Orgel-Sanierung
: Immaterielles Weltkulturerbe in Schmergow

25.000 Euro werden in die Bespielbarkeit der Schmergower Kirchen-orgel investiert. Schon zum Weihnachtsfest 2019 soll sich das hörbar auszahlen.
Von
Th. Messerschmidt
Schmergow
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Orgelbaumeister Marcus Roth und Organist/Orgelbauer Reinhard Kwaschik.

privat

Im Jahre 2018 hatte die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation die Orgelbaukunst Deutschlands inclusive Organisten  zum „immateriellen Weltkulturerbe“  ernannt. In Deutschland gibt es ca. 50 000 Orgeln, 400 Orgelbaufirmen, 2800 Mitarbeitende der Orgelbaukunst, 180 Auszubildende, 3500 hauptamtliche Organisten und  zehntausende ehrenamtliche Organisten.

Mit Freude stellt Reinhard Kwaschik (Pfr. i.R.), Organist an der Schmergower Orgel fest, dass die Orgel mit einem Pedalregister und sechs Manualregistern der  Orgelbaufirma Gesell und Schulz von 1856 mit 288 Pfeifen (davon 137 original erhalten!), ein ganz besonderes kulturelles „Markenzeichen“ für Schmergow ist. Dankbar ist Kwaschik, dass der Gemeindekirchenrat  in einem ersten Bauabschnitt die Sanierung des historischen Instrumentes beschlossen hat. Die Orgelbaufirma Markus Roth hat den Auftrag bekommen, die Spielbarkeit und  volle Funktionalität der Orgel wieder herzustellen. Dazu müssen alle Pfeifen ausgebaut, gereinigt und repariert werden und das Herzstück der Orgel, die Windlade, muss in der Werkstatt einer umfangreichen Überarbeitung unterzogen werden: Abdichten der Tonkanzellen, Funktionalität der Ventile wieder herstellen.

Mit Spenden der Kirchengemeinde (Orgelfond Schmergow), mit Zuschüssen des Ev. Kirchenkreises und der Sparkasse von insgesamt 25.000 Euro sind die anstehenden Arbeiten finanziert, die im Oktober begonnen haben und vor Weihnachten abgeschlossen sein sollen. „Ein Orgelkonzert  wird vorbereitet, um das  immaterielle Weltkulturerbe in Schmergow ganz reell hören zu  können“, verrät Reinhard Kwaschik. Der amtierende Organist ist gern bereit, die Orgel in Sonderführungen nach Anmeldung zu präsentieren und würde sich mit der Kirchgemeinde freuen, wenn sich OrgelschülerInnen  für den Orgelunterricht fänden. „Und wer Orgel spielen kann, gehört dann auch zum  ‚immateriellen Weltkulturerbe‘!“