Heilort Bad Belzig: Profilierung als Gesundheitsstandort
Die Stadtverordnetenversammlung hat das dafür vorgesehene Gelände nördlich des Lärchenweges an der Rosa–Luxemburg–Straße als „urbanes Gebiet“ eingestuft und den Bebauungsplanentwurf mehrheitlich beschlossen. Die damit im Zusammenhang stehenden Unterlagen werden nunmehr wieder ausgelegt.
Bereits 2017 hatte die Kommune das gut 17.500 Quadratmeter große Areal an den Verein Heilort Bad Belzig e.V. verkauft. Ursprünglich war das Areal für einen Kurklinikbau reserviert. Zeitgleich mit dem Verkauf des Grundstücks erfolgte der Beschluss über die Änderung des Bebauungsplanes.
Silke Grimm, die Vorsitzende des Heilort Vereins, und Architekt Christian Müller–Menckens verfolgten die Sitzung des Gremiums.
Auf dem Gelände ist der Bau eines Gesundheitszentrums mit Therapiebereichen, ein Mehrgenerationenhaus mit integrierter Kindertages– und Altentagesstätte sowie ein Bio–Gästehaus mit Restaurant geplant. Mit fünf Millionen Euro soll in den Jahren 2020/21 der erste Bauabschnitt realisiert werden. In diesem Zeitfenster ist die Errichtung eines Bio–Gästehauses mit Therapiebereichen, eines Palliativpflegedienstes und eines Naturkindergartens geplant.
Von 2022 bis 23 soll der Bau des Mehrgenerationenzentrums und der Altentagesstätte mit einem Kostenvolumen von 3,5 Millionen Euro folgen. In einem dritten Bauabschnitt, der bis 2025 verwirklicht werden soll, ist die Errichtung zusätzlicher Gebäude um Geburt und Sterben mit einem Volumen von 1,5 Millionen Euro geplant. Die Investoren hoffen, dass der erste Bauabschnitt spätestens zum Jahresbeginn 2021 beginnen kann. Bereits im Frühjahr kommenden Jahres soll nach Aussage von Silke Grimm eine Waldkita mit 16 Plätzen eröffnet werden. Ein Bauwagen soll vorerst als Domizil dienen, der notfalls auch auf einem anderen Grundstück stehen wird. Die späterhin angedachte Kita soll, in Abstimmung mit der Kommune, eine Kapazität von 60 Plätzen erhalten. Bis zu 80 Menschen sollen in den Mehrgenerationenhäusern leben können, die parallel neben dem Bio–Gästehaus und dem Gesundheitszentrums geplant sind. Bis zum Jahresende sollen die Pläne weiter konkretisiert werden.
„Ich halte das Projekt inhaltlich für sehr gut“, sagte Gustav Horn (SPD) mit Blick auf die Profilierung Bad Belzigs als Gesundheitsstandort. Bürgermeister Roland Leisegang (parteilos) betonte, dass die Zusammenarbeit mit dem Verein maßgeblich auf Vertrauensbasis erfolgt. Die Einstufung des Areals als „urbanes Gebiet“ hatte in den zurückliegenden Monaten für Diskussionen in den einzelnen Gremien gesorgt, sodass sich die Stadt diesbezüglich noch einmal rechtlich beraten ließ. Sie sieht keine Festlegungen über den Wohn– und den Gewerbeanteil vor und erlaubt eine Lärmgrenze von bis zu 63 Dezibel; nur zwei Dezibel weniger als in reinen Gewerbegebieten. In einem Durchführungsvertrag sollen deshalb bestimmte Festlegungen fixiert werden.