Der Zerpenschleuser Ortsvorsteher Marco Scafaro verbringt seit wenigen Tagen den Hauptteil seiner Zeit am Handy und am Computer. Seitdem er in den sozialen Netzwerken über die Hilfen für Familien aus der Ukraine berichtet und dafür geworben hat, sich mit Angeboten bei ihm zu melden, häuft sich die Zahl der Angebote aus Zerpenschleuse und den Dörfern aus dem Umfeld. Nötig sind Matratzen, Isomatten, Kissen, warme Decken und Schlafsäcke, Kleidung ist nicht gefragt.
„Ich habe mit der Ukraine-Hilfe der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal gesprochen und will hier am Sonntag Spenden entgegennehmen. Ab zehn Uhr bis mindestens 13 Uhr können Helfer ihre Spenden im Gemeindezentrum Zerpenschleuse in der Liebenwalder Straße 12-13 abgeben“, so Scafaro. Lobetal wird die Sachen dann abholen und an die Familien verteilen, die inzwischen Deutschland erreicht haben.

Angebote privater Unterkünfte

Dass auch in Zerpenschleuse bereits Unterkünfte für ukrainische Familien gemeldet werden, freut den Ortsvorsteher besonders. 17 Angebote zur Unterbringung von Familien bestehen demnach bereits. „Das sind Unterkünfte mit Kapazitäten von einer bis zu zehn Personen. Meist wollen die Helfer dafür nicht einmal etwas haben“, informiert Scafaro.
Allerdings rät der Ortsvorsteher zur Besonnenheit. „Wir freuen uns natürlich über jedes Angebot, verweisen aber auch darauf, dass diese Familien möglicherweise nicht nur wenige Tage bleiben werden. Wir wissen nun einmal nicht, wie lange der Krieg dauern wird. Deshalb ist es wichtig, dass die Flüchtlinge sich registrieren lassen, medizinische Hilfe bekommen und die Anbieter von Wohnraum auch Aufwendungen entschädigt bekommen. Angesichts steigender Energiepreise können die Kosten schon beachtlich werden.“

Gesprächskreise und Kinderspielzeiten

Neben den Unterkünften würden zunehmend auch Unterstützungen für Behördengänge oder bei Einkäufen angeboten. Und auch psychologische Hilfe wird gerade im Dorf vorbereitet. „Es gibt bei uns eine ukrainestämmige Psychologin, die wöchentliche Gesprächstermine anbieten könnte. Außerdem arbeiten wir daran, Gesprächskreise anzubieten, im Beisein der Kirche übrigens.“ Im Vereinsheim des Ortsteils sollen zudem Kinder Spielzeiten bekommen, um die Erlebnisse der Flucht wenigstens etwas vergessen zu können.“
Sämtliche Angebote aus Zerpenschleuse wurden aktuell an die Gemeindeverwaltung Wandlitz weitergemeldet.
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