Martinsgans-Essen der MIT: Minister Guido Beermann zu Besuch in Falkensee

Der Vorsitzende der MIT Havelland, Christoph Böhmer, und die CDU-Politiker Barbara Richstein, Minister Guido Beermann und Michael Koch (v.li.)
Silvia PassowDer Aufenthalt in Falkensee ist einer der ersten offiziellen Besuche des Ministers. Er gibt einen Ausblick auf das, was ihm in seinem Amt wichtig ist, beantwortet Fragen, auch wenn er sich hier bei regionalen Fragen noch einarbeiten müsse, wie er selbst betont. Dass die Wirtschaft für ihn ganz unmittelbar von der Infrastruktur abhängt, daran lässt Beermann keinen Zweifel. Er sagt, er gehe davon aus, dass sein Ressort den größten Investitionshaushalt erhalten werde. Er nennt Zahlen: 20 Millionen Euro für den Radwegebau, 265 Millionen Euro für die Straßen und 520 Millionen Euro für den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV). Weitere 96 Millionen Euro sollen in die Städtebauförderung fließen.
Beermann betont, der Mittelstand sei besonders wichtig für die Wirtschaft. Ein Antreiber, der nur funktionieren könne, wenn die Mobilität gegeben ist. Klimafreundlich, den ÖPNV stärken und dabei im Blick haben, dass Stadt- und Landbewohner unterschiedliche Ausgangslagen, verschiedene Ansprüche und auch andere Voraussetzungen hätten. Das Auto habe auf dem Land einen ganz anderen Stellenwert, so Beermann. „Man sollte das Auto auch nicht verteufeln“, sagt er weiter. Er spricht sich dafür aus, Lieferverkehr, wo möglich, auf Schiff und Schiene zu verlegen. Den Personennahverkehr der Bahn möchte er spürbar verbessern. „Wir werden den Landesentwicklungsplan kritisch prüfen“, sagt er weiter. Beim Straßenwesen spricht sich Beermann für Instandsetzung statt Neubau aus. Er kündigt eine Wohnungsbauoffensive an und verspricht Wachstum auch außerhalb des sogenannten Speckgürtels.
Falkensees Baudezernent Thomas Zylla hat eine Frage zur Nordumfahrung. Die entspräche einem Neubau. Der Favorit sei dann also die Instandsetzung der Spandauer Straße, ein Vorhaben, für das Zylla sich deutlich ausspricht. Er schildert den Fall und die Dringlichkeit und bittet den Minister, hier das Gespräch mit Berlin zu suchen. Planungen, die Spandauer Straße zu verbreitern, gibt es bereits. Der Baumschutz und die Tatsache, dass die Straße ab Ortsschild Berlin dann einspurig pro Richtung weitergeht, gehörten bisher zu den Knackpunkten.
Ferner wird der Minister gleich mehrfach auf die Lage für die Pendler im ÖPNV aufmerksam gemacht. Versprechungen, die in den nächsten zehn, fünfzehn Jahren eine Verbesserung ankündigen, würden nicht helfen, heißt es.
Über die Pläne von Elon Musk in Brandenburg eine sogenannte Gigafabrik zu bauen, äußert sich der Minister sehr erfreut. „Ich glaube, dass dies eine gute Chance für Brandenburg ist“, sagt er.