Neujahrsempfang in Falkensee
: Ins neue Jahr mit Currywurst und Wellenschlag

Unter dem Motto: „Hurra Deutschland“ hatte Bürgermeister Heiko Müller (SPD) in diesem Jahr zum Neujahrsempfang der Stadt Falkensee geladen.
Von
Silvia Passow
Falkensee
Jetzt in der App anhören

Tradition: Auf dem Falkenseer Neujahrsempfang gibt es Currywurst - auch für Bürgermeister Heiko Müller, seine Ehefrau und die madagassischen Botschafterin Florence Isabelle Rafaramalala.

Silvia Passow

2019 stand im Zeichen des Mauerfalls, 2020 jährt sich die Wiedervereinigung Deutschlands zum dreißigsten Male. Müller erzählt, wie er selbst den Mauerfall erlebte, in einem Videoclip wird die Maueröffnung an der Bornholmer Straße gezeigt. Nur vier Tage später wurde die Grenze in Berlin–Spandau nach Falkensee geöffnet. Vier Tage, eine Zeit wie eine Ewigkeit, erinnerte sich Müller zurück. Müller kann sich gut an die politischen Neuanfänge in Falkensee erinnern. Nach der ersten Kommunalwahl mussten sie alle erst einmal Schwimmen lernen: Währungsunion, Gründung der Treuhand. „Wer West–Geld hatte, wollte damit auch West–Produkte kaufen“, sagte Müller. Viele der einstigen DDR–Betriebe galten als nicht überlebensfähig auf dem freien Markt, so Müller weiter und fügte hinzu, bei aller Freude habe man bereits 1990 auch Angst und Sorge bei vielen Menschen spüren können.

2019 war das Jahr der Wahlplakate. Plakate für die Europa–Wahl, Kandidaten für Kreistag und die Kommunalwahlen blickten aus luftiger Höhe herab, kaum waren sie und ihre Botschaften verschwunden, tauchten die nächsten Wahlplakate für die Landtagswahlen auf. Mit deutlich weniger Wahlwerbung kam die Jugend aus. Sie wählte ihren Jugend–Beirat, ohne viel Brimborium und ist seither in den Gremien der Stadt vertreten. Drei neue Schiedspersonen wurden gewählt und für fünf Jahre als ehrenamtliche Streitschlichter von den Stadtverordneten bestätigt.

Es wurde der 44.444 Einwohner begrüßt. Irgendwie sind es zwei, ein Ehepaar, mathematisch nicht sauber zu erklären, ist aber so. Wichtiger war die Aussage des Bürgermeisters hinterher. „Das war sicherlich die letzte Schnapszahl“, sagte er in diesem Zusammenhang. Er glaubt nicht, dass es noch 55.555 Einwohner werden.

Die aufmerksamen Falkenseer haben es bereits bemerkt, im Stadtgebiet stehen seit dem letzten Jahr an verschiedenen Stellen Informationstafeln. Die erste öffentliche Elektro–Ladesäule für E–Mobile wurde am Rathaus in Betrieb genommen. Die Kita Rohrbecker Weg fertiggestellt und die neue Sporthalle am Vicco von Bülow–Gymnasium übergeben. Auch der Sportplatz am Lise–Meitner–Gymnasium wird seit dem letzten Jahr genutzt. In der Semmelhaack–Siedlung wurde ein Spielplatz gebaut. Für den Hort mit Kita in der Hohlbeinstraße wurde der Grundstein gelegt, ebenso für das Wohnungsbauvorhaben der GEGEFA in der Friedenstraße.

Bürgermeister Müller freut sich, wie er sagte, über den Kirchenneubau für die Neuapostolische Gemeinde in der Finkenkruger Straße. Er äußerte sich lobend zu diversen Wohnungsbauprojekten in der Stadt. Sportlich ging es 2019 in Falkensee zu, mit dem Stadtradeln fand ein neues Format in der Gartenstadt Einzug, an dem sich 32 Teams beteiligten und gemeinsam nahezu 100.000 Kilometer erradelten. Und beim Sportfest „Be active– Falkensee bewegt sich“ hatten geübte und weniger geübte Sportler Spaß.

Was die Zukunft der Kegler und Schwimmer angeht, sagte der Bürgermeister, sei er weiterhin gespannt. Das Hallenbad sei nicht gänzlich baden gegangen, nur wenige Tage zuvor hatte der Seniorenbeirat ein Bürgerbegehren gestartet. Für die Zwischenzeit ließ der Bürgermeister ein Planschbecken in der Stadthalle aufstellen. Planschbecken plus Stadthalle gleich Hallenbad?! Kostengünstig ist diese Lösung allemal, es blieb sogar Geld für einen Liegestuhl übrig.

Vom Wasser geht es noch kurz in die Luft, genauer über die des Spandauer Platzes. Da soll zukünftig ein „fliegender Falke“ die Besucher der Stadt begrüßen.

Ausblick auf 2020

Es steht beispielsweise die Neuwahl des Senioren–Beirates an. Wahlberechtigt sind Falkenseer, die 60 Jahre und älter sind. Das trifft auf rund 12.500 Bürger zu. Für die Schüler der Schulen am Poetenweg und der Geschwister–Scholl–Schule wären neue Sporthallen nötig. Hier soll es Machbarkeitsstudien geben. Am Rathaus werden Sanierungsarbeiten durchgeführt. Die Bibliothek erfährt eine Umgestaltung. Rund fünf Kilometer Straßenbau sind geplant. Die Potsdamer Straße bekommt ein neues Angebot für Geh– und Radfahrer. Auch die Friedrich–Engels–Allee wird für den Radverkehr ausgebaut. Und der Kreisverkehr an der Kreuzung Poststraße/ Bahnhofstraße soll in Angriff genommen werden, so der Bürgermeister. Die Schwierigkeit liege hier bei den Baufirmen, deren Auftragsbücher gut gefüllt sind. Auch in der Zentrumsentwicklung soll es vorangehen, so Müller. Hier hob er besonders den Gutspark hervor.

Auch in diesem Jahr erhielten die Bürgerpreisträger eine Würdigung durch die Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung. Seit dem Sommer übt diese Funktion Julia Concu (Grüne/Jugendliste) aus. Oder wie sie sagte: „Ich gebe mein Bestes, um die Stadtverordneten zu bändigen.“ Bevor es an die traditionelle Currywurst und die Kürbissuppe ging, verlas Concu noch einmal die besonderen Leistungen der besonderen Menschen der Stadt. Mit tosendem Beifall würdigten die Gäste die Preisträger.