Schwimmbad für den Barnim
: Kräftige Welle gemacht

Der Wunsch nach einer Schwimmhalle für den Niederbarnim wird von der CDU Bernau und Panketal neu ins Spiel gebracht. Nachbarn in Hennigsdorf (Oberhavel) wollen eine neue Schwimmhalle bis 2023 errichten. Die kostet mit Minimalanforderungen 25 Millionen Euro.
Von
Andrea Linne
Bernau/Panketal
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Kleine Halle: Die kleine Schwimmhalle im Sportforum Bernau ist keine Alternative, findet die CDU Barnim. Sie will im Süden des Landkreises ein „Leuchtturmprojekt“ vorantreiben.

Ulli Winkler

Aktuell schlägt das Thema Schwimmhalle im Niederbarnim große Wellen. Vor allem in sozialen Netzwerken wird über einen Vorstoß der CDU diskutiert. Während der Kreismitgliederversammlung der Barnimer Partei am vergangenen Wochenende sei die Forderung für den Wahlkampf im Bereich Bernau–Panketal–Wandlitz klar formuliert worden, betont Daniel Sauer auf Facebook: „Wir lösen unsere Verkehrsprobleme nicht allein. Wir verhindern Windräder in unseren Wäldern nur zusammen. Deshalb können wir auch ein Schwimmhallenprojekt für den südlichen Barnim wuppen. Lasst es uns in guter Nachbarschaft und gemeinsam wagen!“

Die CDU Panketal nimmt das Ganze positiv auf. In einem Ballungs–Bereich mit fast 100 000 Menschen, wie es ihn zwischen Ahrensfelde bis Wandlitz gibt, werde die Lebensqualität durch eine solche Freizeitanlage erheblich verbessert. Auch Schulschwimmen zu jeder Jahreszeit und Senioren– wie Vereinssport könnten so einen deutlichen Schub erfahren, heißt es aus Panketal.

Netzwerker Rene Bird Vogel schreibt dazu: „Finde ich gut! Doch wie genau ist denn ,südlicher Barnim’ definiert?“ Er ergänzt: In Panketal wäre auch ein Freibad nicht schlecht. „Wo genau eine neue Schwimmhalle entsteht, wird zusammen mit den beteiligten Gemeinden entschieden“, teilt Daniel Sauer im Gegenzug mit.

Ein solches Projekt, wie es gerade zum Beispiel in der Stadt Hennigsdorf (Oberhavel) vorangetrieben wird, kostet — ausgerüstet mit minimalsten Standards — mindestens 25 bis 40 Millionen Euro auf kommunalem Grundstück. Woher das Geld kommen soll, wird bisher von der CDU nicht mitgeteilt.

Die Idee von einem Schwimmbad ist nicht neu. Allerdings, gibt Bernaus Bürgermeister André Stahl (Linke) zu bedenken, verwechsle die CDU wohl Schwimm– mit Spaßbad. „Wir haben ein Schwimmbad im Forum und das Freibad. Seit 20 Jahren bietet Bernau Kita– und Schulschwimmen an.“ Wenn allerdings nun ein Spaßbad gewollt sei, so Stahl, müsse eine Wirtschaftlichkeitsberechnung her. „Es ist dann eine politische Entscheidung, ob wir ein Spaßbad bauen wollen“, macht das Stadt­oberhaupt deutlich.

Maximilian Wonke (SPD), Amtskollege von Panketal, sieht Präferenzen aktuell im Gemeindegebiet vor allem im Kita– und Schulbereich. Auch in Bernau müssen zunächst Kitas und Schulen errichtet werden, weil der Bedarf da ist. „Wenn der Kreistag entscheidet, ein Schwimmbad zu bauen, stehen wir dem offen gegenüber“, sagt Panketals Gemeindeoberhaupt Wonke. Dann, ergänzt Stahl, müsse die CDU aber auch sagen, wie der Plan zu finanzieren sei.