Freibad: Ungetrübte Badefreuden

Ralf Boost von den Johannitern, Peter Handel, Geschäftsführer der Boss GmbH, Bürgermeister Hans-Joachim Linthe und Amtsdirektor Thomas Hemmerling (v.li.) bei der Vertragsunterzeichnung.
B. KraemerDie Unterzeichnung der Vereinbarung erfolgte zu Beginn der Stadtverordnetenversammlung und wurde von den Abgeordneten fraktionsübergreifend positiv bewertet. Der Vertrag sichert nicht nur die Saison 2019 ab, sondern soll langfristig für ungetrübte Badefreuden sorgen.
Amtsdirektor Thomas Hemmerling erklärte, dass die Johanniter, die in der Stadt auch die Kindertagesstätte „Spatzennest“ betreiben, wie in den vergangenen Jahren den Bademeister und Rettungsschwimmerstellen werden. Die Firma B.O.S.S, die in Niemegk wiederum die Schulküche betreibt, wird künftig den Kioskverkauf absichern. Die Stadt ihrerseits sorgt für die technischen Voraussetzungen, damit das Bad zum Saisonbeginn öffnen kann.
Nachdem der bisherige Pächter des Niemegker Freibades, Lego–Modellbauer René Hoffmeister, bereits im Frühjahr 2018 angekündigt hatte, seinen Vertrag mit der Stadt zum Jahresende nicht mehr zu verlängern, begann die Suche nach Alternativen. Er hatte das Bad fünf Jahre lang betrieben. In dieser Folge wurde mit Vereinen, Unternehmen, Einwohnern und Kommunalpolitikern beraten, wie der Fortbestand mit Blick auf die schwierige Finanzlage der Stadt auf sichere Füße gestellt werden könnte. In dieser Gesprächsrunde stand auch die Gründung eines Vereins zur Diskussion, die Idee wurde jedoch wieder verworfen. Die Sorge um den Erhalt des Freibades kam auch im B.O.S.S. Team der Schulküche zur Sprache, die ihrerseits nach Kräften helfen wollten. Darauf basierend wurde nach Aussage von Amtsdirektor Thomas Hemmerling der Gesprächsfaden aufgegriffen und die Problematik um den Fortbestand des Bades in die Chefetage des Unternehmens getragen. So entstand die Idee, den Betrieb des Freibades welches im Sommer 2018 von 7.000 Badegästen besucht wurde, über einen Kooperationsvertrag abzusichern. Mit den Johannitern als weiteren Partner war das passende Konstrukt dafür gefunden.
Bürgerschaftliches Engagement bleibt auch weiterhin gefragt. So sind Privatleute, Förderer und Sponsoren gesucht, die den Betrieb auf breiter Ebene unterstützen. Unter anderem sollen mit Veranstaltungen viele Besucher angelockt werden, um die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben und damit den Zuschuss zum Badbetrieb gering zu halten. Das Eintrittsgelder und Kioskbetrieb nicht ausreichen, um kostendeckend zu arbeiten, hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt. Über ein gemeindeübergreifendes Finanzierungskonzept zum Badbetrieb erhält die Stadt weiterhin Unterstützung durch die Gemeinden Rabenstein/Fläming, Planetal und Mühlenfließ, so dass es in den kommenden Jahren auch gelingen kann, den Sanierungsrückstand im Freibad abzubauen.
Nach Unterzeichnung des Papiers beginnt jetzt die intensive Saisonvorbereitung. Unter anderem müssen vor dem Start in die Badesaison noch einige Verrohrungen ausgebessert und ein Filter repariert werden. „Einige Bretter werden wir noch bohren müssen. Mit der Kooperationsvereinbarung bin ich mir sicher, dass wir es schaffen“, so Hemmerling zuversichtlich.