Buchveröffentlichung
: Von der Havel doppelt inspiriert

Johannes Wilkes hat die Havel 2014 fünf Tage lang von der Quelle bis zur Mündung erradelt und daraus gleich zwei Bücher gemacht.
Von
Alexandra Gebhardt
Brandenburg
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  • Pause vor der Fouqué-Bibliothek in der Havelstadt in guter Gesellschaft. Die Figur von Herr Müller Lüdenscheidt bot auch dem Lorriot-Fan und Autor des „Kleinen Havelbuchs“ Johannes Wilkes ein gutes Fotomotiv.

    Pause vor der Fouqué-Bibliothek in der Havelstadt in guter Gesellschaft. Die Figur von Herr Müller Lüdenscheidt bot auch dem Lorriot-Fan und Autor des „Kleinen Havelbuchs“ Johannes Wilkes ein gutes Fotomotiv.

    privat
  • Seit einigen Wochen im Handel zu haben ist „Der Fall Fontane“ (ISBN: 978 3839 224311). Im März erscheint nun Johannes zweites Werk, das durch seine Reise entlang der Havel inspiriert ist: „Das kleine Havelbuch“ (ISBN: 978 37917 30295).

    Seit einigen Wochen im Handel zu haben ist „Der Fall Fontane“ (ISBN: 978 3839 224311). Im März erscheint nun Johannes zweites Werk, das durch seine Reise entlang der Havel inspiriert ist: „Das kleine Havelbuch“ (ISBN: 978 37917 30295).

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So beschreibt der am 13. Februar veröffentlichte Kriminalroman „Der Fall Fontane“ fiktiv die spannende Jagd auf einen Mörder, der sein Opfer ausgerechnet im Fontane–Jahr 2019 unter dem Birnenbaum von Ribbeck umbringt. Auf seine Leiche stößt das durch die Mark Brandenburg radelnde Paar, Kommissar Mütze und sein Lebensgefährte Karl–Dieter, deren zwischenmenschliche Krise dem Leser abseits des Mordes Einblicke in moderne Beziehungen  gewährt. Sie nehmen sich dem Fall an, werden nach und nach in eine blutige Geschichte verwickelt und treffen bei ihren Ermittlungen immer wieder auf einen Mann im Fontanekostüm. Was er mit dem Fall zu tun hat, diese Frage wird nach 282 spannenden Seiten beantwortet. Ein wahrer Lesegenuss – nicht nur für Fontane–Kenner.

Eine ganz andere Form, um seine vielfältigen Erlebnisse entlang der Havel zu verarbeiten, wählt der mehrfache Literaturpreisträger mit dem „Kleinen Havel–Buch“, das als eine Art Reisebericht Begegnungen mit den unterschiedlichen Menschen und deren Leben entlang des Flusses beschreibt. Ein Buchgenre, das Wilkes nicht fremd ist. Bereits im vergangenen Jahr veröffentlichte er „Das kleine Isar–Buch“, das nach dem gleichen Prinzip aufgebaut ist. Vergleichbar sind die beiden Gewässer für den gebürtigen Dortmunder jedoch nicht. „Die Havel hat einen gänzlich anderen Charakter als die Isar. Die Isar hat es bei ihrem Lauf die Alpen hinab sehr eilig, die Havel nimmt sich Zeit, geht oft in die Breite und bildet malerische Seen. Auch wenn es durch Städte wie Berlin oder Potsdam geht, wird es doch nie hektisch, Autos begegnet man nur selten“, so Wilkes, der sich  auf 192 Seiten mit Witz und Charme u.a. den Stationen Brandenburg an der Havel, Rathenow, Werder, Potsdam und Berlin widmet. Als ein besonderer Abend im Gedächtnis geblieben ist dem Autor dabei ein Abend in einer Gastwirtschaft in Plaue. „Wir haben spontan gesungen und ein Gitarrist klärte mich über das Wesen der Märker auf. Er sagte: ‚Wir sind eigentlich Rheinländer, die mit Havelwasser gewaschen sind.’“

Begeistert haben Wilkes in der Havelstadt zudem die restaurierten Kirchen und der Fakt, dass es in Brandenburg eine kleine Backsteinkirche gibt, die man versetzt hat: die Verrückte Kapelle. „Eigentlich würde der Havelradweg mitten durch die Kapelle führen. Eine Kirche zu verpflanzen, statt sie abzureißen, spricht das nicht für die Liebenswürdigkeit der Brandenburger?“,  beschreibt Wilkes seine Gedanken, die in diesem Buch abermals auch um Theodor Fontane kreisen. „An der Havel begegnet man dem großen Märker auf Schritt und Tritt. Aber auch andere bedeutende Menschen haben eine enge Beziehung zur Havel gehabt, Heinrich Schliemann etwa, der Entdecker Trojas, hat seine Kindheit an der Havelquelle verbracht, die Brüder Humboldt an der Bucht am Tegeler See. Albert Einstein hat bei Caputh gesegelt, Max Liebermann hat am Havelufer wunderbare Bilder gemalt, dramatisch war das Ende von Heinrich von Kleist. Ihnen und vielen anderen habe ich nachgespürt, natürlich auch den Preußenkönigen, welche die Havelanhöhen mit ihren Schlössern verziert haben“, so der 58–Jährige zu seinem Werk, das ab März im Handel zu haben ist und mit 73 farbigen Bildern viele Märker in seinen Bann ziehen wird. Bei allen anderen ist Fernweh garantiert.