DRK: Wasserwacht trainierte in Brandenburg an der Havel mit Einsatzübungen für den Ernstfall

Die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes Brandenburg an der Havel führte am Wochenende mehrere Einsatzübungen durch.
BialloblotzkiEnde Juli verlor in Brandenburg an der Havel der dritte Mensch in diesem Jahr sein Leben durch den Ertrinkungstod. Die Wasserwacht unterhält einen Wasserrettungszug, um auf Notfälle im, am, unter oder auf den Gewässern der Havelstadt und der umliegenden Landkreise reagieren zu können.
,,Jährlich kommen mehr Menschen durch den Ertrinkungstod als durch Feuer und Rauch durchs Leben. Durch den warmen Sommer sowie den ausbleibenden Fernreisen durch die Eindämmungsverordnungen verzeichnen wir zunehmende Zahlen der Wassersportler und Badenden an Freibadestellen.“, so Bialloblotzki weiter.
Am Freitag gegen 18 Uhr gab es den ersten Übungsalarm: 5 Personen im Wasser unter der Luckenberger Brücke — mehrere Verletzte.
Ursächlich war dabei folgender erdachter Sachverhalt: Ein Vater und seine Tochter fuhren auf einem Stand–Up Paddle. Jugendliche sprangen von der Brücke und landeten auf dem Wassergefährt. Eine Person mit Kopfverletzung war bewusstlos, drei weitere Personen verletzt — die Verletzungen wurden mit Filmschminke realistisch nachgestellt.
Volkmar Schade war an diesem Tag Einsatzleiter und beschreibt den Verlauf wie folgt: ,,Nach Erhalt des Einsatzstichwortes löste ich den Alarm aus und entsendete die Einsatzkräfte. An der Luckenberger Brücke rückten Wasserretter über Land an und begaben sich zur Rettung ins Wasser. Parallel wurde eines unserer Rettungsboote besetzt und begab sich auf Anfahrt. Währenddessen bereitete sich die Tauchgruppe auf ein Nachrücken vor, um ggf. versunkene Menschen oder Sachen suchen zu können. Unsere Helfer sind alle ehrenamtlich aktiv und kommen daher zu unterschiedlichen Zeiten in unserem Verband an. Dadurch kommt es zu diesem gestaffelten Ausrücken der Einsatzkräfte.“.
Der Übungssachverhalt ist leider gar nicht so abwegig. Immer wieder kommt es im Zusammenhang mit Sprüngen von Brücken zu Verletzungen. ,,In diesen Zusammenhang möchten wir diese Übung auch als Warnung verstanden wissen“, erklären die Wasserretter.
Am Samstag erreichte die Einsatzkräfte um 11:18 Uhr der nächste Alarm. Am Wusterwitzer See führte eine Verpuffung an einem Grill zu schweren Verbrennungsverletzungen bei zwei Jugendlichen. Darüber hinaus war ein Hobbytaucher zu schnell aufgetaucht und hatte Anzeichen eines Tauchunfalls (Dekompressionserkrankung). Direkt nach dem Eintreffen sprang eine Wasserretterin ins Wasser und schwamm von Land zum verletzten Taucher. Parallel wurde das Rettungsboot ,,Schwan“ besetzt und konnte den Taucher inkl. Wasserretterin aufnehmen. Derweil betreuten Sanitäter die Verletzten der Verpuffung an Land.
Gespannt warteten die Einsatzkräfte auf einen weiteren Einsatz. Entwarnung: ,,Am Samstagnachmittag verzeichneten wir 35°C und volle Badestrände in der gesamten Stadt. Ich habe mich dazu entschlossen weitere Übungen für diesen Tag abzusagen. Stattdessen setzten wir zwei Rettungsboote für Streifenfahrten bis in den Abend ein. Gegen 20:15 wurde eines der Streifenboote zu einem Ernstfall alarmiert und war in nur etwa zwei Minuten vor Ort. Ein Mann war in eine Glasscherbe getreten und blutete sehr stark.“, berichtet Bialloblotzki.
Sonntag, 11 Uhr: Über der Havel steigt Rauch auf. Ein Passant meldet ein brennendes Floß, mehrere Verletzte, auch im Wasser. Alarm für die Helfer der Wasserwacht und die Freiwillige Feuerwehr Briest. Die Rauchgranate und die Hilfeschreie hinterlassen Eindruck bei den eintreffenden Einsatzkräften.
Wasserretterin Martha Dierks beschreibt die Herausforderungen: ,,Am Sonntag war ein perfektes Zusammenspiel der einzelnen Einheiten– also Wasserretter, Bootstrupp und Sanitätshelfer– gefragt, um alle Betroffenen zu retten und adäquat versorgen zu können. Zudem konnten wir in der Zusammenarbeit mit der Feuerwehr voneinander lernen. Das lief wirklich gut. Über das Wochenende wurden neue Abläufe immer besser verinnerlicht.
Auch am Sonntag konnte neben der Übung eine reale Hilfeleistung durchgeführt werden. ,,Während des Übungseinsatzes fuhr ein Boot auf unsere Einsatzkräfte zu. Eine Badende hatte eine Schnittverletzung am Fuß und bat um Hilfe. Nach der Versorgung konnte sie vor Ort entlassen werden. Ich bin sehr stolz auf die Leistungen unserer Einheit und danke jedem Ehrenamtlichen, der in seiner Freizeit für mehr Sicherheit sorgt.“, resümiert der Leiter der Wasserwacht.
Interessierte erreichen die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes unter wasserwacht@drk-brandenburg-havel.de oder unter 0173 2322927. Im Notfall ist die 112 zu wählen.