Stichwahl: Zwei Bewerber kämpfen ums Rathaus in Werneuchen
Sie müssen sich entscheiden zwischen Frank Kulicke (UWW), der am 1.September mit 23,7 Prozent die meisten Stimmen auf sich vereinen konnte, und Lars Hübner (AfD) der 21,4 Prozent erzielte. 7705 Werneuchener waren Anfang September zur Wahl gegangen, das entspricht einer Beteiligung von 62,9 Prozent.
Der Netzwerker aus Seefeld
Frank Kulicke ist Ortsvorsteher von Seefeld und ist als Stadtverordneter vielen Werneuchenern bekannt. Beruflich ist er in der Verwaltung der Berliner Straßenbahn beschäftigt und dort als Personalrat freigestellt. In seiner Freizeit ist Kulicke auch als ehrenamtlicher Richter am Landesarbeitsgericht tätig. Seine Stärke sieht der Kommunalpolitiker unter anderem darin, als guter Netzwerker Menschen zusammenzubringen und zu motivieren. Die „offene Kommunikation, besonders, wenn es nicht so läuft wie gedacht“, liegt dem Seefelder dabei am Herzen, wie er in seinem Flyer zur Wahl bekennt.
„Modernisierung“ und „Digitalisierung“ sind Themen, die den Kandidaten Kulicke umtreiben und auch in seinem Wahlkampf eine zentrale Rolle spielten. Moderne Technik soll seiner Meinung nach helfen, die Arbeit in der Verwaltung zu erleichtern und den Service für die Bürger zu verbessern. "Ich glaube, dass es möglich ist, die Leute von neuen Ideen zu begeistern, wenn sie merken, dass es ihnen Erleichterungen bringt“, so Kulicke. Einen interaktiven Internetauftritt der Stadt, einen elektronischen Newsletter und eine Begrüßungsmappe für Neubürger stellt er auf seinem Wahlflyer in Aussicht.
Dringendes Anliegen Kulickes ist es auch, neue Wohnungen und Gewerbeflächen in Werneuchen zu schaffen. Dafür möchte er die städtischen Unternehmen „stärken und fordern“, aber auch eng mit den privaten Unternehmen der Stadt zusammenarbeiten.
Keiner für halbe Sachen
Lars Hübner (AfD) ist der zweite Kandidat im Rennen. Der selbstständige Handwerker ist ebenfalls nicht unbeleckt in der Kommunalpolitik. Von 1993 bis 1997 war Hübner Bürgermeister von Heckelberg. 1998 zog er nach Hirschfelde, um dort als aktives Mitglied der Feuerwehr unter anderem am Ausbau des Gerätehauses mit anzupacken. Später mischte er ehrenamtlich beim Hirschfelder Sportverein SV Blau Weiß mit, bei dem er lange Jahre den Vorsitz inne hatte und immer noch im Vorstand mitarbeitet.
Derzeit sitzt er als sachkundiger Einwohner für die AfD im Werneuchener Bauausschuss. „Ich bin kein Mensch, der zehn Sachen halbherzig macht“, so Hübner zu seiner Person, „sondern lieber weniger mit vollem Engagement.“ Dabei gehöre es auch zu seinen Qualitäten, lange Zeit für Dinge zu kämpfen, die auf den ersten Blick aussichtslos erscheinen.
Und anzupacken gilt es für Lars Hübner in Werneuchen an allen Ecken und Enden. „Wir brauchen Ärzte, Schulen, eine gymnasiale Oberstufe, wir müssen den ÖPNV verbessern“, so Hübner. Für vieles, was in Werneuchen laufe, hätten die Einheimischen kein Verständnis, weiß er. „Warum machen wir für 150 000 Euro einen Architektenwettbewerb für die Schule, warum bauen wir eine überteuerte Schule“, ist ein Beispiel, das er nennt. Bei mehreren Anlässen hatte er sich für die flexiblere Modulbauweise für eine neue Schule ausgesprochen.
Gegen seine Partei, die AfD, werde viel Stimmung gemacht, klagt Hübner. Viele Menschen hätten sich von ihm und seiner Familie abgewandt und ihn beschuldigt. „Ich bin aber kein Menschenverachter oder Rassist!“, rechtfertigt er sich. Er trete hier für ein kommunales Amt an, da spiele die Parteizugehörigkeit keine Rolle.



