Siebenklang
: „Nacht der Lieder“ in Lobetal begeistert mit Stimmen

Die Wahlfranzösin Irma und die Belgierin Sarah Ferri hätten ein größeres Publikum verdient gehabt.
Von
Sabine Rakitin
Lobetal
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  • Soulige Balladen Marke Eigenkomposition:  Die junge Belgierin Sarah Ferri (l.) hat eine wunderschöne Stimme, erreicht mühelos tiefeste Tiefen und höchste Höhen. Geigen und Bass unterstreichen gekonnt ihren Gesang.

    Soulige Balladen Marke Eigenkomposition:  Die junge Belgierin Sarah Ferri (l.) hat eine wunderschöne Stimme, erreicht mühelos tiefeste Tiefen und höchste Höhen. Geigen und Bass unterstreichen gekonnt ihren Gesang.

    Wolfgang Rakitin
  • Soul-Pop mit R&B-Einflüssen: Die gebürtige Kamerunerin und jetzige Wahlfranzösin Irma hat sich aufgemacht, Deutschland zu erobern. Sie ist solo unterwegs – mit Gitarre und Loop-Station.

    Soul-Pop mit R&B-Einflüssen: Die gebürtige Kamerunerin und jetzige Wahlfranzösin Irma hat sich aufgemacht, Deutschland zu erobern. Sie ist solo unterwegs – mit Gitarre und Loop-Station.

    Wolfgang Rakitin
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Die "Nacht der Lieder“ am Sonnabend gerät intim. Mindestens ein Drittel der Plätze in der Waldkirche am Mechesee bleiben unbesetzt. Das ist für das Siebenklang–Festival nicht üblich. Liegt es daran, dass der Open–Air–Konzertabend in das verlängerte Christi Himmelfahrt–Wochenende fällt, das viele für eine Kurzreise nutzen? Oder fehlen die klangvollen Namen, die in den vergangenen Jahren nach Lobetal lockten, wie Sinéad O‘Connor, Birdy, Heinz–Rudolf Kunze & Co.?

Vielleicht liegen die Gründe ein wenig in beidem. Ungerecht gegenüber den beiden Sängerinnen, die an diesem Abend grandiose Leistungen abliefern, ist es allemal. Sie machen diesen Abend im wahrsten Sinne des Wortes zu einer Nacht der Lieder.

In ihrer Wahlheimat Frankreich ist die 28–jährige Irma bereits ein gefeierter Star mit zehntausenden Fans. Ihr Debütalbum „Letter To The Lord“ erhielt Platin, die erste Single kletterte auf Platz zwei der französischen Single–Charts. Nun macht sich die gebürtige Kamerunerin auf, Deutschland zu erobern. Auf ihrem aktuellen Album kommt der Soul–Pop deutlich rhythmischer als Acoustic–Soul mit R&B–Einflüssen daher.

Irma ist solo unterwegs — mit Gitarre und Loop–Station. Letztere bietet die Möglichkeit zum Aufbau sehr vielschichtiger und komplexer Klangstrukturen und wird gern von einzelnen Musikern genutzt. Für langjährige Besucher der Siebenklang–Konzerte ist das gewöhnungsbedürftig, erst recht beim Open–Air in Lobetal, das irgendwie ja auch von der Stimmung durch Live–Musik lebt. Gleichwohl: Die außergewöhnliche Stimme der Sängerin, ihre grazilen Bewegungen, die manchmal fast ein wenig an Michael Jackson erinnern, lassen das vermeintliche Manko von Rhythmen und Background–Chor „aus der Konserve“ bald  vergessen.

Die zweite Künstlerin des Abends ist die Belgierin Sarah Ferri. In ihrem Land gilt sie als eine der spannendsten Neuentdeckungen der Musikszene. In ihren selbst komponierten Songs fließen unterschiedliche Genres zusammen: Gypsy–Pop, Jazz, Folk und Swing.

Soulige Balladen

Auch Sarah Ferri hat eine wunderschöne Stimme, die über einen enormen Umfang verfügt und aus den tiefsten Tiefen mühelos die höchsten Töne trifft. Die junge Belgierin begleitet sich selbst auf dem Flügel, greift aber auch zur Gitarre. Nach Lobetal mitgebracht hat sie mit „Strings“ zwei Geigerinnen, deren Stimmen der ihren kaum nachstehen, und einen Bassisten. Die Streichinstrumente bringen Ferris soulige Balladen einmal mehr zum Klingen. Titel wie „The Jump“ (Der Sprung), „She`s on fire“ (Sie steht unter Feuer) oder „Dancing in the supermarket“ (Tanzen im Supermarkt) scheinen wie für die Waldkirche gemacht. Das empfindet auch die sympathische Sängerin in dieser lauen Frühlingsnacht so. „Ich kann mir keinen besseren Abend vorstellen“, sagt sie, um sodann mit „The moon“ einen ihrer besonders stimmungsvollen Titel anzukündigen. „Ich weiß zwar nicht, ob er schon da ist, aber das ist der beste Ort für diesen Song“, ist sie überzeugt. Sie behält recht.