Auf sozialen Plattformen wie Instagram und TikTok sind sie der Renner. Selbst gebaute Teelichtöfen versprechen kuschelige Wärme an kühlen Herbsttagen. Hier ließen sich ordentlich Heizkosten sparen, heißt es. Doch die Feuerwehren im Barnim warnen: Aus dem gemütlichen Mini-Ofen kann schnell eine große Gefahr werden.
Der Weg zur Wärme ist recht einfach. Um einen Teelichtofen herzustellen, braucht man lediglich zwei verschieden große Blumentöpfe aus Ton, einen Untersetzer, eine Gewindestange sowie Unterlegplatten und Muttern. Das Ganze kostet im Baumarkt rund 20 Euro. Wer will, kann sogar für rund 50 Euro ein fertig zusammengestelltes Set kaufen, das er nur noch zusammenschrauben muss.

Das Zusammenbauen ist denkbar einfach

Im Internet findet man viele Anleitungen, wie man die beiden Tontöpfe so auf den Gewindestangen platziert, dass zwischen ihnen ein Freiraum bleibt. Die Wärme, die die auf dem Untersetzer abgestellten Teelichter abgeben, soll dann zwischen den beiden Tontöpfen aufgefangen und langsam abgegeben werden. Im Prinzip wie ein normaler Ofen, nur in klein.
Empfohlener Inhalt der Redaktion

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Instagram, der den Artikel ergänzt. Sie können sich diesen mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Externer Inhalt

Sie erklären sich damit einverstanden, dass Ihnen externe Inhalte von Instagram angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden.

Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Man könne einen Raum damit um einige Grad aufheizen, versprechen derzeit überall die Influencer. Eine berichtet gar, sie heize mit ihren fünf Teelichtöfen ihre ganze Wohnung.

Tontöpfe in Bernauer Baumärkten oft ausverkauft

Die Bernauer Baumärkte bekommen den Trend deutlich zu spüren. In der Gartenabteilung blicken Kunden statt auf das Regal mit den Tontöpfen oft ins Leere. Es gibt nur noch ganz kleine oder sehr große Modelle. Die mittleren sind oft ausverkauft.
„Wir merken das jetzt seit drei, vier Wochen“, bestätigt Michael Scharafin, Mitarbeiter im Bernauer Obi-Baumarkt. „Tontöpfe und alles, was man noch für diese Öfen braucht, also Gewindestangen und die anderen Sachen, sind immer schnell ausverkauft.“ Aber er kann die Kunden beruhigen. „Noch wird alles nachgeliefert.“ Er befürchtet: „Vermutlich werden dann bald die Teelichter knapp.“

Experten halten die Heizleistung für sehr gering

Ob die Selbstbastel-Öfen wirklich einen Raum um ein paar Grad erwärmen können, darüber gehen die Berichte auseinander. Der Teelichtofen sei eine nette Dekoration und nicht mehr, erklärt Energieexperte Reinhard Loch von der Verbraucherzentrale. „Die Leistung ist zu gering, um einen Raum zu beheizen“. Um wirklich einen wahrnehmbaren Heizeffekt zu haben, müsste man sehr viele Teelichter unter die Tontöpfe stellen. Doch genau das kann gefährlich werden, warnt die Feuerwehr.
Teelichtöfen seien im wahrsten Sinne des Wortes brandgefährlich, heißt es in einem Beitrag, den die Feuerwehr jetzt auf einigen Social Media Seiten teilt. Sie fordert die Menschen auf: „Bitte verzichtet auf Teelichtöfen.“ Die Temperatur im Innern eines einzelnen Teelichts könne bis auf 250 Grad ansteigen, steht darin. „Stehen nun mehrere Teelichter – wie in einem Teelichtofen – nah beieinander und wird die Wärme darüber hinaus gestaut, kann es innerhalb von Sekunden zu einem Wachsbrand kommen.“

Schlagartig können hohe Flammen entstehen

Kerzenwachs beginne je nach Zusammensetzung bereits ab 280 Grad zu brennen. Dabei könne schlagartig eine bis zu einem Meter hohe Flamme entstehen. „Ein Teelichtofen wird eher dazu führen, dass die Flammenbildung in der Breite entsteht.“ Unbedingt sei also ein Abstand zwischen den Teelichtern von mindestens fünf Zentimetern einzuhalten.
Der Bernauer Feuerwehrchef Jörg Erdmann sieht eine Gefahr auch darin, dass die Tonplatte unter den Teelichtern zu heiß werde. „Wenn man dann noch eine Tischdecke darunter hat, kann sich das entzünden, weil das richtig heiß wird.“
Komme es zu einem Wachsbrand, gelte dasselbe wie beim bekannten Fettbrand, erklärt die Feuerwehr. Keinesfalls sollte man versuchen, das Feuer mit Wasser zu löschen. Die Folgen könnten verheerend sein.
„Man sollte auf jeden Fall darauf achten, dass eine feuerfeste Platte unter dem Ofen steht“, so Jörg Erdmann. Ansonsten gelten die Regeln wie für den Umgang mit Kerzen. Bitte nicht unbeaufsichtigt lassen und sicherstellen, dass sich keine brennbaren Materialien wie Gardinen in der Nähe befinden.