Brandenburg an der Havel: DRK Wasserwacht: Boot aus Quenzsee geborgen
Aktuellen Erkenntnissen zufolge hatte das Boot ein Leck im Rumpf, woraufhin das es zu sinken begann. Dabei hing es zunächst noch in den Leinen, Sturm Sabine riss jedoch durch starke Windböen und dem einhergehenden hohen Wellengang das Oberdeck vom Schiff und die Klampen der Heckplattform aus, sodass das Schiff gänzlich sank.
Vergangenen Sonnabend, 15. Februar, rückte deshalb die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes gegen an, um das Schiff zu bergen. Nach einer ersten Lageerkundung war klar: Das Schiff war größtenteils im Schlamm eingesunken und die meisten der üblichen Anschlagpunkte wie Klampen, ausgerissen. Eine simple Befestigung von Hebetechnik wurde so unmöglich, sodass das Schiff in mehreren Schritten von einer Seite gehoben und in Schräglage gebracht werden musste. Anschließend konnten dann Schlupfe untergeschoben werden und auf jeder Seite Hebetechnik angebracht und gefüllt werden. Das Schiff stieg so Richtung Wasseroberfläche und eine weitere Hebetechnik konnte angebracht werden. Unter Wasser herrschte dabei teilweise sehr schlechte Sicht, sodass die Taucher zeitweilig blind arbeiten mussten. Nach gut acht Stunden Arbeit kam dann der Einbruch der Dunkelheit hinzu, das die Arbeiten zusätzlich erschwerte.
„Aufgrund der fehlenden Anschlagpunkte wurde der hintere Schlupf im Weiteren durch Motorkraft des Rettungsbootes in Richtung Heck gezogen, sodass dieser von der Mitte des Schiffs ins letzte Drittel gezogen werden konnte. So konnte nun vorn, mittig und im hinteren Bereich Hebetechnik angebaut werden. Etwa fünf Stunden und rund 4 Tonnen Hebetechnik später, gelang es den Tauchern der Wasserwacht das Schiff an die Wasseroberfläche zu bekommen“, berichtet Florian Bialloblotzki, Leiter der Wasserwacht, der weiter ausführt, dass die an der Unglücksstelle entlanglaufende Wasserschifffahrtsstraße, die Steganlage der Marina sowie andere in der Nähe liegende Boote eine besondere Herausforderung darstellten. Außerdem raute der Wind plötzlich auf und erschwerte der Bootsbesatzung das Schiff von mehreren Tonnen über eine Strecke von rund 250 Metern bis zum rettenden Kran zu schleppen.
Erst gegen 1.30 Uhr Nacht konnten die 13 Helfer der Wasserwacht durchatmen: Das Schiff konnte ausgepumpt und trotz immer stärker werdenden Windes sicher an Land gehoben werden. Bialloblotzki resümiert: „Unsere Einsatzkräfte haben mit insgesamt 185 ehrenamtlichen Stunden unglaubliches geleistet. Sowohl für die Taucher im eiskalten Wasser als auch für die Helfer an Land bei kaltem Wind war die Aktion wirklich Kräfte zerrend. Alle waren erleichtert, als das Schiff an Land stand und ich war unglaublich stolz auf unsere Helferinnen und Helfer. Die notwendige Technik konnten wir uns teilweise von umliegenden Verbänden ausleihen, da aktuell unsere finanziellen Mittel dafür nicht ausreichen.“
Die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes unterhält aktuell fünf Taucher im Rettungsdienst und konnte dank mehreren Spenden in diesem Frühjahr notwendige Atemtechnik finanzieren. „Ohne diese Unterstützung wäre der Bergungseinsatz vom Wochenende beispielsweise nicht mehr möglich gewesen und wir hätten unsere Arbeit inzwischen einstellen müssen“, so Bialloblotzki abschließend.
Weitere Informationen zum Roten Kreuz unter www.drk-brandenburg-havel.de.

