Musiktage
: Musikalisches Feuerwerk

Die 20. Falkenseer Musiktage sind in vollem Gange. Die erste Konzerte begeisterten die Besucher. Am 10. Mai startet das zweite Wochenende mit Musik.
Von
Stephan Achilles
Falkensee
Jetzt in der App anhören

Die Formation Terra Brasilis mit Alejandro Blau am Didgeridoo in der vollbesetzten Falkenhagener Kirche. Die Musiker sorgten für Bewegung im Publikum und für ein unvergessliches Konzerterlebnis bei den 20. Falkenseer Musiktagen.

Stephan Achilles

Wer am vergangenen Sonntagabend an der Falkenhagener Kirche vorbeigekommen ist, wird seinen Ohren nicht getraut haben. Das, was da mit ordentlichem Schalldruck durch die dicken Mauern drang, war keine der sonst üblichen Kirchenmusiken. Die Gruppe „Terra Brasilis“ heizten dem Publikum mit ihren Trommeln, aber auch mit Saxophon, Gitarre und Keyboard kräftig ein.

759416

Die elf Musiker und Perkussionisten unter der Leitung von Manfred Spaniol zündeten ein energiegeladenes, musikalisches Feuerwerk purer Lebenslust. Seit ihrer Gründung im Jahr 1988 spielt die Gruppe lateinamerikanische Rhythmen und brasilianische Sambamusik. Rund 1.500 Auftritte gab es bisher, u.a. auch in Brasilien, Frankreich, Tansania und Kambodscha.

Ein Höhepunkt des Konzerts in Falkensee war der Gastauftritt von Alejandro Blau mit seinen Didgeridoo, dem mehrere Meter langen, traditionellen Musikinstrument der australischen Aborigines. Mit raumergreifendem Klang und durchdringenden tiefen Tönen ist der Sound dieses ungewöhnlichen Blasinstruments sogar körperlich spürbar. In der mit fast 200 Besuchern voll besetzten Kirche wurde das Jubiläumskonzert mit viel Applaus und Begeisterung aufgenommen. Selbst vor der Kirche wurde noch getanzt.

Bereits am 3. Mai war die Konzertreihe von Pfarrer Olaf Schmidt, der Beigeordneten und Dezernentin der Stadtverwaltung Luise Herbst und der künstlerischen Leiterin Isabelle Engelmann eröffnet worden. „Kommt und hört ein Dankeschön“ lautet das diesjährige Motto. Ein Dankeschön an die Evangelische Kirchengemeinde als Veranstalter, an die Stadt Falkensee, die vielen Helfer, Unterstützer und Sponsoren sowie an das Publikum, das im Verlauf der vergangenen Konzerte mit insgesamt etwa 10.000 Besuchern präsent war.

Das anschließende Eröffnungskonzert gestaltete das Saxophonquartett „Meiers Clan“ zusammen mit Jens Goldhardt an der Kirchenorgel. Die ungewöhnliche Kombination aus modernen Blasinstrumenten und der altehrwürdigen Orgel spiegelte sich auch im Programm wieder. Von Bachs Toccata und Fuge d–Moll über von Leonard Bernsteins „West Side Story“ bis zu Stings „Englishman in New York“ reichte das Repertoire. Italienische Barockmusik fügte sich zu Filmmusik–Melodien und Dirk Michaelis „Als ich fortging“. In diesem Konzert war für jeden der rund 140 Besucher etwas dabei und die Musiker ließen an ihrer Virtuosität keinen Zweifel aufkommen.

Das Konzert für die Jazzfreunde fand am Samstag im Rathaussaal statt. Die Formation „Sydney’s Blues“ hat sich dem French–Kreol–Jazz verschrieben und in der Interpretation dieser französisch–kreolischen Art des New–Orleans–Stils eine besondere Meisterschaft entwickelt. Das perfekte, virtuose Zusammenspiel der fünf Bandmitglieder begeisterte vom ersten bis zum letzten der insgesamt 18 gespielten Titel, darunter so bekannte wie „Sweet Georgia Brown“, „My Blue Heaven“ und „When the Saints Go Marching In“. Dieser erstklassigen Band mit dem phantastischen Jürgen Stephan an der Klarinette zuzuhören, war ein ganz besonderes Erlebnis.

Weiter geht die Konzertreihe am 10. Mai mit einem der äußerst selten gewordenen Konzerte der Liedermacherin Bettina Wegner und des Sängers/Schauspielers Karsten Troyke, am Sonnabend mit dem außergewöhnlichen und humorvollen Damentrio „Les Troizettes“ und dem Blechbläserquintett enBRASSment am Sonntag. Einzelheiten können der Webseite http://www.kirche–falkenhagen.de entnommen werden.