Reitsport: Kleinster Sprung erweist sich als Stolperfalle
Sport sicherer machen
„Das ist leider das Problem der Vielseitigkeit. Es gibt einen furchtbaren Unfall, der durch die Schlagzeilen geht und schon ist die Diskussion wieder da“, weiß Richter Mielenz. Dabei tue man alles, um den Sport sicherer zu machen. „Wir haben inzwischen technische Delegierte, die einen Tag vorher die Hindernisse auf der Strecke kontrollieren, um sicherzustellen, dass alle Sicherheitsstandards eingehalten werden.“ Inzwischen werde auch an Lösungen gebastelt wie zum Beispiel an deformierbaren Hindernissen oder Systemen mit Seilen, die bei einem Kontakt auslösen. Sie sollen die so genannten Überrollstürze verhindern. Die passieren, wenn ein Pferd an einem festen Hindernis mit den Vorderbeinen hängen bleibt und sich samt Reiter überschlägt. „Viele Dinge werden da auf den Weg gebracht“, weiß Gerhard Mielenz.
Das Wichtigste sei aber eine gute Ausbildung der Pferde und Reiter. „Das Risiko ist immer größer, wenn Ausbildungsstand des Reiters und des Pferdes nicht gut sind. Aber dass einer Hals über Kopf nur mit viel Mut über die Geländesprünge brettert, das haben wir schon lange nicht mehr. Hier sind von hervorragenden Trainern gut ausgebildete Reiter und Pferde am Start. Da geht einem auch als Richter das Herz auf, wenn man das sieht.“
Für die Teilnehmer auf der A-Geländestrecke erwies sich in diesem Jahr einer der niedrigsten Sprünge als Fallstrick. Kurz vor Ende wartete ein kleiner, aber sehr schmaler Trapezsprung, an dem viele Pferde den Dienst quittierten. „Das ist ein Gehorsamkeitssprung. Der Reiter muss das Pferd hier sehr gut am Bein haben und schnurgerade lenken können“, erklärt Anlagenchef Bernd Kreinbring die Schwierigkeit bei dem Hindernis.
Der Sprung wird auch Sarah Bollmann vom Zepernicker Pferdesportzentrum zum Verhängnis, die bis dahin mit ihrem Pferde Bohéme sehr gut unterwegs war. Nach drei Verweigerungen war Schluss. Katrin Krüger auf Kranichstein erwischte es am Wasser, Lokalmatadorin Anja Kreinbring schied mit ihrem jungen Pferd ebenfalls aus, so das am Ende die starken Teilnehmer, die aus Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg angereist waren, den Sieg unter sich ausmachten.
Barnimer gut in Klasse E
Im Stil-Geländeritt der Klasse E schafften es gleich vier Barnimer, in die Platzierung zu reiten: Carolin Müller (Zepernicker Pferdesportzentrum) und Luxina auf Platz 3, Judith Keil (RV 1994) und Legere of Granitan auf Platz 4 sowie Doreen Krempien auf Capalonga und Saskia Kopke auf Quibell (beide Zepernick) auf den Plätzen 6 und 7.
Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen der Springreiter (Bericht folgt).


