Streetview: Kamera-Autos von Apple sind im Barnim unterwegs
Übersehen lassen sich die Kamera-Fahrzeuge nicht. Sie sind zwar im schlichten weiß lackiert, dafür haben sie einen auffälligen Dachgepäckträger montiert, auf dem eine etwa einen Meter hohe Stange mit einer Kamera befestigt ist. Außerdem prangt vorn und an der Seite der Autos der Schriftzug „Apple Maps“.
Gesichtet in Neu-Lindenberg
Erwischt wurde eines dieser Kamera-Autos vor wenigen Tagen von Profifotograf Ludger Holtstiege in Neu-Lindenberg (Gemeinde Ahrensfelde) – das allerdings eher zufällig. Er hat das Apple-Auto nämlich nicht selbst fotografiert, sondern es wurde von einer Überwachungskamera aufgenommen, die an seinem Haus verbaut ist. „Beim Sichten der Bilder habe ich nicht schlecht geguckt“, gesteht Holtstiege.
Wie wahrscheinlich viele Barnimer hat Holstiege sich sofort gefragt: Was macht Apple mit einem Kamera-Auto in Deutschland? Und was passiert mit dem aufgenommenen Bildmaterial?
Eine Nachfrage der MOZ beim PR-Team des Unternehmens für den Standort Deutschland ergab dabei Folgendes: „Die Daten werden erfasst, um Apple Maps zu verbessern“, teilte ein Sprecher mit. Außerdem soll die Funktion „Look Around“ unterstützt werden. „Look Around“ steht für „Umsehen“ und ist vergleichbar mit dem bekannten Dienst Google Street View.
Das Pikante ist: Diese „Look Around“-Funktion wird in Deutschland noch gar nicht angeboten. Die Tatsache, dass trotzdem Fotos gemacht werden, lässt aber darauf schließen, dass diese 3D-Straßenansichten eines Tages kommen könnten. Der Apple-Sprecher sagte dazu lediglich: „Ob und wann die Funktion in Deutschland umgesetzt wird, steht zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht fest.“
Grundsätzlich verspricht das US-Unternehmen schon jetzt, dass bei der 3D-Straßenansicht Gesichter und Nummernschilder vor einer Veröffentlichung unkenntlich gemacht werden. Wer zudem beantragen will, das auch das eigene Haus gepixelt wird, kann sich per E-Mail (unter: MapsImageCollection@apple.com) an den Computer-Giganten wenden.
Beschwerde-Welle möglich
Auch die deutschen Datenschützer haben das Thema bereits auf dem Schirm. Sollte der Look-Around-Dienst doch angeboten werden, müsste Apple „rechtzeitig über den Einsatz dieses Dienstes informieren und weiter Maßnahmen zur datenschutzkonformen Ausgestaltung, beispielsweise geeignete Widerspruchsmöglichkeiten, umsetzen“, hatte das bayerische Landesdatenschutzamt bereits Ende 2019 erklärt.
Und mit Widerspruch ist durchaus zu rechnen. Als vor zehn Jahren Google Street View an den Start ging, gab es eine regelrechte Beschwerde-Welle. Tausende haben damals einen entsprechenden Musterwiderspruch gestellt.
Was Apple angeht, sind in Deutschland derzeit übrigens insgesamt circa 80 Autos auf Daten- und Bilderfang. Und man wird sie auch in Brandenburg noch einige Zeit zu Gesicht bekommen. Im Barnim sollen sie bis 10. Oktober unterwegs sein, heißt es.
Pendant zu Google Street View
Seit mehreren Jahren ist Apple mit Kamera-Autos in den USA unterwegs, um die Karten-App "Apple Maps" zu verbessern. Nachdem Amerika fast komplett erfasst ist, geht es nun nach Europa – und auch nach Deutschland.
In Deutschland sind seit Juni Kamera-Autos von Apple unterwegs. Sie sammeln Daten für die Karten-App und machen zudem Fotos für 360-Grad-Straßenansichten.
Gedacht sind die Panoramaaufnahmen für die Funktion "Look Around", die hierzulande aber noch nicht angeboten wird. Es gibt sie nur für US-Städte wie New York oder Los Angeles. Die Funktion gilt als Pendant zu Google Street View.⇥red


