Verkehr
: Mit der RB25 über Werneuchen bis Tiefensee

Der Landtagsabgeordnete der Linken, Christian Görke, kann sich eine RB25-Verlängerung über Werneuchen hinaus bis Tiefensee vorstellen.
Von
Kai-Uwe Krakau
Werneuchen, Tiefensee
Jetzt in der App anhören

Der Landtagsabgeordnete der Linken, Christian Görke, kann sich eine RB25-Verlängerung über Werneuchen hinaus bis Tiefensee vorstellen. Noch steht das Signal am Bahnhof Werneuchen in Richtung Tiefensee auf  "Rot". Viele Pendler wünschen sich aber aber eine Verlängerung der Regionalbahnlinie 25.

Kai-Uwe Krakau/MOZ

Auch Werneuchens Bürgermeister Frank Kulicke hat für ein derartiges Projekt nur ein Wort: "Super“. Die Einwohner der ländlichen Regionen müssten bisher erst nach Strausberg oder Eberswalde fahren, um dann die Bahn in die Hauptstadt nutzen zu können. Er verweist zudem darauf, dass die Kommune den Bahn- hofsvorplatz in Werneuchen ausbauen möchte. Dies könnte wiederum Pendler anlocken, womit man Verkehr in der Stadt produzieren würde. „Da wäre eine Bahnverbindung nach Tiefensee oder darüber hinaus natürlich hilfreich“, so der Bürgermeister.

Ab dem Jahr 2024 soll die Bahnlinie RB25 zwischen Berlin-Lichtenberg und Werneuchen teilweise mit einem 30-Minuten-Takt bedient werden. Dafür sind umfangreiche Maßnahmen zur Ertüchtigung der Strecke erforderlich, wie die brandenburgische Landesregierung kürzlich auf eine Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Christian Görke (Linke) antwortete.

Entlastung für die B 158

„Wenn die Landesregierung schon vier Jahre braucht, um etwa den zweiten Bahnsteig in Blumberg zu bauen, dann sollte in diesem Zusammenhang auch gleich die Linie RB25 von Werneuchen nach Tiefensee verlängert werden“, so der frühere brandenburgische Finanzminister. Das würde die stark überlastete Ortsdurchfahrt der B 158 in Werneuchen entlasten und wäre zugleich ein erster Schritt zur von allen Kommunen der Region gewünschten Reaktivierung der „Wriezener Bahn“.

Görke hatte sich erst vor wenigen Tagen bei einem Ortstermin und einer Draisinenfahrt mit Vertretern der Anrainerkommunen, Kreistagsabgeordneten, Bürgerinitiativen und dem Deutschen Bahnkundenverband über die Wiederaufnahme des Bahnbetrieb auf der Strecke zwischen Werneuchen und Wriezen ausgetauscht.

Dabei war deutlich geworden, dass auf der Trasse zwar kein Zugbetrieb mehr stattfindet, die Trasse aber noch vorhanden und nicht rechtlich stillgelegt ist. Mit relativ geringen Modernisierungen beispielsweise der Signal- und Sicherungstechnik sowie einer neuen Bahnsteigkante in Tiefensee könnten zeitnah wieder Personen befördert werden, so der Landtagsabgeordnete.

Nach Angaben des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) soll der 30-Minuten-Takt nach Werneuchen ab Dezember 2024 eingeführt werden – allerdings mit Einschränkungen. Der sogenannte „Zwischentakt“ wird nicht in Ahrensfelde Friedhof, Ahrensfelde Nord sowie Blumberg-Rehhahn halten. Der Halbstundentakt von Montag bis Freitag werde sich uneingeschränkt positiv auf die „Bedienungsqualität der neuen Siedlungsachse bis Werneuchen“ auswirken, antwortete nun Infrastruktur- und Landesplanungsminister  Guido Beermann. auf die Kleine Anfrage. Auch die stündlich angefahrenen Halte würden kapazitiv entlastet und überdies um Fahrten im Früh- und Spätverkehr ergänzt. Die gesamte Maßnahme sei mit dem Land Berlin abgestimmt, so der Minister.

Umbau des Bahnhofs Ahrensfelde wird geprüft

Nach Angaben des Ressortchefs ist für das Vorhaben die Errichtung eines zweiten Bahnsteigs im Bahnhof Blumberg erforderlich. Diese Baumaßnahme könne erst 2024 abgeschlossen werden. Zudem prüfe man einen Umbau des Bahnhofes Ahrensfelde, um doch noch alle Halte häufiger bedienen zu können. Eine Reisezeitverkürzung durch eine weitere Geschwindigkeitserhöhung halte die brandenburgische Landesregierung gegenwärtig für nicht zwingend erforderlich, hieß es aus Potsdam.

Die "Wriezener Bahn"

Die Strecke führte, obwohl sie von Berlin über Wriezen bis weit hinter die Oder führte, viele Jahre ein Schattendasein. Der Vororttarif wurde 1913 verweigert, sodass die sonst umlandtypische Entwicklung der Gemeinden entlang der Bahnachsen hier ausblieb. Erst im Jahr 1938 erfolgte die Aufnahme in den Vororttarif bis Werneuchen. Schon ab 1982 endete der Personenverkehr in Wriezen. Zwischen der Oderbruchstadt und der Oder wurden die Gleise abgebaut und auf der Trasse 2005 ein Radweg angelegt. 1998 endete der Betrieb zwischen Tiefensee und Wriezen, ein Jahr später erfolgte die Stilllegung. 2006 wurde der Betrieb zwischen Werneuchen und Tiefensee abbestellt.  ⇥au