Fridays for Future: Brandenburger protestieren für den Klimaschutz
Vorneweg läuft Mitorganisator Vincent Bartolain, der in Potsdam bereits mehrere Klimastreik–Demonstrationen betreut hat. Mehr als 1800 Teilnehmer sind seinen Angaben zufolge hier zuletzt mitgelaufen. „Jetzt wurde es Zeit, dass auch die Brandenburger auf die Straße gehen“, so der 18–Jährige aus Deetz, der im Sinne des Klimaschutzes vor allem den Verzicht auf Plastikmüll fordert und Autos aus der Innenstadt am liebsten gänzlich verbannen würde. Auch wenn das sicherlich längst nicht allen Havelstädtern gefallen würde.
„Ich verstehe den Hype, den gerade die Jugendlichen jetzt um das Klima machen, nicht so richtig. Gerade bei dieser Generation muss doch ständig alles neu sein. Vielen ist wohl nicht klar, dass allein ein Wandel ihres Konsums viel bewirken würde“, kommentiert Günter Rappsert die Veranstaltung kopfschüttelnd am Rande. Er kritisiert, wie so viele, ebenfalls, dass die Schüler zudem während der Schulzeit und nicht etwa an einem Samstag auf die Straße gehen. Tatsächlich schwänzten jedoch die wenigstens Schüler, die am Freitag durch die Havelstadt zogen, den Unterricht. Viele hatten bereits Schulschluss, andere wurden durch nach Absprache mit den zuständigen Lehrern für die Demonstration freigestellt.
Dass die Jugend sich so für den Klimaschutz einsetzen, lobt hingegen Erhard Gottschalk. Der 72–Jährige ist mit seinen drei Enkeltöchtern Lina, Mia und Eva zu den Protesten gekommen, hält ein grünes Schild mit dem Satz „Wir haben die Erde von unseren Kindern geborgt“ in die Höhe. „Ich war schon in den Achtzigern für den Klimaschutz aktiv. Unsere Forderungen waren damals ähnlich. Deshalb finde ich es umso besser, dass die Jugend sich nun so engagiert“, sagt Gottschalk, der hofft, dass die Proteste im Sinne der Zukunft der Jugendlichen wirklich etwas bewirken.
Zumindest der Grundstein dafür scheint gelegt. Demonstrieren will man deutschlandweit jedoch bis das im Pariser Klimaabkommen vereinbarte Ziel von maximal 1,5 Grad Erderwärmung eingehalten wird — auch in Brandenburg an der Havel. „Wir planen in gut vier Wochen eine weitere Demo“, ließ Vincent Bartolain wissen. Der genaue Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben.


