Eher im Verborgenen befindet sich im Stadtteil Görden (Mendelssohnstraße 3) das Kirchlein der katholischen St. Elisabeth-Gemeinde  – und rückt in den Mittelpunkt. Am 25. Mai ist es genau 70 Jahre her, dass es nach vielen Mühen zur Freude der Gläubigen geweiht werden konnte. Da erklang an jenem Tag, wie uns die Chronik berichet, der Kanon „Danket dem Herrn“. Und die Feier schloss mit einem frohen Te Deum, dem Dank an Gott, der mit seinem Segen alle am Errichten der Kirche begleitet hatte. Von der Schwestergemeinde St. Bernhard (Thüringer Straße) erhielt man damals als Geschenk ein Glöckchen. Insgesamt 33.000 Mark kostete das eher unscheinbare sakrale Bauwerk; davon brachten die rührigen Mitglieder dank ihrer Opferbereitschaft immerhin 11.000 M auf.

Ein langer Weg zur katholischen Kirche auf dem Brandenburger Görden

Bereits seit 1938 gab es erste Bemühungen, auch im prosperierenden Wohngebiet Görden den Brandenburgern katholischen Glaubens ein eigenes Domizil anzubieten. Etliche Provisorien wie eine evangelische Notkapelle, die Wohnung des einstigen Zuchthaus-Seelsorgers oder auch die Kapelle der Landesanstalt bzw. auf dem Görden-Friedhof und schließlich ab 1947 das Haus Mendelssohnstraße 3 dienten zunächst für die Andachten. Längst reichte an den Sonntagen trotz mittlerweile drei heiliger Messen der Platz nicht mehr aus. So nun auch bedingt durch eine bemerkenswerte Zahl von Flüchtlingen und Vertriebenen, die noch während des Zweiten Weltkrieges bzw. bald danach aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten wie Schlesien, Ostpreußen , Pommern oder ebenso aus Böhmen und Mähren (Sudeten) kamen. Der beispielhafte Zusammenhalt der Gemeindeglieder von St. Elisabeth trug mit dazu bei, dass diese entwurzelten Menschen hier an der Havel allmählich eine Art zweite Heimat fanden und mehr oder weniger auch „ankamen“.

Stadtverwaltung gab Segen für Kirchenbau

Nach längerem Tauziehen genehmigte die Stadtverwaltung dann endlich das Errichten eines 22,5 x 3,60 Meter „großen“ Gotteshauses, so dass die längst fertigen Pläne der Ingenieure und .Baumeister umgesetzt werden konnten. In vielfältiger Weise legten Mitglieder der Elisabeth-Gemeinde nun Hand an. Da wurden u.a. fast 10.000 Ziegelsteine aus Trümmern geborgen und abgeputzt, die gleiche Anzahl an Kalksandsteinen kam von der Firma Witte. Bis Dezember 1951 waren die Grundmauern hochgezogen. Für das benötigte Holz durfte nach mehreren vergeblichen Bemühungen schließlich eine Baracke abgerissen werden. Nächstes Problem waren die fehlenden Nägel. So sammelten viele der Gäubigen allerorts unermüdlich diese „Stahlstifte“ oder machten aus alt kurzerhand wieder neu. Zudem gelang es, 35 kg aus dem Westen zu beschaffen. Auch nach dem Richtfest am 11. März 1952 galt es noch etliche Hürden zu nehmen.

Am 25. Mai 1952 konnte die kleine Kirche eingeweiht werden; nun naht der 70. Geburtstag

Eine Reihe von Handwerksfirmen und anderen Unternehmen aus unserer Stadt und ihrem Umland sorgte in vielfältiger Weise mit dafür, dass schließlich wie eingangs erwähnt an jenem 25. Mai anno 1952 dieses Kirchlein in der Mendelssohnstraße unweit vom Görden-Bahnhof eingeweiht werden konnte.
Heutzutage ist das Gotteshaus der einst eigenständigen St. Elisabeth-Gemeinde jeweils donnerstags für die Andachten geöffnet. Vor allem generationsbedingt hat sich die Zahl der Katholiken – darunter eben auch jene, die einst Zuflucht in unserer Havelstadt fanden –, deutlich verringert. Ungeachtet dessen wird das Jubiläum der Kirche in entsprechend feierlicher Form begangen. Und wie vor 70 Jahren mit Worten des Dankes, gerichtet insbesondere an den Herrgott.