Anlegermesse der Brandenburger Bank
: Wie Aktien, Wertpapiere und Betongold mehr aus Erspartem machen

Wie man sein Geld richtig anlegt, offenbarte die 7. Anlegermesse der Brandenburger Bank im Brandenburger Theater.
Von
Th. Messerschmidt
Brandenburg
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  • Finanzexperte und Fondmanager Norbert Faller brachte dem Publikum auf unterhaltsame, verständliche und lehrreiche Weise die Themen Aktien und Börse nah.

    Finanzexperte und Fondmanager Norbert Faller brachte dem Publikum auf unterhaltsame, verständliche und lehrreiche Weise die Themen Aktien und Börse nah.

    Th. Messerschmidt
  • Die Zeit bei der Anlegermesse war gut investiert.F.: tms

    Die Zeit bei der Anlegermesse war gut investiert.F.: tms

    Th. Messerschmidt
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Wer aus seinem Ersparten mehr machen will, sollte auf Aktien, Wertpapiere oder „Betongold“ setzen, was allerdings einige Kenntnisse und etwas Mut voraussetzt. Die Brandenburger Bank hat einen volksnahen und unterhaltsamen Weg für die Ermutigung und Wissensvermittlung gefunden und zur nunmehr „7. Anlegermesse“ eingeladen. Was einst in überschaubarer Runde in der Filiale seinen Anfang nahm, füllt inzwischen das Große Haus des Brandenburger Theaters — samt Foyer, in dem das Buffet angerichtet wird und sich Spezialisten an diversen Messeständen auf Fragen und Gespräche freuen und gern Kernprognosen wagen.

Die große Show aber findet auf der Bühne statt, moderiert von Michael Werner, Bereichsleiter Vermögensbetreuung. Der läutete die 7. Anlegermesse mit einem visuellen Zeitraffer ein — geschuldet dem 90. Jubiläumsjahr der Brandenburger Bank, gegründet am 15. April 1930 als Brandenburger Spar– und Kreditbank eGmbH. Sogleich aber holte Werner das Publikum zurück in die Gegenwart: „Danke, dass Sie trotz Corona so zahlreich erschienen sind.“ Selbst wenn Florian Silbereisen seine Shows abgesagt habe, „wir nicht!“. Das Kommen sollte sich lohnen, denn auch „Geldanlage lohnt sich noch, und das wollen wir Ihnen heute zeigen.“  Eine nicht ganz uneigennützige Nettigkeit, denn was Bänkern in Anbetracht eines negativen Realzinses von —0,6%   Sorge bereitet, „ist dieser Bargeldbestand. Das meiste Geld schlummert auf Büchern und Sparbüchern und Tagesgeldkonten“, schildert Werner, der sich von Petra Greif von der Börse Berlin bestätigen lässt: „Nur 15 Prozent aller Deutschen haben in Aktien investiert. Fonds eingeschlossen.“

Mehr Menschen zum Investieren zu überreden, war sodann Aufgabe von Norbert Faller. Der Manager eines der größten Fonds der Union Investment gewährte Einblicke in seine Arbeitswelt, zeigte Zusammenhänge auf, machte die Themen Börse und Aktie begreifbar. Eine Stunde füllte die Bühne als Alleinunterhalter aus und sorgte vermutlich dafür, dass sich bald manch Sparstrumpf leeren sollte. Angefangen bei der Aktien-Übung mit der Hermès–Tasche von EZB–Präsidentin Christine Lagarde. Die koste 48.600 Euro, woran die Firma rund 50 Prozent verdiene. Lieferzeit 60 Monate. Fallers Empfehlung: „Sie müssen nicht die Tasche besitzen, sondern Aktien von Hermés haben.“  Fallers Tipp wegen der depressiven Stimmung am Aktienmarkt: „Nutzen Sie diese Zeit, gehen Sie zu Ihrem Berater und kaufen Sie bitte einen Aktienfond!“  Er glaubt, die Corona–Welle sei bald vorbei, „das Ding wird bei 20 Grad verschwinden wie jede Grippewelle.“ Die Weltwirtschaft wird das verkraften, sei aber sensibler geworden. „2017/18 hatten wir die stärkste Grippewelle seit 30 Jahren. Damals sind 25.000 Menschen in Deutschland gestorben. Einen wirtschaftlichen Einbruch gab’s nicht.“ Anders 2020, „da Autobauer nur noch 30 Tage mit Corona leben können, wenn die Lieferkette reißt.“ Solche Auswüchse sind kaum vorhersehbar. Doch könne sich die durch Corona verursachte Kurskorrektur auf dem Aktienmarkt für Neu–Anleger auszahlen. Generell aber gelte: „Sie müssen wissen, was in sechs Monaten in der Welt passiert — das ist Börse.“ Ein sicherer Tipp sei, „lassen Sie die Finger von Bankaktien.“ Amazon hingegen lohne sich immer, oder Apple: „56 Millionen Apple 11 wurden in 90 Kalendertagen verkauft. Macht 56 Milliarden Euro. Dazu die Ohrhörer und Uhren. Apple hat 93 Milliarden Euro Umsatz in 90 Tagen gemacht! Sie müssen kein Apple–Handy haben, aber sie sollten die Aktien besitzen.“ Apropos Handy: „Was heißt 5G? Kommunikation in Echtzeit. Wenn Sie 1992 den aktuellen James–Bond–Film runterladen wollten, hätten sie 64 Tage gebraucht. Heute 5 Sekunden! Wir müssen die Firmen herausfinden, die damit Geld verdienen.“ Nicht nur die Handyhersteller und Netzbetreiber, sondern beispielsweise die Medizintechnik. „Der Einsatz von Operationsrobotern explodiert. Die Präzision steigt, Revisionsoperationen sinken. Wir können Simultanoperationen von Los Angeles aus in Frankfurt am Main durchführen.“ Das lassen sich Krankenkassen einiges kosten und das könne sich auch für Anleger lohnen. Lohnenswert auch: die Tesla–Aktie. „Ich wurde letztes Jahr nach der Anlegermesse gefragt, ob es sich lohne, in Tesla–Aktien zu investieren. Ganz bestimmt! Da lag die Aktie bei 280 Euro und im Februar 2020 über 800.“ Abschließender  Faller–Tipp: „Investieren Sie kontinuierlich. Das zahlt sich aus. Und die Grabpflege ihrer Enkel fällt garantiert sorgfältiger aus.“