Johanniter Krankenhaus: Radiologische Telekonsile zwischen Bonn und Treuenbrietzen

Dr. Lena Marie Dendl sichtet im Rahmen des Telekonsils das Bildmaterial aus dem Rheinland.
Johanniter GmbHEin wichtiger Schritt hierfür war eine erste konstituierende Sitzung im Februar 2020, an dem neben dem Geschäftsführer der Johanniter GmbH, Dr. Thomas Krössin, der Ärztliche Direktor der Johanniter Kliniken Bonn Prof. Dr. Yon-Dschun Ko, der Krankenhausdirektor der Johanniter Kliniken Bonn, Herr Helmut Häfner, sowie unter anderem die Chefärztin der Radiologie aus dem Krankenhaus Treuenbrietzen, Dr. Lena Marie Dendl, und der Chefarzt der Radiologie aus Bonn, Prof. Dr. Kai Wilhelm, teilnahmen.
Bereits in der aktuellen COVID-19-Pandemie-Situation mit steigender Zahl vor allem an Computertomografie-Untersuchungen der Lunge zeigte sich die Attraktivität eines Standort-übergreifenden fachlichen Austausches mittels Telekonsil. So konnte die Lungenklinik Treuenbrietzen auf Grund der frühzeitigen regionalen Häufung der Patienten in Bonn bereits bei einigen Fällen ihre große Expertise bei der Einordnung der Befunde im Rahmen viraler Pneumonien (auch COVID-19) und möglicher Differentialdiagnosen zur Verfügung stellen. Andererseits ermöglichten die in Bonn erhobenen spezifischen CT-Befundmuster im Rahmen der COVID-19-Pneumonie einen frühzeitigen Daten- und Informationstransfer aus der besonders betroffenen Region am Rhein nach Treuenbrietzen. Viele Notfälle wurden in den vergangenen Wochen mit einer speziell hierfür entwickelten Software unter Einbeziehung Künstlicher Intelligenz (KI) gemeinsam ausgewertet.
Basis dafür ist eine IT-Infrastruktur für den unkomplizierten Datenaustausch durch die beiden Abteilungen für Radiologie, die zu Beginn der Pandemie geschaffen wurde. Hierzu werden zertifizierte und dem Datenschutz entsprechende Bild-Sharing-Plattformen genutzt. Dies ermöglicht eine gemeinsame Bildbetrachtung, Zweitmeinungen können gegenseitig auf schnellstem Weg eingeholt werden. Für die Fachklinik in Treuenbrietzen bedeutet das eine wichtige Anerkennung ihrer jahrzehntelangen, großen Fachexpertise bei der Diagnostik von Lungenkrankheiten.
Zudem wurde durch die beiden Chefärzte der Radiologie, Dr. Lena Marie Dendl für das Johanniter-Krankenhaus Treuenbrietzen und Prof. Dr. Kai Wilhelm vom JohanniterKrankenhaus Bonn, die aktuelle radiologische Literatur zu COVID-19 gesichtet, auch mit dem Ziel, eine gemeinsame Terminologie für die Befundung der CT-Untersuchungen zu bestimmen. Dies kann im Weiteren eine Auswertung der Befunde für gemeinsame Studien erheblich erleichtern. Perspektivisch wird sich das telemedizinische Zentrum um weitere Fachbereiche erweitern. Das ist für den fachlichen Austausch, gerade bei Spezialfällen, z.B. für Tumorkonferenzen, interessant. Denkbar wären zum Beispiel auch gemeinsame wissenschaftliche Studien. Damit zieht bei den Johannitern ein weiteres Stück Digitalisierung und Vernetzung ein und bündelt deutschlandweite Fachexpertise zum Wohle der Patienten.