Orgel-Sanierung: Immaterielles Weltkulturerbe in Schmergow

Orgelbaumeister Marcus Roth und Organist/Orgelbauer Reinhard Kwaschik.
privatIm Jahre 2018 hatte die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation die Orgelbaukunst Deutschlands inclusive Organisten zum „immateriellen Weltkulturerbe“ ernannt. In Deutschland gibt es ca. 50 000 Orgeln, 400 Orgelbaufirmen, 2800 Mitarbeitende der Orgelbaukunst, 180 Auszubildende, 3500 hauptamtliche Organisten und zehntausende ehrenamtliche Organisten.
Mit Freude stellt Reinhard Kwaschik (Pfr. i.R.), Organist an der Schmergower Orgel fest, dass die Orgel mit einem Pedalregister und sechs Manualregistern der Orgelbaufirma Gesell und Schulz von 1856 mit 288 Pfeifen (davon 137 original erhalten!), ein ganz besonderes kulturelles „Markenzeichen“ für Schmergow ist. Dankbar ist Kwaschik, dass der Gemeindekirchenrat in einem ersten Bauabschnitt die Sanierung des historischen Instrumentes beschlossen hat. Die Orgelbaufirma Markus Roth hat den Auftrag bekommen, die Spielbarkeit und volle Funktionalität der Orgel wieder herzustellen. Dazu müssen alle Pfeifen ausgebaut, gereinigt und repariert werden und das Herzstück der Orgel, die Windlade, muss in der Werkstatt einer umfangreichen Überarbeitung unterzogen werden: Abdichten der Tonkanzellen, Funktionalität der Ventile wieder herstellen.
Mit Spenden der Kirchengemeinde (Orgelfond Schmergow), mit Zuschüssen des Ev. Kirchenkreises und der Sparkasse von insgesamt 25.000 Euro sind die anstehenden Arbeiten finanziert, die im Oktober begonnen haben und vor Weihnachten abgeschlossen sein sollen. „Ein Orgelkonzert wird vorbereitet, um das immaterielle Weltkulturerbe in Schmergow ganz reell hören zu können“, verrät Reinhard Kwaschik. Der amtierende Organist ist gern bereit, die Orgel in Sonderführungen nach Anmeldung zu präsentieren und würde sich mit der Kirchgemeinde freuen, wenn sich OrgelschülerInnen für den Orgelunterricht fänden. „Und wer Orgel spielen kann, gehört dann auch zum ‚immateriellen Weltkulturerbe‘!“