Hallenbad: Baukosten über 20 Millionen Euro

René Franke vom Architekturbüro BAUCONZEPT stellt die Ausführungsplanung für das Falkenseer Hallenbad vor.
Stephan AchillesDemnach soll das Bauwerk am Standort Ecke Seegefelder-/ Seeburger Straße neben der Schwimmhalle mit drei Becken dem Foyer und einem Bistro auch einen Saunabereich und Kegelbahnen enthalten. Das entspräche der auf den Webseiten der Stadt www.Falkensee.de vorgestellten Maximalvariante. Franke bezeichnet das geplante Objekt als „rein funktionales, schwimmorientiertes Bad mit den Add-ons Sauna und Kegeln“.
Im Badehallenbereich soll für Schwimmer ein 25 Meter Becken mit 1 Meter und 3 Meter Sprungmöglichkeiten entstehen. Daneben sind ein Schwimmlern- und Multifunktionsbecken mit 1,35 Metern Wassertiefe, ein Planschbecken mit Wärmebank, Kaskaden und Wasserspritzen sowie eine Rutschbahn mit eigenem kleinen Landebecken vorgesehen. Vom Bad aus soll es direkte Übergänge ins Bistro und den Saunabereich geben. Für separate Besuche der Sauna mit Dampfbad, Aufgusssauna, Tauchbecken, Kneippgängen, Unterhaltungs- und Ruhebereichen sind zusätzliche Umkleide- und Sanitärbereiche vorgesehen. Alles soll rollstuhlgerecht werden.
Wärme und Strom werden in einem eigenen Blockheizkraftwerk erzeugt, womit nach den Worten des Architekten ein sehr niedriger Energieverbrauch erreicht werden kann. Die Baukosten gibt das Architekturbüro, welches schon weit mehr als ein Dutzend vergleichbarer Projekte geplant hat, mit rund 20,7 Mio. Euro an, verweist aber auch auf aktuell jährlich um ca. fünf Prozent steigende Kosten.
Die Betriebskostenplanung stellte Thomas Meier von GMF vor. Die Firma aus München-Neuried betreibt derzeit 21 Bäder in Deutschland und berät zusätzlich ca. 40 weitere Anlagenbetreiber. Schon einleitend weist er darauf hin, dass eine Deckung der Betriebskosten durch die Eintrittspreise nicht zu erwarten ist. Dazu müssten pro Person 10 bis 15 Euro verlangt werden. „Alle diese Anlagen in Deutschland sind defizitär“, betont er. Personal- und Energiekosten würden bis zu 70 Prozent der Gesamtkosten ausmachen.
Der Bedarf für die Falkenseer und das Umland für ein familiengerechtes Sportbad sei jedoch vorhanden. Als absolut realistisch bezeichnet er ein jährliches Potential von ca. 100.000 Sauna- und Schwimmbadbesuchern, 30.000 Schülern und 5.000 Kegelbahnnutzern. Geöffnet sein sollte das Bad an 340 Tagen im Jahr für 12 Stunden, etwa von 8 bis 21 Uhr, der Saunabereich und die Kegelbahn acht Stunden täglich. Schulen, Vereine und Öffentlichkeit könnten die Anlagen parallel nutzen.
Am teuersten wäre der Saunabesuch für Erwachsene mit vorgeschlagenen 13 Euro, am günstigsten das Schwimmbad für Kinder mit etwa 2,50 Euro. Ermäßigungen sollen über Dauer- und Familienkarten ermöglicht werden. Der jährliche Umsatz werde auf 1,1 Mio. Euro geschätzt, führt Thomas Meier aus. Etwa 21 Vollzeitarbeitsplätze würden entstehen. Um die Betriebskosten zu decken, bestünde ein Bezuschussungsbedarf von rund 565.000 Euro. Zusammen mit der Abschreibung, Kapitaldienst und sonstigen Kosten müsste die Stadt mit einem jährlichen Aufwand von rund 1,126 Mio. Euro rechnen.
Ausgaben, die es wert sind, meinen die anwesenden Vertreter von Senioren- und Behindertenbeirat, dem Keglerverein und auch vom ASB. Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, verweist darauf, dass Falkensee als Mittelzentrum auch eine Verantwortung für das Umland besitzt und dass sportliche Betätigung ein Grundbedarf ist.
Wie es weitergehen soll, weiß Bürgermeister Heiko Müller. Nachdem die SVV 2018 zwar einer Fortführung der Planung, jedoch noch nicht dem Bau zugestimmt hat, steht die Entscheidung im September erneut an. Bis dahin wird auch die Baugenehmigung auf der Grundlage der bereits eingereichten Bauantragsunterlagen erwartet. Sollten sich Stadtverwaltung und SVV dann einig sein, könnten die Bauleistungen ausgeschrieben werden. Bei einem Baustart im nächsten Frühjahr und ca. zwei Jahren Bauzeit wäre eine Eröffnung 2021/22 möglich.
„Und was wird mit dem vorhandenem Falkenseer Waldbad?“ wird gefragt. Die Antwort des Bürgermeisters lautet: „Es ist im guten Zustand, daher gibt es keinen Grund zur Schließung. Sollte jedoch mal eine Grundsanierung anstehen, muss man überlegen, ob man das Waldbad schließt und ein Freibad auf der am Hallenbad vorgehaltenen Fläche neu baut.“