Klimaschutz
: Die IG Optische Telegraphie Schenkenberg initiiert frühe Pflanzaktion zur 100-Jahrfeier Schenkenbergs

Die IG Optische Telegraphie Schenkenberg initiiert Pflanzprojekt und wirbt fürs Mitmachen: 100 Obstbäume für den Klimaschutz und das 100-jährige Ortsbestehen.
Von
Th. Messerschmidt
Schenkenberg
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Kinder der Kita Sonnenschein pflanzten mit Bürgermeister Reth Kalsow, Ortsvorsteher Bodo Richter und Wolfgang Groch von der IG Optische Telegraphie.

Th. Messerschmidt

Ein Langzeitprojekt ist dieser Tage auf dem Gelände der Kita „Sonnenschein“ gestartet worden. Der Pflanzung eines Apfelbaumes sollen 99 folgen – bis zu Schenkenbergs 100. Geburtstag im Jahr 2028.

Dass sich die Zeitspanne mit der Umsetzung der Pläne für die BUGA 2015 – ab Zuschlagserteilung 2007 – im benachbarten Brandenburg an der Havel, deckt, ist Zufall, aber für den kleinen Ort nicht minder ambitioniert. Durch den frühen Auftakt erhoffen sich die Initiatoren Signalwirkung und einen wachsenden Mitmacheffekt.

100 Bäume zum 100. Geburtstag

Geboren wurde die Idee bei den Telegraphenfreunden um Wolfgang Groch, die dem recht jungen Ort ein mächtiges Pfund Geschichte offenbarte – als Station 6 von Preußens optischer Telegrafenlinie. Die ermöglichte von 1832 bis 1849 den Nachrichtenverkehr zwischen Berlin und Koblenz, wobei sich eine der 62 Stationen auf dem Fliederberg in Schenkenberg befand.

Aus der bald nachgebildeten Station entstand ein Telegraphenrundweg, der zu ortsgeschichtlich relevanten Stätten und Schätzen der Natur führte und im Mittelpunkt von Schenkenbergs 90. Geburtstagsfest stand. Als dabei an die einst ortsbildprägenden Apfelplantagen erinnert wurde, kam die Idee auf, bis zum 100. Ortsjubiläum 100 Apfelbäume zu pflanzen.

Mitstreiter gesucht

Doch die Hoffnung auf eine Apfelplantage neben dem Fliederberg oder auf einen „Apfelweg“ erfüllte sich nicht. „Jedoch füllt das Vorhaben schon einen Schnellhefter an Schriftverkehr und Entwürfen“, gesteht Wolfgang Groch. Ein geeignetes öffentliches Grundstück fand sich nicht.

Aber ein neuer Denkansatz: Alle können mitmachen! Ausgehend von dem Startschuss mit dem ersten gepflanzten Apfelbaum auf dem Kita-Gelände, an dem eine Erinnerungsplakette preisgibt: „1. Apfelbaum zum 100. Jubiläum von Schenkenberg 2028.“

Obstbäume aller Art erlaubt

Wolfgang Groch hat mit Ortsvorsteher Bodo Richter, Bürgermeister Reth Kalsow und Kindern eine „Rote Sternrenette“ gepflanzt, „eine robuste, 200 Jahre alte, gut schmeckende Sorte“, so Groch. Um Langfristigkeit zu gewährleisten, hat er sich bei Spezialisten in Nauen, Thissow und Werder (Havel) über geeignete Sorten informiert und eine Liste zusammengestellt, welche Bäume außerdem für Schenkenberg geeignet wären.

Wobei nicht nur Äpfel gepflanzt werden können. Da einst auch Kirschen, Pflaumen und Pfirsiche hier reiften, wurde die Jubiläumsaktion auf 100 zu pflanzende Obstbäume ausgeweitet.

Pflanzungen anmelden

Groch und Richter hoffen, dass zunächst die Feuerwehr, der Sportverein und die Kirchengemeinde dem Beispiel folgen und einen Baum pflanzen und sodann viele Schenkenberger in ihren Privatgärten – nach Kontakt mit Wolfgang Groch unter Tel. 033207-50647. Baumpate, Pflanzdatum und -ort trägt er ins „Erfassungsbuch“ ein, außerdem kann er Tipps zu passenden Sorten geben, hat Kontakte zu Baumschulen und insbesondere in Corona-Zeiten gern das Martin Luther zugeordnete Zitat parat: „Selbst wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“