben. „Motorradfahren lernt man nicht vom Putzen, man braucht Zeit auf der Straße“, so der Rat. Ebenfalls wichtig, die richtige Kluft. „Geeignete Schutzbekleidung eben, ordentliche Handschuhe, Nierengut und Rückenprotektoren“, empfiehlt Hartmut Zerbe, der als Stadtverordneter und freiberuflicher Handwerker in Biesenthal bekannt ist, wie ein bunter Hund.

Auf die Technik kommt Micha zu sprechen. Er ist Vollblut-Biker, interessiert sich auch für ältere Moppeds und hat gleich mehrere Maschinen in seiner Garage. „Die Technik muss passen: Richtiger Reifendruck, eine geladene Batterie und frisches Öl in Motor und Getriebe, dann kann der Spaß beginnen“, sagt er.

Motorrad fahren: Rücksicht und Verständnis sind wichtig

Von den Autofahrern wünschen sich die Biker Rücksichtnahme und Verständnis. „Wir sind nun mal nicht so geschützt, wie die Autofahrer. Und wenn bei 30 Grad die Sonne brennt und wir mal im Stadtverkehr an einem Auto vorbeirollen, dann muss niemand nach links rüberkommen, um uns den Weg zu verstellen“, heißt es aus der Gruppe.

Kay Schaub, Dienstgruppenführer bei der Autobahnpolizei in Bernau, bringt beim Interview am Telefon ebenfalls Erfahrungen ein. „Ich rate immer, möglichst vorausschauend zu fahren“, sagt der Polizist, der privat selbst Motorradfahrer ist. Gerade im März und im April, wenn die Euphorie nach seinem Eindruck am größten ist, liege zudem die „Gefahr von Selbstüberschätzungen“ nahe.

Blitzer und Gefahrenbereiche im Barnim

Außerdem neigten Autofahrer dazu, das Tempo der Biker falsch zu beurteilen. „Ein Motorradfahrer ist beim Überholen in drei Sekunden vorbei, das wissen manche Autofahrer nicht. Deshalb erinnere ich auch an den Schulterblick und den Blick in die Rückspiegel“, sagt der Polizist. Geht es um das Thema Tempo und Geschwindigkeitskontrollen, gibt es im Barnim Strecken, die besonders stark überwacht werden.

„Rund um den Werbellinsee ist immer Vorsicht geboten“, weiß Hartmut Zerbe. Ebenfalls scharf im Fokus, die Verbindung von Eberswalde nach Liepe und Oderberg. Auf beiden Strecken kommt es Jahr für Jahr zu schweren Unfällen, deshalb wurde das Tempo zum Teil auf 60 Kilometer pro Stunde reduziert. Weitere Hotspots: Die Biesenthaler, Bernauer und Eberswalder Innenstädte, die Verbindung der Städte über die L200 (gern auch in und bei Spechthausen), die Strecke von Niederfinow nach Hohenfinow wie auch die Ausfallstraße vom Schiffshebewerk in Richtung Falkenberg/Bad Freienwalde.

Auch die B 158 von der A 10 in Richtung Werneuchen und weiter in die Kurstadt gehört zu den Pisten, auf denen es öfter zu Unfällen kommt. „Wir appellieren tatsächlich, die Straßenverkehrsordnung einzuhalten“, sagt Zerbe zum Abschluss auf dem Biesenthaler Marktplatz. Diesen Rat gibt er an Autofahrer und Biker gleichermaßen weiter.

Termin: Am 6. April laden die Biesenthal Figther ab 10 Uhr zum Biker-Frühstück auf dem Marktplatz der Stadt ein. Anschließend ist eine Ausfahrt geplant, die mit rund 150 Kilometern Distanz in Richtung Angermünde führen wird. Jeder ist willkommen und kann sich beteiligen.