Akkordarbeit
: Adelheid und Monika Janke bereiten mit ihrer Familie um die 70 Kuchen für das Drachenfest zu

Seit 20 Jahren backen Monika und Adelheid Janke die Kuchen für das Locktower Drachenfest. Was klein begann, hat sich im Verlauf der Zeit zu einer logistischen Herausforderung entwickelt. Mittlerweile gehen an beiden Veranstaltungstagen bis zu 70 Kuchen über die Verkaufstische
Von
Bärbel Kraemer
Locktow
Jetzt in der App anhören
  • Monika Janke wartet auf einen ihrer leckeren Kuchen aus dem Ofen. Fotos: B. Kraemer

    Monika Janke wartet auf einen ihrer leckeren Kuchen aus dem Ofen. Fotos: B. Kraemer

    B. Kraemer
  • Gute Laune beim backen: Adelheid Janke macht sich an die Zubereitung von einem ihrer zahlreichen Kuchen.

    Gute Laune beim backen: Adelheid Janke macht sich an die Zubereitung von einem ihrer zahlreichen Kuchen.

    B. Kraemer
  • zum 20. Drachenfest in Locktow gab es auch eine große Drachenfesttorte. Wer sie wohl gebacken hat?

    zum 20. Drachenfest in Locktow gab es auch eine große Drachenfesttorte. Wer sie wohl gebacken hat?

    Janke
1 / 3

Mittlerweile gehen an beiden Veranstaltungstagen bis zu 70 Kuchen über die Verkaufstische — in machen Jahren musste sogar nachgebacken werden. Für die beiden Frauen aus Locktow ist damit jeweils ein großer Backtag verbunden.

„Zum Glück werden schon von unseren Töchtern und Schwiegertöchtern unterstützt“, sind sich Monika und Adelheid Janke einig. In der Großfamilie haben sich mehr als 15 Backhelfer gefunden, die unter Federführung der beiden Damen dafür sorgen, dass das Kuchenbuffet ordentlich gefüllt ist.

Bei Monika Janke begann das große backen am Freitagmorgen um 5 Uhr. Wie in den vergangenen Jahren lagen acht Bleche Stachelbeerkuchen mit Baiserdecke und sieben Bleche Quarkkuchen in ihrer Verantwortung. Damit die Arbeit reibungslos von der Hand geht, wurden die 15 Kuchenbleche schon am Abend zuvor eingefettet. Die Zutaten — die in XXL–Mengen eingekauft werden, stehen längst bereit. Unter anderem 24 Gläser Stachelbeeren und einige Stiegen Quark. Die Kuchen, die die Küche von Monika Janke später verlassen, haben alle einen Quarkölteig. „Wir haben uns jeder auf bestimmte Kuchensorten spezialisiert“, sagt sie und erzählt, dass Schwägerin Adelheid wiederum für den Hefeteig zuständig ist.

Die einzelnen Arbeitsschritte gehen ihr zügig von der Hand. Monika Janke bäckt in zwei Herden gleichzeitig und meistert beim Teig rühren, Teig ausrollen, Teig belegen, Kuchen abbacken und abwaschen eine logistische Herausforderung. Dabei lässt sie sich durch nichts aus der Ruhe bringen. „In all den Jahren hat man doch Erfahrungen gesammelt“, bemerkt die 56–Jährige und erzählt, dass sogar Ehemann Detlef und Sohn Daniel ihren Teil für das Kuchenbuffet beitragen. Die beiden Männer zeichnen sich für den Waffelteig verantwortlich. Auch in dieser Position wird in XXL–Mengen gedacht. Pro Tag werden den Erfahrungen der letzten Jahre nach sechs Eimer Waffelteig à acht Liter Inhalt gebraucht. „Frisch gebacken wird dann an vier Waffeleisen gleichzeitig“, so Monika Janke weiter.

Am anderen Ende des Dorfes hat Schwägerin Adelheid alle Hände voll zu tun.

Beschlagene Fensterscheiben und der Duft von frischem Hefekuchen weisen förmlich den Weg zu ihr. Seit Punkt 6 Uhr steht die 60–Jährige in der Küche. Um 7 Uhr schob sie das erste Kuchenblech in den Ofen. Ihre Aufgabe ist es, Streuselkuchen, Kirschkuchen mit Streuseln und Kirschkuchen mit Guss zu backen. Auch ihr Ablieferungssoll umfasst 15 Bleche Hefekuchen. Im Verlauf des Backtages setzt sie dreimal frischen Hefeteig an und lässt sich dabei nicht aus der Ruhe bringen. Einzig, man kommt ins schwitzen in der Küche. Türen und Fenster bleiben zu, damit der Hefeteig gut geht. „In all den Jahren hat man seine Arbeitsschritte perfektioniert“, sagt sie lachend und widmet sich einer großen Schüssel, in der sie aus Mehl, Zucker, Milch, Eiern und frischer Hefe eine weitere Portion Teig zubereitet. Hefeteig — nicht jedermanns Sache — gelingt ihr immer. Sie erzählt, vor vielen Jahrzehnten einen Backkurs bei der Volkshochschule absolviert zu haben. Ihre Lehrerin war die beste Backfrau aus Brück und Umgebung. „Das war Frau Fano. Der Kurs bei ihr hat damals 20 Ostmark gekostet“, so Adelheid Janke. Unter anderem lernte sie bei ihr auch die hohe Kunst des Hefekuchenbackens. „Damit die Streusel gut haftet, benetze ich den Teig mit Zuckerwasser“, verrät die 60–Jährige. Dann gibt sie eines ihrer Backgeheimnisse preis. Damit der Streusel gelingt, beim zubereiten auf kalte Hände und kalte Butter achten.

Beim verabschieden geht ihr Blick kurz zum Nachbarhaus. Dort winkt die Tochter aus der Küche — mit dem Mixer in der Hand. Sie steuert Papageienkuchen für das Fest bei. Andere Schokoladenkuchen, Obstböden und weitere süße Sachen. Auch die Betreuung des Kuchenstandes liegt am Veranstaltungswochenende in den Händen der Großfamilie Janke — jeder hilft wo er nur kann. Für Drachenfestcheforganisator Frank Miklis sind sie ein großes Glück. Dankend sagt er: „Ich kann mich immer auf sie verlassen.“

Lesen Sie mehr zum 20. Locktower Drachenfest im BRAWO am kommenden Sonntag, 20. Oktober.