Handball-Oberliga
: SV 63 Brandenburg-West ärgerten den Tabellenführer aus Usedom

Nachdem die Handballer des SV 63 Brandenburg-West gegen den HSV Usedom hoffnungslos hinten lagen, kämpften sie sich noch auf ein Tor heran.
Von
Martin Terstegge\BRAWO
Brandenburg
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Schlussmann Oskar Müller zeigte, dass mit ihm zu rechnen ist.

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Die Gastgeber fanden schnell ihren Rhythmus, standen sehr sicher in der Abwehr. Auch ein Verdienst von Torwart Oskar Müller, der nach den Ausfällen von Andy Witowski und Jurij Benkendorf, nun die Nummer 1 ist und mit der Rolle in der ersten Hälfte keine Probleme hatte. Allerdings gab es bei den Brandenburgern Defizite in der Offensive. Im Verlauf der Begegnung leistete sich jeder West-Handballer ein paar vermeidbare „Fahrkarten“ ins Nichts.

So gingen die Gäste in der 12. Minute zum ersten Mal in Führung (5:4) und legten in der 14. Minute zum 6:4 nach. Doch mehr als zwei Tore Vorsprung konnte sich der Spitzenreiter der Oberliga Ostsee/Spree nie erarbeiten. Lange Zeit sahen die Zuschauer nun das Wechselspiel: die Hausherren treffen und die Insulaner ebenfalls. Doch in der Schlussphase des ersten Durchgangs schien sich das Blatt zu wenden. Erst traf Max Schößler mit seinem dritten Treffer zum 10:11 (25.). Anschließend wehrte Müller einen Siebenmeter ab und im nächsten Angriff glich Tom Kryszon zum 11:11 (26.) aus.

Doch dann sorgten Undiszipliniertheiten, dass der Favorit wieder ins sichere Fahrwasser kam. In der 28. Minute musste Sebastian Ackermann auf die Strafbank. Binnen 60 Sekunden machte das HSV-Team aus einem 12:12 eine 14:12-Führung. Genau in der Phase meinte Tom Kryszon den Schiedsrichtern ihre Aufgaben zu erklären, bekam dafür natürlich ebenfalls eine Zeitstrafe. In doppelter Unterzahl mussten die Gastgeber noch ein weiteres Gegentor hinnehmen, zum 12:15-Halbzeitstand.

Unmittelbar nach dem Wiederanpfiff verloren die Brandenburger etwas ihre Linie. Die individuelle Klasse bei den Gästen blitzte nun hin und wieder auf, die durch einfache Körpertäuschungen zum Abschluss kamen. So wuchs der Vorsprung des Ligaprimus bis zur 38. Minute auf 20:14 an.

Diesen Abstand konnten sie bis zur Schlussphase halten, da sich die West-Angriffsleistung nicht besserte. Max Schößler, der vor der Pause noch hundertprozentig traf, erwischte den HSV-Torwart Lech Krynski unabsichtlich im Gesicht. Die Emotionen kochten hoch, doch Krynski konnte weitermachen, aber bei Schößler hatte dieser Vorfall Wirkung hinterlassen, seine Treffsicherheit ging verloren. Doch er war damit nicht der Einzige.

In den letzten zehn Minuten nahm Trainer Sven Schößler dann Müller aus dem Kasten, um Pascal Hindorf, eigentlich Schlussmann der 2. Männer, Einsatzzeiten zu geben. In der 52. Minute lagen die Gäste mit 26:19 vorn, die West-Fans hofften jetzt nur, dass die Mannschaft nicht komplett einbricht.

Doch plötzlich lief es bei den Hausherren. Trainer Schößler hatte auf eine 4:2-Deckung umgestellt und stellte die Insulaner damit vor Probleme, deren Abschlüsse nun auch vermehrt eine sichere Beute von Hindorf wurden. Und vorn legten die West-Spieler ihre Schwächen ab, trafen fast wie sie wollten. 66 Sekunden vor dem Abpfiff stellte Magnus Wybranietz den 25:26-Anschlusstreffer her. 35 Sekunden vor dem Ende traf der HSV zum 27:25, doch im Gegensatz jagte Tom Kryszon den Ball zum 26:27 in die Maschen. Die übernervösen Usedomer verloren zehn Sekunden vor dem Ende den Ball. Nick Stenzel marschierte mit dem Ball nach vorn, doch sein Versuch auf Rechtsaußen Wybranietz ins Spiel zu bringen ging ins Leere.

Doch kein Vorwurf an Stenzel, die Partie wurde nicht in dieser Aktion verloren, sondern in den vielen schlechten Angriffsversuchen des zweiten Abschnitts zuvor. Die Zuschauer waren sich aber einig: würde ein Handballspiel 62 Minuten dauern, wären die 63er als Sieger vom Feld gegangen. Sie haben gesehen, sie können es, wenn alle an einem Strang ziehen - dass sollten die West-Spieler mitnehmen aus dem Spiel.

Am Sonntag bestreiten sie ihr Nachholspiel beim Ludwigsfelder HC. Von der Tabellenkonstellation ist die Schößler-Truppe erneut Außenseiter, doch die Rolle muss nicht die Schlechteste sein. Vielleicht ist es auch ein Vorteil, dass der LHC bereits 24 Stunden zuvor sein Heimspiel gegen den BFC Preussen austragen muss.

SV 63: Müller, Hindorf, Wybranietz 8/5, Schößler 3, Wollweber 1, Heuer, Stenzel, Habermann, Mandler, Fleischer 1, P. Kryszon 2, T. Kryszon 7, Ackermann 4.