Plauer Fischerjakobi: Zwischen Tradition und Besucherwillen
Unter dem Motto „Zurück zu den Wurzeln“ sind die Hauptprotagonisten, die Fischer, mit ‚ihrem’ Fest wieder zurück auf Los gegangen. Als „Fischerjakobi e. V.“ haben sie die Organisation und Ausführung selbst in die Hand genommen. Feiern ja gerne, aber nicht mehr Feiern ohne Ende als das Fest zur Jahrtausendwende auf Mallorca–Niveau abflaute. Die Taktik zum ersten Jakobi unter ihrer Regie: Tradition in den Vordergrund stellen. Die Einwohner, Vereine und Institutionen von Plaue einbinden und diese begeistern. Dazu die Eckpfeiler des Festes, den Festgottesdienst, die Prozession auf dem Wasser, den Einmarsch der Fischerfamilien, das Salutschießen der Plauer Schützengilde, die Ruderregatta und natürlich den Umzug als Zugpferde beibehalten. Dieser hatte sich in den letzten Jahren immer fröhlich, bunt und laut durch das Dorf geschlängelt. So auch in diesem Jahr — obwohl es im Vorfeld Kontroversen gab, weil politische Statements als Wagenmotive ausgeschlossen wurden.
Die Moderatoren Uwe Geiseler und Heiner Dröse konnten dennoch 23 geschmückte Wägen und Gruppen auf ihre fröhliche und lockere Art vorstellen. Nach dem Umzug setzten sie sich gemeinschaftlich gemütlich ans Bornufer um den Plauer Fisch zu genießen, bei der Ruderregatta zu zusehen, das Rahmenprogramm zu verfolgen oder durch den Schlosspark zu spazieren. Krönender Abschluss war die große Prozession der Fischer auf der Havel am Sonntag. Pfarrer Christian Bochwitz ging mit an Bord und segnete die Fischer und deren Familien.
Viele der Besucher genossen den neuen Fischerjakobi. Für andere hat sich die Anfahrt nach Plaue, wie man wiederholt hörte, nicht gelohnt und die Frage wurde gestellt: Wie geht es weiter mit Fischerjakobi? Ein kleines, intimes gemütliches Fest oder aber ein kommerzielles Event für die Region, das mehr Gäste anlockt, die bei einem hohen Unterhaltungspegel bereit sind, ihre Brieftasche zu öffnen? Für den „Fischerjakobi e. V.“ keine leichte Aufgabe in Zukunft den richtigen Spagat zu finden, um es möglichst vielen gerecht zumachen.
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