Sicherer Schulweg: Bernau baut Haltestelle für Elterntaxis
Das Bild der Zehnjährigen hängt seit Montag in der Straße Im Blumenhag/Ecke Diebesweg — zunächst in kleinem Format, bis das in Auftrag gegebene gedruckte Plakat fertig ist. Es symbolisiert die neueste Errungenschaft der Stadt: eine sogenannte Elternhaltestelle, die dazu dienen sollen, den Schulweg der Kinder aus der Grundschule am Blumenhag sicherer zu machen.
Gute fünf Jahre ist es her, dass die Stadtverordneten auf Antrag der CDU–Fraktion die Einrichtung spezieller Haltepunkte für Eltern beschlossen. Damals bot sich jeden Morgen vor dem Schulgelände an der viel befahrenen Zepernicker Chaussee das gleiche Bild. Eltern brachten ihre Kinder im Auto zur Schule, hielten direkt davor, um den Nachwuchs aus dem Wagen zu lassen. Im günstigsten Falle blieben nachfolgende Fahrzeuge stehen. Zumeist versuchten sie jedoch, an den Hindernissen vorbei zu kommen. Die Situation war unübersichtlich — und für die Kinder besonders gefährlich.
Verkehrschaos verhindern
„Erst haben wir gedacht, machen wir mal schnell ein Schild und stellen es auf“, erinnert sich Bernaus Vize–Bürgermeisterin Michaela Waigand. „Doch so einfach war das dann doch nicht. Wir haben dieses Projekt lange in Bearbeitung gehabt“, stellt sie bei der Freigabe der neu gebauten Elternhaltestelle fest. Doch es hat sich gelohnt, ist Ordnungsamtsleiter Rori Schönfelder überzeugt. „Wir haben jetzt einen sicheren Ausstieg für die Kinder in der Nähe der Schule und verhindern Verkehrschaos.“ Marcel Kerlikowski, Chef der Eberswalder Straßenverkehrsbehörde, sieht das genauso: „Unser Ziel war es, den Hol– und Bringeverkehr zu regeln. Das ist uns gelungen“. Wolfgang Heusterberg von der Polizeiinspektion Barnim bemerkt: „Hier sind die Kinder aus der Gefahrenzone raus.“
Auswertung mit Schülern
Die Baumaßnahme an der Grundschule am Blumenhag war ein umfangreiches Unterfangen. Die Stadt investierte rund 250 000 Euro. Vorausgegangen war ein Projekttag der Barnimer Straßenverkehrsbehörde, die gemeinsam mit Bernauer Schülern das Umfeld der Grundschulen in der Stadt auf Gefahrensituationen hin untersuchte und von Eltern rund 400 Fragebögen auswertete. In den nächsten Tagen werden auch an anderen Grundschulen Elternhaltestellen eingerichtet — für die Grundschule an der Hasenheide beispielsweise in der Krimhildstraße, für die Grundschule am Rollberg in der Tobias–Seiler–Straße. „Dort gibt es allerdings Gegebenheiten, die wir nutzen können. Gebaut werden muss nicht“, sagt Ordnungsamtsleiter Schönfelder.
Mit der Inbetriebnahme der Elternhaltestelle Im Blumenhag wird eine Themenwoche „Sicherer Schulweg“ eingeläutet. Die Stadt Bernau, das Präventionsteam der Polizei Barnim, die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises und die Kreisverkehrswacht haben sich dafür zusammengetan und werden eine Woche lang morgens von 7 bis 8 Uhr vor Schulen das Gespräch mit den Eltern suchen.



