Einen Werkzeugkasten sollte es in jedem Haushalt geben – nun gern auch einen zweiten. Und zwar den von Anna Loos. Noch während ihrer Ära als Silly-Frontfrau (2005-2018) hat sie fleißig an ihrem ersten Soloalbum gearbeitet und 2019 „Werkzeugkasten“ herausgebracht.
Kurz vor ihrem 50. Geburtstag stehend, war sie gedanklich zur Reise durch ihr Leben aufgebrochen, was in 30 Titeln mündete. Zwölf schafften es aufs Album, das sie nach gut eineinhalbjähriger Corona-Konzert-Zwangspause live vorstellte – und zwar in ihrer Heimatstadt. Anna Loos, am 18. November 1970 in Brandenburg an der Havel geboren, war auserkoren, den zehntägigen „Kultursommer“ des Brandenburger Theaters auf der Freilichtbühne Marienberg zu eröffnen.

Anna Loos: „Hallo Brandenburg, endlich mal wieder zurück in meiner Heimatstadt“

„Hallo Brandenburg“, meldete sich die Künstlerin und zeigte sich glücklich „endlich mal wieder zurück in meiner Heimatstadt“ zu sein. Ihre Wahlheimat Berlin ist zwar nicht weit weg, aber die Zeit der vielbeschäftigten Schauspielerin und zweifachen Mutter knapp. Umso mehr freuten sich die 600 Konzertbesucher, die dem Theater einen ausverkauften Abend bescherten, auf das Gastspiel. Sie begaben sich aufs Gefühlskarussell, genossen ruhige Momente bei „Wenn du mich suchst“ und „Paris“, Wohlfühlmusik „Wie beim ersten Mal“ und feierten tanzbare Nummern „Hier“. Sie freuten sich, wenn die Künstlerin plauderte, manchen Titel-Hintergrund erläuterte oder ihre Meinung offenbarte.

Anna Loos liebt das Unperfekte

Als sie ein paar Textzeilen übersprungen hatte und die Band fürs Mitspielen lobte, beteuerte sie: „Man muss nicht perfekt sein, das sollten wir auch unseren Kindern beibringen.“ So verging die Zeit wie im Fluge und es hieß, „danke, dass wir hier sein durften.“ Als sie dem Universum für das tolle Wetter dankte, zeigte eine tiefhängende Regenwolke, wie begrenzt das Universum sein kann, was Anna Loos nicht an zwei Zugaben hinderte. Das Volk feierte, bis die Bühne leer war und der Regen stärker wurde. Die Gastgeber freuten sich über den kurzen Schauer, der dem strapazierten Rasen Kraft für den nächsten Publikumsandrang verlieh. So bei Julia Engelmann am Samstag, dem Kindermusical „Das Dschungelbuch“ am Sonntag.

So geht der Kultursommer in Brandenburg weiter

Der nächste Ansturm steht Dienstag (17.08.) um 19:30 Uhr beim Freiluftkino „Rocky Horror Special“ bevor und abermals am Mittwochabend (18.08.), wenn ab 18 Uhr The Clogs die Stimmung für „E.L.O. Classic feat. Phil Bates & Band“ (20 Uhr) anheizen.
Donnerstag (19.08.) folgt „Brandenburg rockt“ mit Mystery Art Orchestra (17:30), Nikaya (19) und Acoustika (20.30) und Freitag (20.08) der Frank-Schöbel-Abend: 19 Uhr sorgt er leibhaftig für „Endlich Sommer“, woran um 20.30 Uhr das Freiluftkino mit „Heißer Sommer“ anschließt – übrigens auf einer großartigen LED-Leinwand, die jedem Konzert den perfekten Rahmen beschert.

Den Schlusspunkt setzen die Brandenburger Symphoniker

Sicher auch Alexander Knappe, der am Samstag (21.08.) ab 19 Uhr auf der Freilichtbühne steht, bevor am Sonntag (22.08) um 19 Uhr die Brandenburger Symphoniker mit „Hollywood an der Havel“ für den großen Schlussakkord beim „Kultursommer Brandenburg an der Havel 2021“ sorgen.